Trotz Stiko-Empfehlung: Nur wenige gefährdete Kinder werden gegen Grippe geimpft

Trotz Stiko-EmpfehlungNur wenige gefährdete Kinder werden gegen Grippe geimpft
17.09.2026, 17:15 Uhr
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Kinder und Jugendliche mit einer Grunderkrankung sind bei einer Grippeinfektion besonders gefährdet. Die Ständige Impfkommission empfiehlt deswegen eine Impfung im Herbst. Eine Analyse zeigt nun aber: Neun von zehn betroffenen Minderjährigen sind nicht gegen Grippe geimpft.
Nur etwa jedes zehnte Kind mit einer Grunderkrankung ist in Deutschland gegen Grippe geimpft. Das geht aus einer Auswertung des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor.
Analysiert wurden Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen für die Grippesaisons zwischen 2014/2015 und 2024/2025. Von den schätzungsweise 1,2 Millionen Kindern und Jugendlichen mit einer impfrelevanten Grunderkrankung, für die eine Grippeimpfung empfohlen wird, waren demnach 1,1 Millionen ohne Impfschutz.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeschutzimpfung in erster Linie Menschen im Alter von über 60 Jahren, chronisch Kranken mit Grundleiden, Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen, medizinischem Personal und Pflegekräften sowie Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.
Auch für Kinder ab sechs Monaten und Jugendliche mit bestimmten Grunderkrankungen wie zum Beispiel Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas oder Immundefekte wird die jährliche Grippeschutzimpfung empfohlen. Sie sollte zwischen Oktober und Mitte Dezember erfolgen, bevor die Grippewelle beginnt.
Nach Angaben des RKI sind Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen bei einer Infektion besonders gefährdet. In den vergangenen Jahren entfielen demnach rund 30 Prozent der Krankenhausbehandlungen wegen Influenza auf unter 18-Jährige. Studien aus verschiedenen Ländern zeigen, dass Kinder und Jugendliche mit einer Grunderkrankung deutlich häufiger wegen einer Grippe im Krankenhaus behandelt werden müssen als Gleichaltrige ohne Grunderkrankung.
Eine Schutzimpfung kann laut Stiko schwere Krankheitsverläufe verhindern, die zu Krankenhausbehandlungen, Komplikationen oder Todesfällen führen könnten. Die STIKO empfiehlt die Impfung für betroffene Kinder ab einem Alter von sechs Monaten.
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