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Thursday, September 17, 2026

Iran-Bericht von Amnesty International: Ein Dokument des Grauens

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Gilda Sahebi

Amnesty listet vier Jahre nach den „Frau, Leben, Freiheit“-Protesten detailliert die begangenen Menschenrechtsverbrechen in Iran auf.

Z u den „gängigen“ Foltermethoden, schreibt Amnesty International, gehörten Schläge mit Schlagstöcken und Ketten, Auspeitschen, Einzelhaft, Elektroschocks, Verabreichung chemischer Stoffe, Entzug von Wasser und Nahrung – das ist nur eine Auswahl der physischen Foltermethoden, die in dem ausführlichen Bericht aufgelistet sind.

Die Menschenrechtsorganisation hat zum vierten Jahrestag des Todes von Jina Mahsa Amini das Ergebnis ihrer Untersuchung über die Menschenrechtsverbrechen der Islamischen Republik Iran im Zuge der „Frau, Leben, Freiheit“-Proteste im Jahr 2022 veröffentlicht. Amnesty benennt darin 87 Personen, die diese Verbrechen mutmaßlich zu verantworten haben. Es ist ein Dokument des Grauens.

Vier Jahre nach den Protesten, bei denen Hunderte von Menschen, darunter viele Kinder, auf den Straßen Irans ermordet und viele Tausende inhaftiert und gefoltert wurden, ist die Hoffnung, dass dieser Bericht dazu führt, dass Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden, kleiner denn je. Erst im Januar dieses Jahres ließ das iranische Regime wieder Tausende, womöglich Zehntausende Menschen, die friedlich protestierten, ermorden. Bis heute werden Protestierende hingerichtet.

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Zudem verliert das Völkerrecht, anhand dessen solche Verbrechen verfolgt werden müssten, tagtäglich an Autorität. Während demokratische Regierungen kaum noch verbergen, dass das internationale Recht für sie keine Rolle spielt, sind es Menschen, die darunter leiden, in Gaza, im Sudan, im Iran, weltweit. Zwischen den fallenden Bomben der Amerikaner und den Patronen des eigenen Regimes ist das Leid der Menschen im Iran heute so groß wie selten in der Geschichte der Islamischen Republik.

Es bleibt wichtig, dass Menschenrechtsverbrechen dokumentiert werden. Solange demokratische Staaten nicht bereit sind, Konsequenzen zu ziehen, bleibt es an den Zivilgesellschaften aller Länder, an diese Verbrechen zu erinnern und Rechenschaft einzufordern. Es ist ein weiteres Feld, in dem Demokratien im 21. Jahrhundert versagen.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Ausgebildet als Ärztin und Politikwissenschaftlerin, dann den Weg in den Journalismus gefunden. Beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Medizin und Wissenschaft, Naher Osten.

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