Kings Elliot: «Macklemores Ausschluss ist nicht richtig»

- Rapper Macklemore wurde von Ed Sheerans «Loop»-Tour entfernt, nachdem er bei Auftritten wiederholt pro-palästinensische Aussagen gemacht hatte.
- Mehrere Voracts, darunter Lukas Graham und Finneas, zogen sich aus Solidarität mit Macklemore von der Tour zurück.
- Schweizer Sängerin Kings Elliot stellt sich hinter Macklemore und lobt sein «grosses Herz».
Aufgrund von Pro-Palästina-Aussagen in seinem Set wurde Rapper Macklemore von Ed Sheerans Tour ausgeschlossen. Aus Solidarität zogen sich alle weiteren Voracts, darunter die dänische Band Lukas Graham sowie der US-Künstler Finneas – Bruder von Superstar Billie Eilish – aus der Tour zurück. Auch aus der Schweiz erhält Macklemore Unterstützung.
Sängerin Kings Elliot stellt sich auf Instagram hinter den 43-jährigen Amerikaner. Zu einem Foto mit ihm schreibt die Musikerin: «Ben steht immer für diejenigen ein, die darum kämpfen, gehört zu werden.» Mit Macklemore verbindet sie eine persönliche Geschichte: Sie durfte 2022 seine Tour in Nordamerika eröffnen – so wie es der Rapper für Ed Sheeran tat.
Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt die Sängerin den Post weiter: «Ich finde seinen Ausschluss nicht richtig. Sich für die Freiheit, die Würde und das Überleben der Menschen in Palästina einzusetzen, muss auch auf einer Bühne möglich sein.» Kings Elliot habe das Video seines Auftritts gesehen und seine Botschaft als Friedensaufruf verstanden. «Diesen Einsatz unterstütze ich. Für mich gehören Solidarität mit den Menschen in Palästina und der Einsatz für die Sicherheit jüdischer Menschen zusammen.»
Kings Elliot ist enttäuscht von Ed Sheerans Umgang
Die Sängerin ist in erster Linie gegen Krieg und für Frieden. Das Leid der palästinensischen Bevölkerung berühre sie zutiefst. «Genauso klar ist für mich: Antisemitismus hat keinen Platz! Niemals, egal von wem er kommt. Jüdische Menschen müssen frei und sicher leben können. Sie dürfen nicht für das Handeln der israelischen Regierung verantwortlich gemacht werden. Gleichzeitig darf Solidarität für die Menschen in Palästina nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt werden.»
Ed Sheerans Umgang mit der Situation enttäuscht Kings Elliot. «Ed hat erklärt, dass die endgültige Entscheidung bei den Veranstaltern und Stadionbetreibern lag, aber ich kenne die Gespräche hinter den Kulissen nicht. Trotzdem hätte ich mir von ihm eine deutliche öffentliche Haltung gegen Macklemores Ausschluss gewünscht.»
«Die Veranstalter haben eine Verantwortung.»
Sie versteht, dass sicher viel Druck auf dem Briten liegt. «An einer Tour hängen schliesslich viele Menschen: Fans, die sich auf die Konzerte freuen, und ein Team, das damit seinen Lebensunterhalt verdient. Eine Absage nimmt man nicht einfach so in Kauf. Aber auch die Veranstalter haben eine Verantwortung gegenüber diesen Menschen, wenn sie mit Absagen drohen», meint sie.
Wenn sie selbst in der Situation wäre, würde sie das Gespräch mit den Veranstaltern suchen. «Wenn jemand friedlich für die Freiheit und Sicherheit der Menschen in Palästina einsteht, darf das allein kein Grund sein, mit Konzertabsagen zu drohen», sagt Kings Elliot und fügt an: «Ich hoffe, dass ich auch unter so viel Druck den Mut hätte, bei meiner Haltung zu bleiben.»
«Free Palestine»-Statements auf der Bühne
Macklemore machte am Montag auf Instagram publik, dass er nicht mehr Teil von Ed Sheerans «Loop»-Tour sein werde. Hintergrund sind die wiederholten Äusserungen des 43-Jährigen zum Krieg in Gaza auf der Bühne. Auch seine beiden Auftritte am 4. und 5. September in Ed Sheerans (35) Vorprogramm im MetLife Stadium in New Jersey nutzte Macklemore, um unter anderem «Free Palestine» ins Stadion zu rufen.
Während seines Protestsongs «Hind’s Hall» zeigte er zudem Bilder der Zerstörung durch israelische Militärangriffe in Gaza. Daraufhin wurden Forderungen laut, ihn aus dem Line-up der Tour zu streichen.
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Macklemore greift Ed nicht an
In seinem Statement schreibt Macklemore, er und Sheeran hätten in der vergangenen Woche «einige schwierige Gespräche» geführt, Gespräche, «die in Liebe und Respekt füreinander wurzeln und trotzdem an einem Punkt fundamentaler Uneinigkeit enden».
Sheeran selbst greift er nicht an. «Aber wie ich Ed am Telefon mehrfach gesagt habe: Unsere Freundschaft kann nichts an meiner Verantwortung ändern, die Wahrheit über das zu sagen, was passiert ist.»
Ed Sheeran verteidigt sich
Sheeran äusserte sich kurz darauf auf Instagram selbst. Der Brite schreibt, dass er «entsetzt über den Konflikt zwischen Israel und Palästina» und das Leid sowie der Schmerz auf beiden Seiten «eine menschliche Tragödie» sei. Er habe seine persönlichen Ansichten und nur weil er öffentlich nicht darüber spreche, heisse dies nicht, dass er diese nicht habe oder dass es ihm egal sei.
Laut Sheeran gibt es einen Grund dafür, dass er sich nicht politisch äussert. Er erreiche etwa viele junge Menschen, oftmals Kinder, und wer zu seinen Shows komme, erwarte keine Politik. Der Sänger wolle seine Plattform als «Ort der Sicherheit und Zufluchtsstätte» verstanden wissen, als Ort der Diplomatie und offener Gespräche. Er habe über die vergangene Woche versucht, Brücken zu bauen und eine Lösung zu finden. Das sei ihm allerdings nicht gelungen.
Nicht er habe entschieden, sondern die Promoter und die Veranstaltungsorte. Der 35-Jährige hat dennoch innerhalb von 24 Stunden rund 200’000 Instagram-Follower verloren. Am Montag folgten dem britischen Sänger dort noch 47,6 Millionen Menschen, inzwischen weist sein Profil 47,4 Millionen Abonnenten aus, wie die britische «Daily Mail» berichtet. Gleichzeitig haben sich sämtliche verbliebenen Vorgruppen von seiner «Loop»-Tour zurückgezogen.
Mit Material von Spot On.
Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People und arbeitet seit Oktober 2022 bei 20 Minuten. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».
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