Öko-Test prüft Präparate für Frauen in den Wechseljahren
Viele Frauen nutzen in den Wechseljahren rezeptfreie Arznei‑ oder Nahrungsergänzungsmittel gegen Beschwerden. Öko‑Test hat 23 Präparate unter die Lupe genommen.
24.09.2026 | 0:36 minSchweißausbrüche und Hitzewallungen sind nur einige Beschwerden, die Frauen während der Wechseljahre erleben. Die Palette an rezeptfreien Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln auf pflanzlicher Basis, die Linderung versprechen, ist groß. Was aber hilft wirklich?
Öko-Test ist für die Oktober-Ausgabe dieser Frage nachgegangen und hat 23 Produkte - sechs pflanzliche Arzneimittel und 17 Nahrungsergänzungsmittel - gemeinsam mit den Gutachtern Professor Manfred Schubert-Zsilavecz und Dr. Mario Wurglics auf den Prüfstand gestellt.
Die Wechseljahre sind für viele Frauen nicht nur eine starke körperliche, sondern auch psychische Belastung. Doch woher kommen Depressivität und Schlafstörungen und was kann man dagegen tun?
17.10.2025 | 5:16 minWirksamkeit von pflanzlichen Arzneimitteln
Die Wirksamkeit der pflanzlichen Arzneimittel bei Hitzewallungen und übermäßigem Schwitzen ist laut Öko-Test gut belegt. Das gelte zum Beispiel für Präparate mit Traubensilberkerze wie Dr. Böhm Traubensilberkerze 6,5 mg Filmtabletten, Gesamtnote "gut". Auch das Präparat Femiloges mit Rhapontikrhabarberwurzel - Gesamtnote "befriedigend" - gehöre dazu.
Grundlage sind produktspezifische Studien und/oder eine Monografie des HMPC-Ausschusses der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Ein "sehr gut" gab es dennoch nicht: Die Zulassungsstudien entsprächen teils nicht mehr den aktuellen wissenschaftlichen Standards, erklärt Öko-Test.
Mehr als die Hälfte aller Frauen entwickelt in und nach den Wechseljahren Bluthochdruck - auch, wenn sie zu keiner Risikogruppe gehören. Der Grund: Ein sinkender Östrogenspiegel.
15.05.2026 | 5:03 minTalkum und weitere unerwünschte Bestandteile
In drei Arzneimitteln fand das Labor unerwünschte Hilfsstoffe wie Talkum. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) schlägt vor, den Stoff als "wahrscheinlich krebserregend" einzustufen. Remifemin Plus enthielt unter anderem Titandioxid. Das Weißpigment ist wegen einer möglichen erbgutschädigenden Wirkung seit 2022 als Lebensmittelzusatz verboten. Öko-Test kritisiert daher den Einsatz in oral einzunehmenden Arzneimitteln.
Umstrittenes Titandioxid
:Titandioxid: Was hinter dem Weißmacher stecktTabletten, Sonnencreme oder Wandfarbe: Hier kann Titandioxid enthalten sein - ein Weißmacher, der stark umstritten ist. Warum der Stoff in der Kritik steht.
von Cornelia Petereit
mit Video3:35
Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel
Nahrungsergänzungsmittel (NEM) dürfen nicht mit einer heilenden, lindernden oder vorbeugenden Wirkung beworben. Sie unterliegen weder einer behördlichen Zulassung noch einer Sicherheitsprüfung; für ihre Qualität sind allein die Hersteller verantwortlich.
Die meisten Produkte enthielten pflanzliche Stoffe, darunter Isoflavone aus Soja oder Rotklee. Öko-Test bat die Hersteller um produktbezogene Studien zum Nutzen. Entweder blieben Antworten aus oder die vorgelegten Daten überzeugten nicht.
Die Gebärmutter erfüllt wichtige Aufgaben - unter anderem bei Menstruation, Schwangerschaft und Geburt. Wie funktioniert sie und was hält sie gesund?
22.09.2026 | 5:06 minEin Evidenzbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) deutet darauf hin, dass täglich mindestens 30 Milligramm Isoflavone Wechseljahresbeschwerden lindern können. Öko-Test sieht den Nutzen entsprechender Präparate für gesunde Frauen daher teilweise belegt. Produkte jedoch, die weniger als 30 Milligramm Isoflavone enthalten, werteten die Tester deutlich ab - wie das von Dr. Kneißl, Gesamtnote "ungenügend".
Überdosis an Wirkstoffen und Vitaminen
Mehrere pflanzliche Wirkstoffe in einem Präparat sieht Öko-Test als kritisch an. Denn mögliche Wechselwirkungen ließen sich meist schwer abschätzen. Produkte mit mehreren maßgeblichen Inhaltsstoffen fielen im Test daher weitgehend durch.
Auch zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe sind laut Öko-Test nicht immer ein Plus. Zwar darf Vitamin B6 mit einer Regulierung der Hormontätigkeit beworben werden. Den für die Wechseljahre typischen Rückgang von Östrogen und Progesteron kann es jedoch weder verhindern noch ausgleichen. Zudem überschritten viele Präparate die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlenen Höchstmengen.
Bei manchen Frauen treten die Wechseljahre weit vor dem 40. Lebensjahr auf. Wenn die Eierstöcke viel zu früh ihre Funktion verlieren, kann das weitreichende Folgen haben.
31.08.2026 | 5:27 minNahrungsergänzungsmittel nicht grundsätzlich empfohlen
Kritik gab es auch für fehlende Warnhinweise: Bei 15 von 17 Präparaten fehlte mindestens eine von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit oder dem Bundesamt für Risikobewertung empfohlene Angabe zu möglichen Risiken der Einnahme.
Fachgesellschaften empfehlen Frauen in den Wechseljahren nicht grundsätzlich, bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe einzunehmen. Ein möglicher Mangel sollte vorab ärztlich geklärt werden.
So wurde getestet
Rund neun Millionen Frauen in Deutschland sind betroffen, dennoch sind die Wechseljahre mit ihren Symptomen ein Tabuthema.
18.03.2025 | 28:43 minÜber dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 24.09.2026, ab 09:05 Uhr.
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