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Saturday, September 19, 2026

Werder feiert Gänsehaut-Comeback: Gladbachs Albtraum verlängert sich torreich, HSV bricht den Bann

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Borussia Mönchengladbach setzt seinen Albtraum-Start in die neue Saison der Fußball-Bundesliga fort und verliert weiter. Ex-Nationalstürmer Niclas Füllkrug arbeitet dagegen weiter an seinem Werder-Märchen. Und dann wird es fast schmalzig.

Borussia Mönchengladbach - 1. FSV Mainz 05 3:4 (1:2)

Kein Cheftrainer, null Punkte und jetzt sogar Tabellenletzter: Die Krise bei Borussia Mönchengladbach hat sich durch die vierte Pleite im vierten Saisonspiel weiter verschärft. Das 3:4 (1:2) gegen Mainz 05 bedeutet den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte, sechs Tage nach der Entlassung von Eugen Polanski ist kein Ende der Talfahrt in Sicht.

Tore von Phillip Tietz (18.), Sheraldo Becker (45.+1), Eric Martel (78.) und Danny da Costa (89.) sorgten für den nächsten K.o. der Borussia, die vom Ex-Mainzer Jan-Moritz Lichte interimistisch betreut wurde. Gladbach reichten Treffer durch Rückkehrer Florian Neuhaus (11.), Isac Lidberg (59.) und Shuto Machino (90.+5, Handelfmeter) nicht, um die eklatanten Schwächen in der Abwehr auszugleichen. Kevin Diks scheiterte zudem mit einem weiteren Handelfmeter (57.).

Sportchef Rouven Schröder muss bis zum Derby beim 1. FC Köln (11. Oktober) einen neuen Heilsbringer finden. Immerhin: Bei der Suche ist die Borussia weit fortgeschritten. "Wir haben mittlerweile einen klaren Favoriten", sagte Schröder vor der Partie. Die Namen Horst Steffen und Christian Titz schloss er aus.

Gegen seinen Ex-Klub Mainz gab Lichte noch den Platzhalter - und er sorgte gleich für eine Überraschung: Ex-Nationalspieler Neuhaus, bei der Borussia eigentlich schon auf dem Abstellgleis, stand erstmals seit Januar in der Startelf, die Fans empfingen ihn mit warmem Applaus.

Auf dem Rasen sahen die 50.000 Zuschauer eine um Sicherheit und Fehlervermeidung bemühte Fohlenelf, Mainz trat dem mit hohem Pressing entgegen. Etwas glücklich ging die Borussia in Führung: Lukas Ullrich zog ab, Neuhaus fälschte den Ball unhaltbar für Ersatzkeeper Alexander Schwolow ab und erzielte sein erstes Tor seit Mai 2024. Schwolow ersetzte den verletzten Stammtorhüter Robin Zentner.

Die Antwort kam prompt - und zeigte die großen Abwehrprobleme der Gladbacher auf. Becker hatte im Strafraum zu viel Platz und bediente Tietz, der Joe Scally abgeschüttelt hatte und nur noch einschieben musste. Auch in der Folge wackelte die Defensive bedenklich.

Mainz, im ersten Auswärtsspiel 5:0-Sieger gegen den Hamburger SV, nutzte die Lücken noch vor der Pause zur Führung, als Becker einen Kopfball in den Winkel setzte. Die Gladbacher Nordkurve reagierte mit "Wir woll'n euch kämpfen sehen"-Gesängen.

Das passierte im zweiten Durchgang auch: Erst setzte Diks einen Handelfmeter nach Videobeweis an den Pfosten, zwei Minuten später erzielt Lidberg sein erstes Tor für die Fohlen. Der Schwede war für den gesperrten Kapitän Tim Kleindienst in die Startelf gerückt.

Interimscoach Lichte trieb seine Mannschaft nun an der Seitenlinie immer wieder an. Der 46-Jährige hatte Mainz Ende 2020 in zwölf Pflichtspielen trainiert, dabei aber nur einen Sieg geholt. Martels später Treffer per Kopf war der nächste Tiefschlag.

Hamburger SV - 1. FC Köln 2:1 (1:0)

Erste Tore, erste Punkte - der Bann ist gebrochen: Der Hamburger SV hat seinen ersten Saisonsieg gelandet. Am Tag nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Merlin Polzin gewannen die Norddeutschen gegen den 1. FC Köln mit 2:1 (1:0) und verließen das Tabellenende.

