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Tuesday, November 3, 2026

Bye-bye Microsoft: Nextcloud und Ionos starten Bildungsplattform für Schulen

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Im Bemühen um mehr digitale Souveränität im Bildungswesen gehen sechs deutsche Bundesländer einen neuen Weg. Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben sich auf einen Rahmenvertrag für eine digital souveräne Open-Source-Bildungsplattform geeinigt, die ohne Software von US-Tech-Riesen wie Microsoft oder Google auskommt. Wie am Rande des Digital-Gipfels der Bundesregierung in Berlin bekannt wurde, bildet die Software des Stuttgarter Unternehmens Nextcloud die technische Basis. Der Hosting-Anbieter Ionos stellt die Infrastruktur bereit.

Konkret sollen die Schulen und Schulbehörden dann mit der M365-Alternative Ionos Nextcloud Workspace arbeiten können, die Nextcloud und Ionos im vergangenen Jahr vorgestellt haben. Das umfasst eine breite Palette an Funktionen, darunter Dateiaustausch, Chat, Videokonferenzen, E-Mail, Kalender und Office-Anwendungen.

Die Beschaffung wird über die Genossenschaft govdigital eG abgewickelt, was es den Ländern ermöglicht, die Lösung ohne erneute Ausschreibungsverfahren zu beziehen. govdigital eG ist das zentrale Kooperationsbündnis öffentlicher IT-Dienstleister in Deutschland. Der Vertrag läuft zunächst über vier Jahre, wobei die Schulen und Schulbehörden der Länder laut Nextcloud-Mitteilung nicht zur Nutzung verpflichtet sind.

Das Projekt markiert einen bedeutenden Schritt, um die Abhängigkeit von großen US-Konzernen zu verringern. Gerade im Schulalltag, in dem Schüler frühzeitig im Umgang mit digitalen Werkzeugen geprägt werden, sehen Experten die Gefahr langfristiger Bindungen an proprietäre Systeme. Die neue Plattform soll als datenschutzkonforme Alternative dienen, die insbesondere den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung entspricht und Schutz vor dem Zugriff durch US-Behörden bietet, wie er etwa durch den US-CLOUD-Act ermöglicht wird.

Frank Karlitschek, Gründer und Geschäftsführer von Nextcloud, sieht in der Vereinbarung eine strategische Weichenstellung. Er betont, dass der öffentliche Sektor eine entscheidende Rolle bei der Etablierung europäischer Softwarelösungen spiele. „Wir brauchen europäische Champions, um digitale Souveränität zu erreichen und den europäischen Softwaresektor zu stärken“, sagte Karlitschek der dpa. Der Staat könne dabei als sogenannter Leuchtturm-Kunde fungieren, der durch seine Nachfrage den Aufbau solcher Alternativen erst ermögliche. „Wir benötigen auch keine Fördergelder, sondern einfach nur Leuchtturm-Kunden.“

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