Todesstrafe in Tennessee: Neue Details zu gescheiterter Hinrichtung
Stand: 03.10.2026 • 10:54 Uhr
Nach der missglückten Hinrichtung liegt die zum Tode verurteilte Christa Pike bewusstlos in einem Krankenhaus und wird künstlich beatmet. Ein Gerichtsantrag der Anwälte bringt jetzt neue Details ans Licht.
Die im US-Bundesstaat Tennessee zum Tod verurteilte Mörderin Christa Pike ist laut ihren Anwälten nach ihrer gescheiterten Hinrichtung weiter bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Pike sei intubiert und werde in einem Krankenhaus in Nashville künstlich beatmet, schrieben Pikes Anwälte in einem Gerichtsantrag vom Freitag.
Die 50-Jährige sollte am Mittwochabend (Ortszeit) mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Doch nachdem ihr nach Angaben der Behörden die im Protokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden waren, lebte sie weiter. Pike befindet sich demnach in kritischem Zustand. Das Krankenhauspersonal arbeite daran, ihr Leben zu retten und das verabreichte Pentobarbital aus ihrem Körper zu entfernen, schrieben die Anwälte.
"Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen"
Am Donnerstag hatte Pikes Anwalt Randy Spivey erklärt, das Personal habe bei der versuchten Hinrichtung etwa eine Stunde erfolglos versucht, einen intravenösen Zugang zu legen. "Ich zählte allein in ihrem linken Arm mindestens sieben Nadeln", sagte Spivey. Laut Gerichtsantrag war eine davon beim Herausziehen um 90 Grad verbogen. Während der Prozedur habe man Pike weinen gehört. Sie habe laut geatmet und gesagt: "Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen". Ein anderes Mal habe sie gefragt, ob das normal sei.
Bei der Einlieferung ins Krankenhaus seien beide Arme der 50-Jährigen "geschwollen, verbrannt und mit Blasen übersät" gewesen. Sachverständige werden in dem Antrag zitiert, wonach das injizierte Pentobarbital stark alkalisch sei und bei Kontakt Verbrennungen an Haut, Gewebe und Venen verursache. Während der Hinrichtung habe sich ihr rechter Arm laut ihren Anwälten violett verfärbt.
Mit der Hinrichtung betraute Personen bemerkten laut Angaben der Anwälte offenbar nicht, dass das Gift "ganz oder teilweise" in das umliegende Gewebe statt in Pikes Venen gelangte. So wurde entschieden, eine weitere Dosis Pentobarbital zu verabreichen.
Pike 1996 wegen Mord zum Tode verurteilt
Pike war 1996 für den Mord an der 19 Jahre alten Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet.
Nach Angaben der gemeinnützigen Organisation Death Penalty Information Center ist Pike die Einzige der drei, die zum Tode verurteilt wurde. Ihr damaliger Freund war zum Zeitpunkt der Tat 17 Jahre alt und erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Eine weitere 18-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
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