UBS schmiedet laut US-Medien konkrete Notfallpläne für Wegzug aus der Schweiz

Laut «Wall Street Journal»
UBS schmiedet laut US-Medien konkrete Notfallpläne für Wegzug aus der Schweiz
Die UBS bereitet Insidern zufolge Notfallszenarien für einen möglichen Wegzug aus der Schweiz vor. Wie das Wall Street Journal am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, reagiert das Geldinstitut damit auf drohende Verschärfungen der Eigenkapitalvorschriften durch die Politik.
Publiziert: 05:36 Uhr
- Die UBS prüft laut Insidern Wegzugsszenarien
- Anlass sind TBTF-Pläne nach der CS-Notübernahme
- Sie fürchtet 16 Mrd. Dollar; möglich sind US- oder EU-Deals
Zu den erwogenen Optionen zählen dem Bericht zufolge die Übernahme eines US-Finanzinstituts mit anschliessender Verlegung des Hauptsitzes in die USA, eine Fusion mit einem europäischen Konkurrenten oder der Verkauf an eine US-Bank. Die UBS reagierte ausserhalb der regulären Geschäftszeiten vorerst nicht auf eine Stellungnahme.
Dass sich die UBS gerade jetzt Gedanken über Notfallpläne macht, ist kein Zufall: Im Dezember werden im Parlament die entscheidenden Weichen gestellt. Entscheide, die die Bank – laut ihren Angaben – zu einer Kapitalaufstockung von bis zu 16 Milliarden Franken zwingen könnten.
Und die UBS hat eine harte Gegenspielerin: Im Hintergrund zieht die mächtige Finanzministerin Karin Keller-Sutter (62) die Fäden. Sie musste im Frühling 2023 die Credit Suisse abwickeln. Seither pocht die FDP-Bundesrätin auf maximal strenge Regeln für die letzte Grossbank des Landes. Keller-Sutter will einen weiteren Banken-Crash verhindern.
UBS befürchtet Nachteile gegenüber Konkurrenz
Die UBS betont: Die Regulierungen seien übertrieben und würden die Bank gegenüber der Konkurrenz im Ausland benachteiligen. Doch bisher drang die UBS nicht durch mit ihren Argumenten: Der Ständerat hat im September schon mal sehr harte Regeln beschlossen. Er will 90 Prozent Eigenkapitalunterlegung für die UBS-Auslandbeteiligungen. UBS-freundlichere Ständeräte hatten – vergeblich – auf eine Variante mit 50 Prozent Unterlegung gepocht.
Viel Zeit hat die UBS nicht mehr: Will die Grossbank strenge Regulierungsvorschriften abwenden, muss sie in den kommenden Wochen den Nationalrat überzeugen, dass er den Ständerats-Entscheid noch kippt. Das dürfte nicht einfach sein: Der Nationalrat ist tendenziell weniger bankenfreundlich als der Ständerat. Wegzugsgerüchte könnten den Druck nun erhöhen.
Gerüchteküche brodelt
Ende September hatten bestens informierte Insider gegenüber Blick berichtet, dass mehrere ausländische Grossbanken gegenüber der UBS Interesse an einem möglichen Zusammenschluss signalisiert hätten. Eine gut informierte Quelle meinte sogar, dass mindestens acht global tätige Geldinstitute offen seien, mit der UBS-Spitze Gespräche zu führen.
Welche Banken das sind, liegt noch offen. Auf Finanzportalen werden zum Beispiel Deutsche Bank oder die britische Standard Chartered als mögliche Interessenten erwähnt. Ein Name fällt aber immer wieder: Morgan Stanley. Dazu hat Blick mit Rudolf Minsch (59), Chefökonom beim Wirtschaftsverband Economiesuisse gesprochen. Er warnte: Eine Fusion mit einer US-Grossbank könnte bedeuten, dass Schweizer KMU es noch schwerer haben, an Kredite zu kommen.
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