Droht ein Verbot der Online-Apotheke von dm?
Die Drogeriekette dm verteidigt vor dem Landgericht Karlsruhe ihre Online-Apotheke dm-med. Kurz vor Weihnachten 2025 hatte dm angefangen, apothekenpflichtige Medikamente online zu verkaufen.
23.09.2026 | 0:16 minKein ganzes Jahr nach dem Start muss die Drogeriemarktkette dm ihre Online-Apotheke vor Gericht verteidigen. Die Wettbewerbszentrale will die Versandapotheke dm-med im Grunde verbieten lassen. Das Landgericht Karlsruhe befasst sich heute damit. Warum wird gegen dm-med geklagt?
Es geht nach Gerichtsangaben unter anderem um die Frage, ob es sich bei dm-med um ein Angebot von dm selbst handelt oder ob es hinreichend vom eigentlichen Angebot, das sich auf Drogerieartikel bezieht, getrennt sei. Ob die Kammer für Handelssachen I heute schon ein Urteil spricht, ist unklar.
Kurz vor Weihnachten 2025 hat dm angefangen, nicht verschreibungs-, aber apothekenpflichtige Medikamente wie manche Schmerzmittel online zu verkaufen. Dafür hat das Karlsruher Unternehmen eigens eine Tochtergesellschaft in Tschechien gegründet.
Der Online-Shop dm-med ist über die dm-Homepage erreichbar und wird dort als Partner bezeichnet. Auch bewirbt dm seit Anfang des Monats ganz gezielt, dass man Drogerieartikel von dm und Apothekenprodukte von dm-med in nur einem Bestellvorgang gemeinsam digital einkaufen kann.
Quelle: dpa
Verkauf von apothekenpflichtigen Arzneimitteln
Die Wettbewerbszentrale verlangt von der Beklagten konkret, es zu unterlassen, apothekenpflichtige Arzneimittel gegenüber Endverbrauchern zum Kauf anzubieten und/oder zu verkaufen und/oder in den Verkehr zu bringen. Der Verein, der unter anderem Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vertritt, bezieht sich in dem wettbewerbsrechtlichen Streit unter anderem auf das Arzneimittelgesetz und die Apothekenbetriebsordnung.
Indes sieht dm sich rechtskonform aufgestellt. Der Geschäftsführer Marketing und Beschaffung, Sebastian Bayer, möchte aber Rechtssicherheit bekommen, wie er vor der mündlichen Verhandlung sagte. Daher ist gut denkbar, dass das Verfahren durch die Instanzen bis zum Bundesgerichtshof (BGH) geht.
Immer mehr Jugendliche suchen online Rat - und bleiben oft mit ihren Problemen allein. Mit Safe-Space-Apotheken haben Jugendliche eine direkte Anlaufstelle in belastenden Situationen.
05.05.2026 | 2:52 minNutzung von dm-med entspricht Erwartungen des Unternehmens
Die bisherige Nutzung entspricht laut dm den Erwartungen. Ein Viertel der dm-med-Kundschaft bestelle rein aus diesem Sortiment. Die restlichen 75 Prozent hätten bei einem Einkauf auch andere Drogerieartikel im Warenkorb. Welchen Anteil am Umsatz dm-med bislang ausmacht, teilte das Unternehmen nicht mit. Deutlich überwiegend seien aber nach wie vor reine Drogerie-Einkäufe - also ohne Produkte aus dem Sortiment von dm-med.
Nicht zuletzt wegen der Versandapotheke wächst der Anteil des Online-Geschäfts bei dm. Auch hierzu nennt dm noch keine Zahlen. Die Kunden bei dm-med seien im Schnitt etwas älter, habe man festgestellt. Zudem kauften hier mehr Männer ein.
Apotheker warnen vor Verunsicherung von Patienten
Der Deutsche Apothekerverband hatte beim Start von dm-med gewarnt, dass Menschen mit gesundheitlichen Problemen verunsichert werden könnten, wenn der Unterschied zwischen Apotheke und Drogeriemarkt verwässert werde. Auch wollten sich drei Viertel aller Patientinnen und Patienten in der Apotheke vor Ort in Sachen Selbstmedikation beraten lassen.
"Wir verlieren immer noch viel zu viele Apotheken", warnt Thomas Preis, der Präsident der Deutschen Apothekerverbände. Mehr als 500 haben vergangenes Jahr geschlossen, mit Folgen für die Versorgung vor Ort.
14.09.2026 | 5:13 minErst vor wenigen Tagen bezeichnete der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Thomas Preis, den Versandhandel - vor allem aus dem Ausland - als Störfaktor für die flächendeckende, wohnortnahe Arzneimittelversorgung. Mit der jüngsten Apothekenreform sei eine weitere Chance verpasst worden, den Versandhandel angemessen zu regulieren.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.