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Monday, October 26, 2026

Cybertruck auf der A99 gestoppt: Fahrer fehlt der Lkw-Führerschein

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Die Verkehrspolizei hat am Sonntag auf der A99 bei Vaterstetten östlich von München einen Tesla Cybertruck mit polnischer Zulassung angehalten. Beanstandet wurde nicht das Fahrzeug, sondern der Fahrer: Der 50-jährige Schwede hatte nach Angaben der Polizei nicht die Fahrerlaubnis, die für den elektrisch angetriebenen Pick-up nötig ist. Die Beamten untersagten ihm die Weiterfahrt.

Zuständig war die Verkehrspolizeiinspektion Hohenbrunn, die den östlichen Abschnitt der A99 sowie einen Abschnitt der A94 betreut. Über den Fall hatte zunächst der Bayerische Rundfunk berichtet. Dem Münchner Merkur nannte die Inspektion eine zulässige Gesamtmasse von 4200 Kilogramm. Ein Beamter sagte der Zeitung: „Für den Cybertruck ist die Klasse C1 für kleine Lkw nötig.“ Der Wagen bleibt demnach bei der Dienststelle in Hohenbrunn stehen, bis ihn jemand mit passendem Führerschein abholt.

Die deutsche Klasse B deckt Kraftfahrzeuge bis 3500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse ab, C1 schließt sich bis 7500 Kilogramm an. Die 4,2 Tonnen beziehen sich auf das zulässige Gesamtgewicht inklusive Insassen und Ladung, nicht auf ein bei der Kontrolle gewogenes Gewicht. Leer wiegt der Pick-up nach Herstellerangaben rund 3,1 Tonnen. Welche Variante des Cybertrucks unterwegs war, geht aus den Berichten nicht hervor. Paragraf 6 Absatz 3b der Fahrerlaubnis-Verordnung erlaubt mit Klasse B auch bestimmte alternativ angetriebene Fahrzeuge zur Güterbeförderung bis 4250 Kilogramm, sofern ohne Anhänger gefahren wird, der Fahrer B seit mindestens zwei Jahren besitzt, das Mehrgewicht allein auf den (Elektro-)Antrieb zurückgeht und die Ladekapazität nicht über der eines vergleichbaren Verbrenners liegt. Im Falle des gestoppten Cybertrucks dürften ein oder mehrere Kriterien nicht zugetroffen haben.

Dass ein Cybertruck überhaupt legal über deutsche Autobahnen rollen kann, liegt an Paragraf 46 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung: Fahrzeuge aus anderen EU-Staaten dürfen grundsätzlich bis zu einem Jahr am Verkehr teilnehmen, wenn eine gültige ausländische Zulassung vorliegt, sie nicht regelmäßig in Deutschland stationiert und betriebs- sowie verkehrssicher sind. Artikel 35 des Wiener Übereinkommens über den Straßenverkehr verlangt dafür Registrierung und mitgeführte Papiere.

Eine reguläre deutsche Zulassung ist dagegen ausgeschlossen, denn eine EU-Typgenehmigung nach Verordnung (EU) 2018/858 hat der Cybertruck nicht. Als Knackpunkte gelten die starre, kantige Edelstahlkarosserie mit Blick auf die UN-Regelung Nr. 26 zu Außenkanten und -vorsprüngen sowie der Fußgängerschutz nach UN-Regelung Nr. 127 und Verordnung (EU) 2019/2144. Außerdem fehlt dem Cybertruck der für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzer. 2025 lehnte das Bundesverkehrsministerium sogar eine Anfrage der US-Streitkräfte ab und hielt auch eine nationale Einzelgenehmigung für nicht möglich. Für eine Typgenehmigung müsste Tesla wohl Außenkonturen entschärfen, die Front energieabsorbierend auslegen und Anbauteile wie Seitenstufen anpassen. Der Aufwand dürfte sich für Tesla kaum lohnen.

Eine Statistik zu Cybertruck-Einzelzulassungen in der EU existiert nicht. Wired berichtete 2024 über ein Exemplar, das in Tschechien lediglich mit nachträglich aufgeklebten schmalen Gummileisten an den Kanten per nationaler Einzelgenehmigung zugelassen worden sein soll. In den Niederlanden ging laut Regierung bei der Prüfbehörde RDW ein Antrag für einen Cybertruck ein. Ob er bewilligt wurde, ist nicht bekannt. Welches Verfahren Polen für das auf der A99 kontrollierte Fahrzeug angewandt hat, bleibt ebenfalls unklar.

Der Cybertruck ist nicht nur schwer, er ist auch groß: Tesla gibt die Karosseriebreite mit rund 2,20 Metern mit eingeklappten Spiegeln an, mit ausgeklappten Spiegeln sind es etwa 2,4 Meter. Auf einem 3,50 bis 3,75 Meter breiten Autobahnfahrstreifen belegt er mit ausgeklappten Spiegeln bereits rund 64 bis 69 Prozent der Breite.

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