Außer der Reihe: Microsoft fixt Probleme und Lücken nach Windows-Updates
Microsoft hat in der Nacht zum Dienstag Updates außer der Reihe für zahlreiche Windows-Betriebssystem-Builds veröffentlicht. Sie nehmen sich der am Wochenende bestätigten Probleme mit den Windows-Updates zum September-Patchday an. Zudem schließen sie gravierende Sicherheitslücken in Windows, die bereits seit August korrigiert sein sollten, jedoch vergessen wurden. Microsoft rät, die Updates so schnell wie möglich zu installieren.
Eine kurze Übersicht liefert Microsoft im Message-Center des Windows-Release-Health-Kanals. Demnach lösen die ungeplanten Aktualisierungen die von Microsoft zum Wochenende eingeräumten Probleme mit den September-Patchday-Softwareflicken: Die Remote-Desktop-Dienste können nach der Installation instabil werden, USB-Audio-Geräte nicht mehr korrekt starten oder Mehrkanal-Ton jenseits von Stereo problematisch sein sowie Hyper-V mit Linux-Gästen geteilte Host-Ordner nicht korrekt einblenden. All das soll nun Vergangenheit sein. Beim USB-Audio-Problem gilt das jedoch nur teilweise: Geräte der USB-Audio-Klasse 1 können weiterhin mit Fehlercode 10 ausfallen oder gar keinen Ton ausgeben. An einer Lösung arbeitet Microsoft noch.
Vergessene Sicherheitsupdates
Die Flut an Sicherheitspatches stellt Microsoft offenbar auch vor neue Herausforderungen – allein im September haben die Entwickler fast 1000 Schwachstellen ausgebessert. Nun haben die Entwickler die Out-of-Band-Updates als Gelegenheit genutzt, auch sicherheitsrelevante Softwareflicken mitzuliefern. Der eine stopft ein Rechteausweitungsleck in den Windows User-Mode Power Services (UMPS), das Microsoft als „wichtig“ einstuft (CVE-2026-62721, CVSS 7.8, Risiko „hoch“). Angemeldete Nutzer können das lokal ausnutzen. Im Versionsverlauf des Schwachstelleneintrags schreibt Microsoft, dass nun Links für die Patches für Windows 11 26H1, 25H2 und 24H2 ergänzt wurden, um eine „verpasste Korrektur“ anzugehen; Admins sollten die Updates so rasch wie möglich installieren. Der Flicken sollte eigentlich seit August in Windows aktiv sein, die Entwickler haben aber offenbar schlicht vergessen, ihn in das kumulative Update einzubauen.
Ein zweites Sicherheitsupdate betrifft ausschließlich Windows 11 26H1 und geht dort eine Rechteausweitungsschwachstelle an, mit der angemeldete Angreifer ihre Rechte auf „Virtual Trust Level 1“ (VTL1) erhöhen können. Microsoft schreibt nicht, wie Angreifer das provozieren können, die Lücke befindet sich jedoch im Windows Secure Kernel Mode (CVE-2026-85921, CVSS 8.2, Risiko „hoch“). Abweichend von der CVSS-Einstufung erachtet Microsoft die Lücke als „kritisch“.
Die Updates sollten nicht verwaltete Windows-Versionen sowie in den Business-Versionen mit entsprechender Einstellung bereits automatisch herunterladen und installieren; je nach Konfiguration sollten die Maschinen zudem bereits neu gestartet sein oder zum Reboot auffordern. Für Windows 11 25H2 und 24H2 lautet die KB-Nummer KB5129195 und hebt die Builds auf Version 26200.9457 sowie 26100.9457. Für Windows 11 26H1 steht KB5129194 bereit, die Build-Nummer lautet 28000.2956. Auch für einige ältere Windows-10-Fassungen und Windows Server 2025 bis hinab zu Server 2012 stehen Out-of-Band-Patches bereit, die Admins zügig anwenden sollten.
Für Windows 10 22H2 und 21H2 liefert Microsoft KB5129236, die Build-Nummern steigen dadurch auf 19045.7727 respektive 19044.7727. Für Windows 10 sind keine Sicherheitsflicken enthalten, sie bessern lediglich die beobachteten Probleme nach dem vergangenen Patchday aus. Die stuft Microsoft daher als optionale Updates ein, die Betroffene gegebenenfalls manuell anstoßen müssen.
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