Droht der Schweiz ein eisiger November mit Schnee?

Polarwirbel schwächelt so früh wie nie
Droht der Schweiz ein eisiger November mit Schnee?
Der Polarwirbel über Kanada und Grönland nimmt laut Modellrechnungen bereits Ende Oktober stark ab. Für die Schweiz könnte das im November blockierte Wetterlagen bedeuten – von Kaltluft bis zu milden Phasen ist vieles möglich.
Publiziert: vor 20 Minuten
- Der Polarwirbel verliert Ende Oktober stark an Kraft, Anfang November könnten Westwinde kippen
- Eine so frühe Störung wäre laut Meteonews seit Messbeginn in den 1950er-Jahren beispiellos
- Für die Schweiz sind blockierte Wetterlagen möglich, mit Polarluft oder milden Phasen im November
Pauline BouillonRedaktorin News Desk
Hoch über der Arktis spielt sich derzeit etwas Aussergewöhnliches ab: Der Polarwirbel verliert bereits Ende Oktober massiv an Kraft. Die sonst dominierenden Westwinde könnten Anfang November fast zum Erliegen kommen, einzelne Wettermodelle berechnen sogar eine leichte Umkehr der Windrichtung, wie Meteo News berichtet.
Eine derart frühe Störung wurde seit Beginn der Messungen in den 1950er-Jahren noch nie beobachtet. Selbst das bisher früheste vergleichbare Ereignis liegt erst ein Jahr zurück. Laut aktuellen Prognosen dürfte sich der Polarwirbel erst gegen Ende November allmählich wieder stabilisieren.
Wie ein riesiger Kaltluft-Kessel
Eigentlich müsste der Polarwirbel zu dieser Jahreszeit zulegen. Er funktioniert wie ein gewaltiger Strudel aus eisiger Luft rund um die Arktis. Starke Westwinde sperren den Frost normalerweise im hohen Norden ein. Schwächt sich dieser Schutzgürtel ab oder reisst er auf, bricht die Frostluft nach Süden aus. Im Extremfall erreicht sie direkt Mitteleuropa.
Aktuell deuten die Daten darauf hin, dass die Flaute bis in den November anhält. Erst gegen Monatsende dürfte sich der Wirbel wieder erholen.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Ein stabiler Polarwirbel sorgt bei uns meist für feuchtes Westwindwetter. Im Gegenzug kann ein instabiler zu Eiseskälte führen.
Das heisst aber nicht automatisch, dass sofort Dauerfrost droht: Je nachdem, wo sich die Hochs und Tiefs genau festsetzen, kann uns die Lage sowohl eisige Polarluft als auch überraschend milde Phasen bescheren. Ein verfrühter Wintereinbruch mit Schnee bis in tiefe Lagen ist möglich, aber keineswegs garantiert.
In den nächsten Tagen wird es in der Schweiz bereits spürbar kälter, vor allem in der Nacht sinken die Temperaturen auf 2 bis 4 Grad, im Bündnerland gibts sogar Minusgrade. Besonders am Wochenende heisst es: warm einpacken!
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