Montag: Hürden für neue KI-Rechenzentren, Forderung nach mehr Verfassungsschutz
KI ist in den USA der größte Boom aller Zeiten, doch der Bau von Rechenzentren stockt. Das liegt nicht nur an Blockaden von Gemeinden, die recht weitreichende Regeln aufstellen können. Auch das Geld fließt nicht mehr so schnell. In Deutschland will der Bundesrat den Verfassungsschutzbehörden direkten Zugriff auf das Fahrerlaubnisregister ermöglichen, um Gefährdungsanalysen zu verbessern. Denn viele Fahrzeuge werden heutzutage gemietet, sodass das Halterregister nicht mehr ausreicht. Derweil zieht auch der Schöpfer vom Grüffelo nach OpenAI-Klagen deutscher Verlage in Erwägung, gegen generative Künstliche Intelligenz vor Gericht zu ziehen. Denn KI-Modelle erzeugen auf Anfrage täuschend echte KI-Fakes des Kult-Monsters – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Für die wirtschaftliche Zukunft der USA wird so viel in Künstliche Intelligenz investiert wie bei keiner anderen neuen Infrastruktur zuvor. Doch die Goldgräberstimmung ist vorbei, denn aus einer Vielzahl von Gründen kommt vor allem der Bau und Ausbau von KI-Rechenzentren nicht so schnell voran, wie sich die Unternehmen das wünschen. Dabei steht außer Frage, dass KI ein enorm vorangetriebener Boom ist. Statistiken zeigen, dass noch nie ein so großer Anteil des Bruttoinlandsprodukts in eine neue Infrastruktur gesteckt wurde wie bei KI. Das Geld dafür fließt aber nicht mehr so schnell und die Möglichkeiten für neue Rechenzentren ergeben sich nicht mehr so selbstverständlich. In diesem Jahr wurden offenbar 47 große Bauvorhaben in den USA entweder verzögert, gestrichen oder blockiert: Bau von KI-Rechenzentren kommt in den USA ins Stocken.
Der Bundesrat drängt auf eine spürbare Erweiterung der Befugnisse der Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern. Konkret drängt die Länderkammer darauf, den Inlandsgeheimdiensten den direkten Zugriff auf das zentrale Fahrerlaubnisregister zu ermöglichen. Die Verfassungsschutzbehörden sammeln und werten Informationen über verfassungsfeindliche oder sicherheitsgefährdende Bestrebungen aus. Schon jetzt können sie in diesem Rahmen auf diverse behördliche Register zugreifen. Doch bei den Fahrerlaubnissen stoßen sie bislang an rechtliche Grenzen, denn das ist im Wesentlichen den Strafverfolgungsbehörden vorbehalten. Wenn potenzielle Gefährder aber Miet- und Carsharing-Angebote nutzen, wird die Beobachtung erschwert. Deshalb fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, zeitnah einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen: Bundesrat will Verfassungsschutz Zugriff auf Fahrerlaubnisregister geben.
Axel Scheffler, der bekannte Illustrator der Kult-Kinderbuchfigur Grüffelo, zieht in Erwägung, in den juristischen Kampf gegen die großen Technologiekonzerne im Silicon Valley zu ziehen. Angesichts der rasanten Entwicklung generativer KI-Systeme und täuschend echter KI-Fakes zeigt sich der Zeichner alarmiert. Bitten Nutzer einen Chatbot wie ChatGPT um ein Bild des monsterhaften Waldbewohners, liefert die Software binnen einer Minute Ergebnisse, die unverkennbare Ähnlichkeiten mit dem Original aufweisen. Daher erwägt der Grafiker ernsthaft eine Klage. Dafür würde er sich am liebsten mit anderen Kunstschaffenden zusammenschließen, um gemeinsam vor Gericht zu ziehen. Entsprechende Gespräche über eine institutionelle Unterstützung soll er bereits mit seinen Verlagen führen. Ferner suche er noch juristische Beratung bezüglich der KI-Kopien des Grüffelo: Illustrator Axel Scheffler will gegen Betreiber klagen.
