Anwohner bedrohen Wanderer – Hüttenpaar hilft mit altem Weg

- Anwohner beleidigten und bedrohten Wandernde auf dem Zugangsweg zum Rifugio Adelmo Puliti in der Toskana.
- Die Hüttenwirte entfernten im April 2025 die Wegweiser und rieten Gästen, den betroffenen Weg zu meiden.
- Mithilfe des CAI und der Gemeinde legten sie einen verwilderten Alternativweg frei und stellten ihn wieder her.
Seit April 2024 führen Francesca Maria Bertacca Cupit und Andrea Ribolini das Rifugio Adelmo Puliti. Die kleine Hütte des CAI (Italienischer Alpenverein) Pietrasanta liegt auf 1016 Metern über Meer nahe Arni in der Toskana. «Es gab Momente, in denen wir daran gedacht haben, alles hinzuschmeissen», zitiert «Il Dolomiti» das Hüttenwirtenpaar.
Zur Hütte führen zwei Zugangswege, einer davon sorgte für Ärger. «Wir gerieten in eine wirklich paradoxe Situation», sagt Ribolini. «Einige Anwohner entschieden aus uns unbekannten Gründen, dass einer der beiden Zugangswege zur Hütte störe.» Es handelt sich um einen Wanderweg, der an ihren Häusern vorbeiführt. Die Anwohner beschwerten sich, bedrohten und beleidigten vorbeikommende Wandernde und spielten ihnen laut Ribolini üble Streiche.
Aus Sorge Wegweiser entfernt
Im April dieses Jahres entfernten die Hüttenwirte aus Sorge die Wegweiser. Allen, die sich bei ihnen meldeten, rieten sie, den anderen Zugang zu nutzen und den CAI-Weg zu meiden. Mithilfe des CAI (Club Alpino Italiano) und der Gemeinde konnte die Lage schliesslich entschärft werden.
«Unser Weg hat uns gelehrt: Auch wenn man manchmal ins Wanken gerät, lässt sich mit Zusammenarbeit alles schaffen.»
Auf Katasterkarten entdeckte das Paar dann einen weiteren, inzwischen verwilderten Weg. «Den haben wir mit viel Aufwand freigeräumt und wiederhergestellt», sagen sie. Heute verfügt die Hütte wieder über einen direkten Zugang. Das ist auch für Rettungseinsätze wichtig.
«Auch wenn hier nicht Tausende Touristen unterwegs sind, gibt es immer wieder Bergungen von Personen, die zwar unverletzt, aber unvorbereitet sind», sagt Francesca. Aufgeben wollen die beiden nicht. «Unser Weg hat uns gelehrt: Auch wenn man manchmal ins Wanken gerät, lässt sich mit Zusammenarbeit alles schaffen.»
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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