Microsoft optimiert Windows für 8-GByte-PCs
In Zeiten steigender Speicherpreise ist der Speicherhunger aktueller Windows-Betriebssysteme auch für neue Systeme ein Problem. Das hat Microsoft erkannt und feiert jetzt, dass es den Entwicklern gelungen ist, Windows auch auf Einstiegs-PCs mit 8 GByte signifikant zu beschleunigen.
In einem Blogbeitrag erklärt Microsoft, dass erste Ziele der im März dieses Jahres angekündigten Maßnahmen etwa zu geringerem Speicherbedarf von Windows erreicht worden seien. In internen Labortests soll Windows nun auf 8-GByte-PCs bis zu 20 Prozent reaktionsschneller und beim Multitasking bis zu 40 Prozent schneller sein. Dazu soll etwa eine verbesserte Speicherverwaltung mit Komprimierung beitragen. Auch auf Systemen mit wenig Speicher kann Windows dadurch bis zu 2 GByte mehr aktive Daten im Arbeitsspeicher halten, anstatt sie auf langsamere Laufwerke auszulagern. Interessierte benötigen Windows 11 26H2 ab Build 26300.9818 und aktivieren dazu in den Windows-Update-Einstellungen die Option, die neuesten Updates sofort zu erhalten. Auch Edge, Microsoft 365 und Teams sollten aktuell sein, da einige Verbesserungen über App-Updates kommen.
Die bessere Responsivität soll darauf zurückgehen, dass Windows angeforderte Aufgaben kurzzeitig priorisiert und Hintergrundaufgaben wie die Suchindexierung zurückstellt, solange der Nutzer aktiv ist. Das soll sich etwa in den ersten Minuten nach einem Neustart infolge eines Windows-Updates bemerkbar machen. Im Vergleich zum Januar-Update 2026 reagieren Startmenü, Suche, Kontextmenü, Einstellungen und Datei-Explorer bis zu 20 Prozent schneller. In den Insider-Vorschauen aus dem Mai war der Mechanismus bereits eingezogen, allerdings in Form eines kurzzeitigen CPU-Boosts (Low Latency Profile). Ein Video demonstriert, wie auf einem 8-GByte-PC nacheinander 20 Tabs in Edge, ein 4K-Video sowie große Word-, PowerPoint- und Excel-Dateien geöffnet werden, was 40 Prozent schneller sein soll als auf Systemen auf dem Januar-Stand.
Kleinere PC-Ausstattung damit alltagstauglich
Damit werden 8-GByte-PCs für viele Menschen alltagstauglich, führt Microsoft aus. Aber nicht nur Windows wird optimiert, sondern auch wichtige Apps wie die Office-Apps aus Microsoft 365. Word, PowerPoint, Excel und Outlook sollen zusammen 360 MByte Speicher sparen, Teams startet auf 8-GByte-PCs dank standardmäßig aktiviertem Effizienzmodus bis zu 20 Prozent schneller. Auch Apps von Fremdanbietern profitieren: Die Windows-App von WhatsApp soll einen zweistelligen Prozentsatz weniger Speicher belegen. Bei gleichem Speicherausbau soll neuere Hardware dennoch einen deutlichen Unterschied machen. Indirekt wirbt Microsoft damit auch für neue Hardware: In einem beauftragten Test soll ein Dell XPS 13 mit 8 GByte aus dem Jahr 2026 eine um bis zu 94 Prozent höhere Multi-Core-CPU-Leistung liefern als das 8-GByte-Modell von 2021.
Microsoft will noch weiter in diese Richtung arbeiten. Die Speicherkomprimierung sollen die Entwickler weiter optimieren. Windows-Funktionen und -Apps sollen gemeinsame Komponenten teilen und nicht jeweils selbst mitbringen, um Arbeitsspeicher über die Apps hinweg zu sparen. Apps, die auf WinUI 3 fußen, wie Datei-Explorer, Notepad, Paint und die neue Windows-Suche, sollen ebenfalls schneller starten und weniger Speicher brauchen. Zusammen mit PC- und Prozessor-Herstellern arbeiten die Entwickler zudem daran, den Speicherbedarf der PC-Hardware zu reduzieren, sodass Windows und Apps mehr übrig haben. Außerdem unterstütze Microsoft Softwareentwickler dabei, Speicher effizienter zu nutzen.
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