Rund 15 Jahre nach der bundesweiten Einführung von E10-Sprit könnte bald der nächste Schritt zu E20 kommen – zumindest, wenn es nach Verkehrsminister Steffen Bilger geht. „Zurzeit setze ich mich mit meinem französischen Amtskollegen dafür ein, dass wir die Beimischung von Biokraftstoffen erhöhen“, sagte der Christdemokrat auf die Frage, wie er dem Klimaschutz stattdessen Rechnung tragen wolle. „Da gäbe es beispielsweise E20 an den Zapfsäulen.“ Die Bezeichnungen E5 und E10 geben den maximalen Anteil von Bioethanol am Benzin an. 20 entspräche einer maximalen Beimischquote von 20 Prozent. Bilgers Initiative steht im Zusammenhang mit dem jüngsten deutsch-französischen Vorstoß gegen ein striktes Verbrenner-Aus zum Jahr 2035: Aus für Verbrenner-Aus könnte E20 an die Tankstelle bringen.
Am ersten Bestelltag für das iPhone Duo war Apples neues Falthandy innerhalb von Minuten ausverkauft. Zwar nimmt das Unternehmen über seine Webseite auch weiterhin Vorbestellungen an, mittlerweile wird die Lieferung aber erst für Ende Januar versprochen. Auch bei den Mobilfunkprovidern sieht es nicht besser aus. Ob die knappe Verfügbarkeit an einer wirklich hohen Zahl von Bestellungen oder zu wenig vorproduzierten Geräten liegt, lässt Apple offen. Mehrere US-Medien zitieren jedoch aus einer von Apple verbreiteten Mitteilung, laut der die Nachfrage „schlichtweg außergewöhnlich“ sei. Auch diese Formulierung lässt die Umstände der Knappheit offen. Man freue sich aber darauf, so Apple weiter, weltweit Kunden in Apple Stores zu begrüßen, damit diese „das iPhone Duo erleben“ könnten. Ob man es dort dann auch direkt kaufen kann, wird nicht erwähnt: Nachfrage nach Apple iPhone Duo „schlichtweg außergewöhnlich“.
Auch noch wichtig:
- Plötzliche Tempolimits für Satellitensignale haben die ukrainische Abwehr behindert. Die EU berät über Alternativen. Die Sorge über fatale Abhängigkeit geht um, nachdem gedrosseltes Starlink Europa aufrüttelt: Musks geopolitischer Hebel.
- Auracast verbreitet sich zunehmend, auch als Hörhilfe – doch Bedienung, Latenz und Hürden bei der Entwicklung bremsen die Technik noch, heißt es im Missing Link: Barrierefreiheit mit Bluetooth – wie weit ist Auracast wirklich?
- Der neue „Street Fighter“-Film ist richtig dumm. Offenbar wissen das auch alle Beteiligten. So entsteht vielleicht kein großes Kino, aber ein großer Spaß bei „Street Fighter“ im Kino: Eine Achterbahnfahrt ins Nirgendwo.
- Drei neue Android-Versionen hatte Sony 2024 für sein Mittelklasse-Smartphone versprochen. Daraus wird nun nichts: Sony streicht Android 17 für Xperia 10 VI.
- Trotz viel Kritik aus Sicherheits- und Datenschutzkreisen: Eigentlich startet die d-you mit ziemlich guten Voraussetzungen. Das jetzt bitte nicht verschenken, heißt es in unserem Kommentar: Bei der d-you jetzt nicht anfangen aufzuhören!
- Hacker dringen in das E-Mail-Konto der Heilbronner CDU ein und verschicken von dort Tausende Phishing-Nachrichten – auch an den Bundeskanzler Friedrich Merz. Es ist ein Phishing-Angriff auf Merz und viele andere: CDU-Mailkonto in Heilbronn gehackt.
- Zwischen Deutschland und Dänemark wird ein Tunnel gebaut. Nach einem Cyberangriff können nun die Arbeiten am Fehmarnbelt schrittweise wie geplant weitergehen: Arbeiten am Belttunnel laufen nach Cyberangriff wieder an.
- „Valor Mortis“ ist ein Soulslike aus der Ego-Perspektive mit Napoleons Zombie-Truppen. Das Spiel wagt viel, verkauft sich aber schlecht. Wir haben „Valor Mortis“ im Test: Napoleonisches Soulslike aus der Ego-Perspektive.
- Unsere Auswahl zeigt das ganze Spektrum der Fotografie: von Porträt und Pilzen bis zu Brücken und Berggipfeln – alles in Schwarz-Weiß. Das sind die Bilder der Woche 42: Schwarz-Weiß konsequent.
- Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Postgres, Node.js, PyPy, Python, Crystal, pnpm, Eclipse Theia, Symfony, CouchDB und List & Label. Das sind die aktuellen Developer-Häppchen: Was Postgres 19, Python 3.16 und Symfony 8.2 Neues bringen.
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