Nicolas Capaldo kurz vor der Pause (44.) und der eingewechselte Yussuf Poulsen kurz nach dem Seitenwechsel (50.) trafen im ausverkauften Volksparkstadion und machten den Horrorstart in die Saison vergessen. Der Anschluss von Ragnar Ache (90.) kam zu spät. Die Hamburger hatten ihre ersten drei Spiele verloren und dabei zwölf Gegentreffer kassiert. Köln spielte vor 57.000 Zuschauern an der Elbe eine überlegene erste Halbzeit, nutze aber seine Chancen nicht und geht mit vier Punkten in die Länderspielpause. 

Die Kameras waren am Samstagnachmittag natürlich erstmal auf Polzin gerichtet. 24 Stunden nach Veröffentlichung seiner Vertragsverlängerung wollte der 35-Jährige mit seinem Team nach schweren Wochen unbedingt für positive sportliche Schlagzeilen sorgen. Es sei nun "wichtig", sagte Polzin vor dem Anpfiff bei Sky, "dass der absolute Fokus jetzt dem gilt, was auf dem Rasen stattfindet".

Dort ging für den HSV allerdings zunächst nicht viel. Nach der Gegentor-Flut der vergangenen Wochen wirkten die Hamburger zunächst zögerlich, standen tief und waren darauf bedacht, hinten nichts zuzulassen. Die Folge: Köln hatte in der ersten Halbzeit 70 Prozent Ballbesitz und kam immer wieder in aussichtsreiche Abschlussposition. Und so war es vor allem Keeper Daniel Heuer Fernandes zu verdanken, dass die Gastgeber nicht in Rückstand gerieten.

Nach Versuchen von Thijs Dallinga aus spitzem Winkel ans Außennetz (6.) und einem abgefälschten Kopfball von Luka Lochoshvili nach einer Ecke (19.) stand der HSV-Torhüter gleich drei Mal goldrichtig. Erst tauchte Heuer Fernandes bei Schüssen von Mikey Moore (26.) und Said El Mala (37.) ab, dann fuhr er bei einem Dallinga-Kopfball aus fünf Metern reaktionsschnell die rechte Pranke aus (38.).

Und der HSV? Der brauchte über eine halbe Stunde für seinen ersten Torschuss - und ging noch vor der Pause dennoch in Führung. Capaldo stieg bei einem Eckball am höchsten, köpfte aus rund fünf Metern ein und ließ den Volkspark zum ersten Mal an diesem Nachmittag beben.

Kurz nach der Halbzeit legten die Hausherren direkt nach. Während Köln den möglichen Ausgleich in Person von Moore, der den Ball aus acht Metern freistehend über das Tor drosch, liegen ließ, schlug der HSV eiskalt zu.

Nach einem Konter über links verwertete der zur Pause eingewechselte Poulsen die Hereingabe von Albert Grönbaek zum 2:0. Köln mühte sich, viel mehr als ein Versuch von El Mala, den Heuer Fernandes per Fußabwehr parierte (52.), brachte die Mannschaft von Coach René Wagner aber nicht zustande. Ein abgefälschter Schuss von El Mala touchierte den Außenpfosten (75.). Ache ließ den FC per Kopfballtreffer nochmals hoffen.

SV Werder Bremen - FC Augsburg 2:2 (0:1)

Wilder Comeback-Sieg gegen formstarke Augsburger: Werder Bremen hat vor der Länderspielpause ein echtes Ausrufezeichen gesetzt und dem FCA die erste Saisonniederlage zugefügt. Das Team von Trainer Daniel Thioune setzte sich nach Zwei-Tore-Rückstand dank einer Energieleistung noch 3:2 (0:1) gegen die Elf von Manuel Baum durch und schob sich in die obere Tabellenhälfte vor. 

Marco Grüll (66.), Niclas Füllkrug (86.) und der so lange verletzte Mitchell Weiser (90.+2) trafen für die Hanseaten, die nun sehr ordentliche sieben Punkte nach vier Partien vorweisen können und damit zu den Gästen aufschlossen. Die bayrischen Schwaben, die durch Robin Fellhauer (18.) und Calvin Brackelmann (58.) auf Siegkurs schienen, hatten der Wucht der Hanseaten letztlich nicht genug entgegenzusetzen und wurden von Werder unsanft auf den Boden Tatsachen befördert.

Die sichtbar selbstbewussten Augsburger übernahmen im ausverkauften Weserstadion zunächst die Initiative, Werder lauerte auf Umschaltchancen und wurde zuerst gefährlich. Chuki prüfte mit einem Freistoß den von Bundestrainer Jürgen Klopp nominierten Finn Dahmen im FCA-Tor, der unter Zuhilfenahme des Pfostens parierte (6.). Als die Grün-Weißen danach offensiver wurden, schlug schnell Augsburg zu.

