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Friday, October 2, 2026

USA: Trumps Republikaner unter Druck vor den Midterms

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US-Präsident Trump, im Hintergrund die US-amerikanische Flagge

Zwischenwahlen in den USA Republikaner suchen Abstand zu Trump

Stand: 02.10.2026 • 17:54 Uhr

Den Republikanern drohen bei den bevorstehenden Zwischenwahlen herbe Verluste. Das liegt auch an US-Präsident Trump. Erste republikanische Kandidaten beginnen, sich von ihm zu distanzieren. Wie ist die Lage einen Monat vor der Wahl?

Von Ralf Borchard, ARD-Washington

Donald Trump selbst steht am 3. November eigentlich gar nicht zur Wahl. Doch seit Wochen ruft er seinen Republikanern zu: "Tut so, als stünde ich auf dem Wahlzettel!" Auch beim Parteitag in Dallas wiederholte Trump ein ums andere Mal: "Ich stehe auf dem Zettel."

Historisch gesehen hat Trump gewissermaßen Recht: Zwischenwahlen waren in den USA schon immer auch ein Stimmungstest für den amtierenden Präsidenten - trotz aller Besonderheiten, die es in einzelnen Wahlkreisen und Bundesstaaten gibt.

Doch hilft es den republikanischen Kandidaten, wenn diesmal allein der Präsident im Zentrum des Wahlkampfs steht? Nein, sagt Kyle Kondik, Politikwissenschaftler an der University of Virginia. "Seit Beginn des Iran-Kriegs zeigen Trumps Popularitätswerte nach unten", betont der Wahlforscher.

Lebenshaltungskosten enorm gestiegen

Als Hauptgrund dafür sieht Kondik den Preisanstieg für Lebensmittel und vor allem Benzin. "Im Kern geht es um die Lebenshaltungskosten. Die Inflation war schon bei der letzten Präsidentschaftswahl für die Demokraten das Problem. Jetzt sind die Republikaner am Ruder und müssen dafür büßen."

Die ersten republikanischen Kandidaten beginnen, sich von Trump abzusetzen. Mike Rogers aus Michigan etwa, der um den Neueinzug in den Senat kämpft, sagt in einem Wahlwerbespot: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Preise sinken. Der Krieg mit Iran muss beendet werden, und zwar schnell."

Die Republikanerin Maria Salazar aus Florida, die um den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus kämpft, kritisiert in ihren Wahlvideos das teils brutale Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE. "Herr Präsident, Ihre Migrationspolitik ist zu weit gegangen", so Salazar, die selbst lateinamerikanische Wurzeln hat. Auch andere Kandidaten der Republikaner lassen durchblicken, dass ihnen zu viel Nähe zu Trump im Wahlkampf schadet.

"Midterms" und "Primaries": Was ist das?

Am 3. November 2026 finden in den USA die "Midterms" ("Zwischenwahlen") für die beiden Kammern des US-Kongresses statt. Alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses und etwa ein Drittel des Senats werden dann neu gewählt.

Doch bis es so weit ist, finden in allen 50 Bundesstaaten Vorwahlen statt. In diesen "Primaries" bestimmen Demokraten und Republikaner, welche Kandidaten sie ins Rennen schicken. Die "Primaries" begannen am 3. März in Arkansas, North Carolina und Texas und enden am 15. September in Delaware.

Hinzu kommt, dass bei den "Midterms" in 36 Bundesstaaten auch die Gouverneure neu gewählt werden, also die Regierungschefs der Bundesstaaten. Auch für die Gouverneurswahlen finden von März bis September Vorwahlen statt.

Mehrheit der US-Amerikaner will KI-Regeln

Erstaunlich aus Sicht des Politikwissenschaftlers Kondik: Trump scheint auch bei weiteren Themen den Instinkt für das, was die meisten Leute bewegt, verloren zu haben. In Umfragen will eine Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner klare Regeln im Bereich Künstlicher Intelligenz. Vielerorts gibt es Proteste gegen die riesigen Rechenzentren, die KI-Unternehmen aus dem Boden stampfen. "Für klare KI-Regeln zu sein und gegen zu viele Rechenzentren, wäre für einen Populisten das Gebot der Stunde", so Kondik. Doch Trump vertrete das Gegenteil.

Für den 3. November erwartet der Wahlforscher, dass im Abgeordnetenhaus die Mehrheit für die Republikaner verloren geht. "Die Frage für das Abgeordnetenhaus ist eigentlich nur, wie deutlich die künftige Mehrheit für die Demokraten ausfällt." Seit Anfang September seien die Umfragewerte für die Demokraten noch besser, für die Republikaner schlechter geworden. Im Senat dagegen bleibe alles offen. "Der Senat hängt förmlich in der Luft."

Was passiert am Wahltag?

Glaubt Kondik als einer der renommiertesten Wahlforscher der USA daran, dass die Midterms frei und fair sein werden? Dass Trump nicht, wie Kritiker befürchten, am Wahltag Nationalgarde und ICE-Mitarbeiter aufmarschieren lässt, um etwa Wähler mit Migrationshintergrund abzuschrecken? Oder dass Trump Ergebnisse anzweifelt, nicht anerkennt?

Kondik zögert kurz und sagt dann: "Ich bin zuversichtlich, dass es eine faire Wahl wird. Ja, der Präsident hat unlautere Absichten bewiesen, hat versucht, die Briefwahl zu begrenzen, weil er meint, dass mehr Briefwähler Demokraten wählen." Da habe der Oberste Gerichtshof einen Riegel vorgeschoben. "Wir sind alle wachsam. Wenn Trump die Möglichkeit hätte, das Ergebnis zu beeinflussen, schließe ich nicht aus, dass er es tun würde. Aber im Moment sehe ich dafür keine Anzeichen. Am Ende erwarte ich, dass es eine freie und faire Wahl wird", so Kondik.

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