"Eskalationsversuch Russlands": Handelsschiff vor Rumänien angegriffen - Toter und Vermisste

"Eskalationsversuch Russlands"Handelsschiff vor Rumänien angegriffen - Toter und Vermisste
23.10.2026, 13:55 Uhr

Vor der rumänischen Schwarzmeerküste trifft eine Drohne ein ziviles Schiff. Ein Besatzungsmitglied kommt ums Leben - und die Zahl der Toten könnte noch steigen. Rumäniens Präsident Dan macht Russland für den Vorfall verantwortlich.
Vor der rumänischen Schwarzmeerküste unweit der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben von Rumäniens Präsident Nicusor Dan erneut ein Handelsschiff von einer Drohne getroffen worden. Ein Seemann sei ums Leben gekommen, neun seien gerettet worden, berichteten mehrere rumänische Medien unter Berufung auf die für die Rettungsaktionen zuständige Schifffahrtsbehörde in der Hafenstadt Constanta. Nach drei weiteren vermissten Seeleuten werde gesucht. Das Schiff sei gekentert und drohe zu sinken, berichtete das Innenministerium in Bukarest.
Staatspräsident Dan bezeichnete den Vorfall als weiteren "Eskalationsversuch Russlands" im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine. In diesem Kontext "ist ein Schiff von einer Drohne getroffen worden", sagte Dan im rumänischen Fernsehsender Digi24. Dass eine russische Drohne das Schiff traf, sagte er nicht ausdrücklich.
Zu dem Unglück kam es 13 Seemeilen (rund 24 Kilometer) von Constanta entfernt im Schwarzen Meer und demnach knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer, wie Medien unter Berufung auf die Schifffahrtsbehörde berichteten. Die Besatzung des Schiffs - zehn Ukrainer und drei Aserbaidschaner - das unter der Flagge der Komoren unterwegs war, habe noch einen Notruf absetzen können.
Es ist das vierte Handelsschiff, das allein im Oktober durch Drohnen-Treffer vor der rumänischen Küste verunglückt ist. Erst vor gut einer Woche waren im Abstand von wenigen Tagen zwei Handelsschiffe nahe Sulina an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer betroffen. Anfang Oktober war zudem ein weiteres Schiff mit ukrainischem Getreide nahe dem rumänischen Donau-Schwarzmeer-Ort Sfantu Gheorghe betroffen.
Zuletzt häuften sich im Schwarzen Meer die Drohnenangriffe auf Handelsschiffe. Betroffen waren in den vergangenen Tagen auch mehrere Schiffe in Schwarzmeer-Wirtschaftszonen des Nachbarlandes Bulgarien. Beide Länder verlangen deswegen von der Nato mehr Unterstützung für die Sicherheit im Schwarzen Meer. Im rumänischen Luftraum werden seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die benachbarte Ukraine immer wieder Drohnen im Zuge russischer Angriffe auf ukrainische Donauhäfen gesichtet.
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