Ersatz für veraltete Klinik – Fast 300 Millionen Franken: Endlich hat Luzern neues Kinderspital

Was lange währt, wird endlich gut: Das dürften sich die Verantwortlichen des Luzerner Kantonsspitals (Luks) und die geladenen Gäste aus Politik und dem Gesundheitswesen bei der Eröffnung des neuen Kinderspitals und der Frauenklinik wohl gedacht haben. Bereits als der Kanton Luzern 2011 dem Luks die Spitalbauten übertrug, war nämlich bekannt, dass bei der Infrastruktur Nachholbedarf besteht.
Bei der Eröffnung des Neubaus wurde nun nicht – wie sonst üblich – ein Band durchschnitten, sondern es wurden zwei Bänder miteinander verbunden. Dies zeige das Zusammenwachsen von Kinderspital und Frauenklinik, betonten die Rednerinnen und Redner.
Die Erleichterung über die Eröffnung des Neubaus ist gross. Das alte Kinderspital hatte nämlich bereits 55 Jahre auf dem Buckel. Die Mehrbettzimmer waren eng und die Gänge dienten gleichzeitig als Lagerfläche für Material. Geplant wurde es einst für die Behandlung von jährlich 3000 Kindern – heute sind es zehnmal mehr kleine Patientinnen und Patienten.
Diese Zeiten seien jetzt vorbei, betonten die Verantwortlichen. Das wichtigste Element des Neubaus ist die räumliche Zusammenführung von Kinderspital und Frauenklinik. In anderen Spitälern seien diese Bereiche vielfach noch getrennt organisiert, hiess es an der Medienorientierung.
Die damalige Entscheidung war visionär, mutig und richtig.
Am Luks hingegen seien die Wege jetzt neu kurz. Im neuen sogenannten Perinatalzentrum werden Kindermedizin, Geburtshilfe und Gynäkologie räumlich zusammengeführt.
Man habe sich vor einigen Jahren bewusst dafür entschieden, das Kinderspital und die Frauenklinik zu vereinen, sagt Martin Nufer, Verwaltungsratspräsident der Luks-Gruppe: «Die damalige Entscheidung war visionär, mutig und richtig.»
Zum neuen Angebot gehören Einzelzimmer und moderne Behandlungs- und Untersuchungsräume. Im neuen Perinatalzentrum rücken Fachbereiche rund um Schwangerschaft, Geburt und die Versorgung von Neugeborenen näher zusammen.
Davon sollen alle profitieren, sagt Martin Stocker, Leiter des Kinderspitals Zentralschweiz: «Eltern und Bezugspersonen können künftig noch stärker in die Betreuung einbezogen werden.»
Teurer als geplant
Auch bei der Planung probierte das Luks neue Wege aus. Im Vorfeld der Erstellung des Neubaus wurden die künftigen Abläufe in einer leeren Fabrikhalle über mehrere Monate simuliert. Rund 80 Mitarbeitende, Ärztinnen und Pflegende konnten ihre Ansichten in die Planung einbringen.
Mit der Eröffnung schliesst das Luks eines der bisher grössten Projekte seiner Geschichte ab. Die Investitionen belaufen sich auf rund 296 Millionen Franken. Das ist teurer als ursprünglich angenommen.
Das Luks begründet dies unter anderem mit der Teuerung und den gestiegenen Anforderungen an den Betrieb und an die Patientensicherheit. Zudem seien wichtige Erkenntnisse aus dem Testbetrieb in die Planung eingeflossen.
Die Eröffnung des neuen Gebäudes ist also vollzogen. Umziehen sollen die beiden Kliniken im Oktober. Bis dahin wird die neue Infrastruktur in Betrieb genommen.
Regionaljournal Zentralschweiz, 16.9.2026, 12:03 Uhr ; oecc;ledn;wilh
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.