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Monday, October 19, 2026

COP17 in Armenien: Weltnaturkonferenz startet mit großen Aufgaben

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NASA-Aufnahme: Weltkugel

Stand: 19.10.2026 • 13:08 Uhr

Rund ein Drittel der Land- und Meeresflächen weltweit soll bis 2030 wirksam geschützt sein. Wie das erreicht werden soll, darüber wird ab heute bei der Weltnaturkonferenz COP17 in Armeniens Hauptstadt Jerewan beraten.

Von Stephan Hübner, HR

Es ist eines der 23 Ziele des Weltnaturabkommens, auf das sich vor vier Jahren die fast 200 Vertragsparteien der UN-Konvention über die biologische Vielfalt geeinigt haben: Bis 2030 soll rund ein Drittel der Erdoberfläche unter Schutz stehen. Ob das erreicht werden kann, ist aber nicht sicher.

Über der Weltnaturkonferenz COP17, die heute in Armeniens Hauptstadt Jerewan beginnt, steht deshalb die Frage: Was muss geschehen, damit der Schutz der biologischen Vielfalt endlich schneller und erfolgreicher vorankommt?

Fortschritte kommen nur langsam voran

Bundesumweltminister Carsten Schneider wird nach Jerewan fliegen. Der SPD-Politiker will in der zweiten Konferenzwoche an den Verhandlungen teilnehmen. Einsetzen will er sich nicht zuletzt für die internationale Zusammenarbeit beim Schutz der biologischen Vielfalt. Das erklärte er bereits am vergangenen Freitag im Bundestag. Deutschland werde die internationale Zusammenarbeit verstärken, sagte er dort. "Gerade die Natur macht an den Landesgrenzen nicht Halt, sondern braucht unsere internationale Kooperation."

Für afrikanische Schutzgebiete sagte die Bundesregierung kürzlich 100 Millionen Dollar zu und mobilisierte weitere 200 Millionen von Stiftungen. Zugleich will die Bundesregierung Arten- und Klimaschutz enger verzahnen. Allerdings sind die deutschen Biodiversitätsmittel zuletzt gesunken.

Und auch weltweit geht der Naturschutz zu langsam voran, so Astrid Schomaker, Chefin des UN-Biodiversitätssekretariats. Die Fortschritte fielen bei einzelnen Zielen unterschiedlich aus, erklärte sie. Und: "Sie erfolgen noch nicht in dem Tempo und in dem Umfang, die erforderlich sind, um die Ziele für 2030 zu erreichen."

Manche Lebewesen bisher kaum berücksichtigt

Die langsame Umsetzung zeigt sich besonders dort, wo wirtschaftliche Interessen berührt sind. Auch beim Flächenschutz hapert es: Selbst wenn alle Zusagen erfüllt würden, stünden bis 2030 nicht 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz. Zudem werden manche Lebewesen bislang kaum berücksichtigt - Pilze etwa. Doch das soll sich bei der COP17 ändern. Vorgestellt werde eine neue Schutzstrategie, so die Mykologin Meike Piepenbring von der Uni Frankfurt am Main.

Dass Pilze bisher nicht ausreichend beachtet worden seien, zeigt laut Piepenbring, dass nur etwa ein Prozent der Pilze in der sogenannten Roten Liste, die gefährdete Tier- und Pflanzenarten überwacht, bewertet würden. Dabei sind Pilze unverzichtbar für Böden, Stoffkreisläufe und das Wachstum vieler Pflanzen.

Weitere Mittel benötigt

Doch damit solche Schutzstrategien auch umgesetzt werden können, braucht es Geld. Und daran mangelt es allenthalben. Bis 2030 sollen jährlich mindestens 200 Milliarden Dollar für den weltweiten Naturschutz mobilisiert werden.

UN-Generalsekretär António Guterres fordert deshalb, die Staaten müssten ihre Hilfszusagen einhalten und naturschädliche Subventionen abbauen. Wie schwierig neue Finanzierungswege sind, zeigt der Cali-Fonds: Firmen sollen für die Nutzung genetischer Daten aus der Natur freiwillig zahlen. Bis Anfang Oktober waren erst 6.000 Dollar dokumentiert, seither kam nur eine weitere Zahlung hinzu.

Einzelne Länder könnten Fortschritt blockieren

Jerewan soll nun einen Fahrplan für schnelleren Naturschutz liefern. Ob sich die Staaten darauf einigen, ist offen. Biodiversitätsforscher Yves Zinngrebe vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung betont, bereits ein Land oder kleine Ländergruppen könnten den ganzen Prozess anhalten - "und damit auch das Momentum, das global passiert." Denn bei der Weltnaturkonferenz werden Entscheidungen im Konsens getroffen.

Ob in Armenien nun konkrete Maßnahmen vereinbart werden oder politische Blockaden den Fortschritt verhindern, wird damit auch zu einem Test für die internationale Zusammenarbeit.

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