Verbrenner-Ende: Subaru will ab Ende 2027 nur noch E-Autos in Europa verkaufen
Der deutsche Bundeskanzler Merz und der französische Präsident Macron wollen die CO₂-Flottengrenzwerte in der EU abschwächen. Nach ihrem am 16. Oktober vorgelegten gemeinsamen Vorschlag sollen Hersteller die Flottenemissionen ab 2035 nur noch um 90 statt 100 Prozent senken müssen. Der Ansatz bleibt „technologieoffen“: Wie ein Hersteller oder Importeur den Grenzwert einhalten möchte, bleibt ihm überlassen. Derzeit gilt der batterieelektrische Antrieb als der preiswerteste Weg. Mangels Skaleneffekten können Marken mit kleinen verkauften Stückzahlen ihren Anteil mit Verbrennungsmotoren am schlechtesten kompensieren.
Subaru ist so eine kleine Marke und will in Europa spätestens gegen Ende 2027 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkaufen. Subaru Deutschland hat das einem Medienbericht zufolge auf Nachfrage bestätigt. Vom Modellprogramm der japanischen Marke bleiben dann hierzulande nur drei Elektroautos übrig: der Solterra, der Uncharted und der elektrische Kombi E-Outback. Damit endet für europäische Neuwagenkäufer die Ära des Boxermotors, der in Verbindung mit einer ausgefuchsten Allradmechanik seit Jahrzehnten zum Markenkern von Subaru gehört.
Die Information stammt aus einem Bericht von auto motor und sport vom 16. Oktober, eine öffentlich zugängliche schriftliche Stellungnahme des Importeurs lässt noch auf sich warten. Die letzte Pressemitteilung von Subaru Europe zur Elektropalette vom Juli 2025 kündigte die drei E-Autos noch ausdrücklich als Ergänzung an, die „neben“ den damaligen Boxer-Modellen auf den Markt kommen sollten.
Outback zuerst, die e-Boxer folgen 2027
Den Anfang macht laut dem Bericht der aktuelle Outback mit 2,5-Liter-Saugboxer und 124 kW, der noch in diesem Jahr aus dem Angebot verschwinden soll. Impreza, Crosstrek und Forester, die einen mild hybridisierten Zweiliter-Boxer mit 100 kW haben, sollen im Laufe des Jahres 2027 folgen. Einen konkreten Bestellschluss für die einzelnen Baureihen nennt der Bericht nicht.
Produktionsende und Verkaufsende fallen dabei nicht zusammen. Bereits im Juli hatte das Portal Autonotizen berichtet, dass die Fertigung des europäischen Outback 2.5i ebenso ausgelaufen sei wie die der Mildhybridvarianten von Impreza, Crosstrek und Forester für Europa. Importeur und Händler hätten jedoch vorbestellt und könnten die aktuelle Nachfrage aus Beständen bedienen. Wer noch einen neuen Subaru mit Boxermotor kaufen will, ist auf Lagerfahrzeuge angewiesen und sollte beim Händler nachfragen, was noch verfügbar ist.
Regulierung trifft kleine Stückzahlen
Als Gründe nennt der Bericht die CO₂-Flottengrenzwerte der EU sowie vorgeschriebene Assistenz- und Sicherheitssysteme, die Homologation und Verkauf gerade für kleinere Hersteller erschweren. Die Abgasnorm Euro 7 taucht in einem anderen Zusammenhang auf: Laut Autonotizen will Subaru erst über einen Vollhybridantrieb für Europa entscheiden, wenn die Details der neuen Vorgaben feststehen. In den USA bietet Subaru Crosstrek und Forester bereits als 2,5-Liter-Vollhybride mit 145 kW an, konkrete Pläne für Europa gibt es nicht. Zahlen zu Homologations- oder Anpassungskosten hat Subaru nicht veröffentlicht.
Die Größenordnungen erklären den Druck dennoch: Für das Geschäftsjahr 2025 weist Subaru in Europa 23.000 verkaufte Fahrzeuge aus, in Deutschland kam die Marke 2024 auf 4510 Neuzulassungen. In den USA setzte Subaru 2025 rund 644.000 Autos ab. Entwicklungs-, Prüf- und Zulassungskosten verteilen sich in Europa also auf wenige Fahrzeuge.
Subarus Europachef David Dello Stritto formulierte es gegenüber dem britischen Magazin Autocar deutlich: „Wir haben keine Wahl. Wir müssen so schnell wie möglich von dem, was wir heute haben, auf eine rein batterieelektrische Modellpalette in Europa umsteigen.“ Der Fall zeigt, wie Flottenziele und Zulassungsauflagen bei Nischenmarken ganze Baureihen unwirtschaftlich machen können, auch ohne ein ausdrückliches Verbrennerverbot.
Drei Stromer aus der Toyota-Kooperation
Die verbleibenden Elektroautos teilen wesentliche Technik mit Toyota, Subarus größtem Anteilseigner und Kooperationspartner. Den Solterra (Test) und den Toyota bZ4X haben beide Konzerne gemeinsam entwickelt, wobei Toyota die Elektrifizierung beisteuerte und Subaru vor allem Allradantrieb, Fahrwerk und Karosseriestruktur. Der Uncharted ist mit dem Toyota C-HR+ verwandt, der E-Outback mit dem bZ4X Touring. Subaru vermarktet die Basis als e-Subaru Global Platform und betont eigene Abstimmungen bei Fahrwerk und Lenkung, den Geländemodus X-Mode sowie 210 mm Bodenfreiheit. Eine vollständige Aufstellung, welche Komponenten Toyota beisteuert, gibt es nicht.
Der E-Outback leistet 280 kW, hat eine 74,7-kWh-Batterie und kommt nach WLTP auf 526 km Reichweite. An der Schnellladesäule lädt er mit bis zu 150 kW. Der Solterra bringt es auf 252 kW und hat einen 73,1-kWh-Akku. Den Uncharted gibt es mit Front- oder Allradantrieb, die Frontantriebsversion mit 77 kWh soll bis zu 592 km weit kommen. Ob es dauerhaft bei drei Elektrobaureihen bleibt, ist offen. Global strebt Subaru bis 2030 einen BEV-Anteil von 50 Prozent an, räumt aber selbst ein, dass sich das Ziel wegen des langsameren E-Auto-Wachstums nach hinten verschieben könnte. Zusätzliche Modelle für Europa hat der Hersteller bislang nicht angekündigt.
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