RAM-Mangel: Smartphone-Hersteller verbauen gebrauchten Speicher
Wegen der extrem hohen RAM-Preise bestücken chinesische Elektronikhersteller Billig-Smartphones zunehmend mit gebrauchten DRAM-Chips. Betroffen sind laut dem taiwanischen Speicherchip-Marktbeobachter TrendForce vor allem Smartphones, die weniger als 180 Euro kosten und noch den älteren Mobilfunkstandard LTE (4G) verwenden.
In solchen Handys mit älterer Technik kommen typischerweise LPDDR4X-Speicherchips zum Einsatz. In teureren Smartphones steckt seit 2020 hingegen schnelleres LPDDR5- oder LPDDR5X-RAM, bald auch schon LPDDR6. Daher dürfte es tatsächlich nennenswerte Mengen an ausgemusterten Smartphones mit den schon seit 2014 produzierten LPDDR4- und auch LPDDR4X-Chips geben.
Die von den Platinen abgelöteten Speicherchips müssen vor der Wiederverwendung mit neuen Lotkugeln (solder balls) versehen werden; diesen Prozess nennt man Reballing.
RAM-Recycling und Qualitätssicherung
TrendForce schätzt, dass im laufenden Jahr 2026 3 bis 4 Prozent aller Smartphones mit wiederaufbereitetem RAM bestückt werden dürften. 2027 könnte dieser Anteil auf 7 bis 9 Prozent steigen.
Die Marktbeobachter warnen davor, dass schludriges Recycling zu höheren Ausfallquoten führen kann, und raten zu sorgfältiger Qualitätsprüfung der gebrauchten Bauelemente.
Laut TrendForce kommen in manchen Billiggeräten jetzt häufiger auch RAM-Chips niedrigerer Geschwindigkeitsklassen zum Einsatz.
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