SPD überholt AfD überraschend in Umfragewerten

- Die SPD könnte nach 28 Jahren Regierungsverantwortung in Mecklenburg-Vorpommern erstmals unter Druck geraten.
- Laut Umfragen liegen SPD (37 Prozent) und AfD (36 Prozent) praktisch gleichauf – die AfD würde ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppeln.
- Weder eine Fortsetzung der rot-roten Koalition noch ein rot-schwarz-grünes Bündnis hätten laut Umfragen eine klare Mehrheit.
Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte sind in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Darunter erstmals auch 16- und 17-Jährige. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ringt mit der AfD um den Wahlsieg. In einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF lagen die Sozialdemokraten kurz vor der Wahl erstmals vor der AfD.
Die regierende SPD konnte einen lange Zeit gemessenen grossen Abstand zur AfD deutlich verringern und erreicht in den Umfragen 37 Prozent. Die AfD, die in Mecklenburg-Vorpommern offiziell nicht als gesichert rechtsextremistisch gilt, kommt in den Befragungen auf 36 Prozent. Damit würde sie ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppeln.
Das waren die Ergebnisse vor fünf Jahren
Abgeschlagen folgen in den Umfragen die Linke und die CDU. Die Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz erreicht nur noch sechs Prozent. Seit 28 Jahren regiert in Mecklenburg-Vorpommern die SPD mit wechselnden Koalitionspartnern, seit 2021 gemeinsam mit den Linken. Bei der Wahl vor fünf Jahren erzielten die Sozialdemokraten 39,6 Prozent, die AfD bekam 16,7 Prozent. Die CDU erreichte 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent, die Grünen kamen auf 6,3 Prozent und die FDP holte 5,8 Prozent.
Das bedeutet es für die Regierungsbildung
Sofern nach der Wahl am Sonntag mit AfD, SPD, Linkspartei, CDU, Grünen und BSW sechs Fraktionen im Landtag vertreten wären, dürfte die Regierungsbildung schwierig werden. Für eine Fortsetzung der bisherigen rot-roten Koalition könnte es nicht mehr reichen, denkbar wäre ein rot-rot-grünes Bündnis.
Auch Rot-Schwarz-Grün gaben die Umfragen für diese Konstellation nicht her. Mit der AfD will keine Partei koalieren. Das BSW wirbt wiederum wie in Sachsen-Anhalt für eine überparteiliche sogenannte Expertenregierung.
Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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