Baum, der in Hennes Behrens einen zweiten angehenden Nationalspieler in der Startelf aufbot, klatschte hocherfreut mit seinem Staff ab. Doch der Erfolgscoach der Gäste beobachtete auch, dass sich Werder schnell berappelte. Immer wieder suchte das Team von Daniel Thioune Sturmspitze Niclas Füllkrug für Ablagen oder auch eigene Abschlüsse - in der ersten Hälfte fehlte wie beim Kopfball in der 42. Spielminute aber das finale Quäntchen Durchschlagskraft. 

Trainerikone Thomas Schaaf riet Werder in der Halbzeitpause bei Sky dann noch "mutiger zu sein" und mit größerem Nachdruck nach Lücken im Augsburger Defensivverbund zu suchen - kein einfacher Auftrag angesichts der Kompaktheit der Fuggerstädter. Doch die Thioune-Elf schien Schaaf zugehört zu haben und begann mit wuchtigen Angriffswellen. Baum reagierte schnell und wechselte dreimal. 

Das 0:2 tat den bemühten Bremern dann enorm weh, sie steckten aber weiter nicht auf. Direkt nach dem Anschlusstreffer hatte Werder mehrere Großchancen zum Ausgleich - erst vergab Füllkrug, dann der eingewechselte Mitchell Weiser (67., 68.). Auch in der Folge konnte sich Augsburg-Keeper Dahmen immer wieder auszeichnen.

Doch in der Schlussphase war Dahmen gegen drei wuchtige Abschlüsse machtlos, und das Weserstadion wurde zum Tollhaus.

Eintracht Frankfurt - SC Freiburg 2:2 (2:1)

Der Spitzenreiter-Fluch hält an: Der SC Freiburg hat die Tabellenführung mal wieder nach nur einem Spieltag abgegeben. Das Team von Julian Schuster kam beim Angstgegner Eintracht Frankfurt nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus und muss damit zumindest den FC Bayern vorbeiziehen lassen. Es blieb damit auch beim vierten Mal nur eine einwöchige Stippvisite an der Tabellenspitze, nie konnten die Breisgauer als amtierender Spitzenreiter ein Spiel gewinnen.

Die für die deutsche Nationalmannschaft berufenen Younes Ebnoutalib (10.) sowie Jonathan Burkardt (36.) schockten die Freiburger, doch Derry Scherhant (34.) und Yuito Suzuki (48.) retteten zumindest das Remis. Frankfurt blieb damit im neunten Duell in Serie mit dem Sport-Club ungeschlagen, Keeper Noah Atubolu zeigte gegen seinen Ex-Klub eine ordentliche Vorstellung. Die SGE liegt mit fünf Punkten im Mittelfeld der Tabelle, die Freiburger sind gleichauf mit den Bayern fünf Zähler voraus.

Besonders im Blickpunkt stand am Samstag Atubolu, der im Sommer aus Freiburg an den Main gewechselt war. "Den einen oder anderen Tipp" habe er von seinem Torhüter zum Gegner erhalten, erzählte Trainer Adi Hütter. Unter der Woche war Atubolu ebenso wie seine Teamkollegen Burkardt und Ebnoutalib für die deutsche Nationalmannschaft nominiert worden, auch die Freiburger Philipp Treu, Max Rosenfelder, Scherhant und Yannik Engelhardt gehören zum XXL-Kader.

Mit Scherhant war es auch einer der potenziellen Neu-Nationalspieler, der einen ersten gefährlichen Warnschuss absetzte (4.). Der Sport-Club riss gleich die Spielkontrolle an sich, fing sich aber einen perfekten Konter ein. Nach toller Kombination über Burkardt und Ritsu Doan musste Ebnoutalib nur noch ins leere Tor einschieben. Mit der Führung im Rücken ließ die Eintracht den Gegner kommen, lauerte aus dem zeitweise tiefstehenden Abwehrblock auf Umschaltchancen.

Diese ergaben sich allerdings kaum einmal, stattdessen sorgte Freiburg immer wieder für Gefahr. Atubolu parierte noch stark gegen Maximilian Eggestein (23.) und Jan-Niklas Beste (30.), ließ dann aber den Flachschuss von Scherhant durchrutschen. Doch Burkardt brachte die Eintracht nach einer Ecke sogleich wieder in Front. Diesen Vorsprung rettete das Team von Adi Hütter in die Pause, weil Scherhant per Freistoß am Pfosten scheiterte (45.).

140 Sekunden nach der Halbzeit war die Führung doch verspielt, Suzuki versenkte eine Maßflanke von Scherhant volley. Fortan spielten beide Teams mutig nach vorne, es ergaben sich Chancen auf beiden Seiten. Für Frankfurt vergaben Burkardt (64.) und Can Uzun (69.) Hochkaräter, bei Freiburg scheiterten Jordi Makengo (59.) und Engelhardt (73.).

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