Abstimmung Kanton Schaffhausen – Doppeltes Nein zu Tempo-30-Beschränkungen

Im Kanton Schaffhausen schickt die Stimmbevölkerung eine Initiative «für flüssigen Verkehr» und einen Gegenvorschlag dazu bachab.
Die Schaffhauser Stimmbevölkerung will nichts von strengeren Regeln für Tempo-30-Zonen wissen. Sowohl die «Verkehrsfluss-Initiative» als auch der sanftere Gegenvorschlag werden deutlich abgelehnt, mit gut 53 beziehungsweise fast 54 Prozent Nein-Stimmen. Noch fehlen die Resultate aus drei Gemeinden, diese vermögen das Ergebnis aber nicht mehr zu ändern.
Stadt-Land-Graben rund um Tempo 30
Auffällig ist das uneinheitliche Bild: Von den 21 ausgezählten Gemeinden stimmen 13 der Initiative zu. Beim Gegenvorschlag sind es sieben Gemeinden, die Ja sagen. Vor allem ländliche Gemeinden befürworten höhere Hürden, um Tempo 30 einzuführen. In den städtischen Gemeinden werden sie hingegen abgelehnt.
Stadt Schaffhausen lehnt beide Vorlagen deutlich ab
Auch die Stadt Schaffhausen hat beide Vorlagen deutlich abgelehnt. Der Schaffhauser Stadtrat hatte sich im Vorfeld gegen die «Bevormundung durch den Kanton» gewehrt. Die Kantonshauptstadt ist besonders von der Abstimmung betroffen, denn sie möchte auf zwei wichtigen Hauptstrassen Tempo 30 einführen.
Die EDU lancierte 2024 die Verkehrsflussinitiative. Sie taxiert Tempo-30-Zonen und bauliche Massnahmen wie Strassenverengungen auf Schaffhauser Hauptstrassen als Hindernis für den Verkehr.
Die Initiative will Tempo 30 auf Hauptstrassen daher faktisch verbieten und innerorts grundsätzlich Tempo 50 sichern. Ausnahmen wären nur mit einer Änderung des kantonalen Strassenrichtplans durch das Kantonsparlament möglich.
Gegenvorschlag des Regierungsrates
Regierungsrat und Kantonsrat erachten die Initiative als zu restriktiv und stellen ihr einen Gegenvorschlag gegenüber. Dieser schränkt Tempo 30 und bauliche Verkehrsberuhigungen ebenfalls ein, lässt sie jedoch in begründeten Ausnahmefällen zu. Zuständig für solche Entscheide wäre das kantonale Tiefbauamt.
Politisch stehen sich die Lager klar gegenüber: EDU und SVP unterstützen die Initiative, FDP und Mitte den Gegenvorschlag. SP, Grüne und GLP lehnen beide Vorlagen ab, weil sie Eingriffe für die Verkehrssicherheit erschweren könnten.
Abstimmungsdossier
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Hier finden Sie News und Hintergründe zu den Abstimmungen vom 27. September 2026.
Verkehrsflussinitiative
Kanton Schaffhausen: Volksinitiative «für flüssigen Verkehr auf kantonalen Hauptstrassen»
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