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Wednesday, November 4, 2026

Ausgetrumpt

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In den allermeisten europäischen Hauptstädten würde man sich sehr über Trumps Niederlage bei den Midterms freuen, so ZDF-Korrespondent Ulf Röller aus Brüssel.

04.11.2026 | 3:21 min

In Brüssel könnte man Sektkorken knallen hören, wenn es nicht so früh am Morgen wäre. "Das ist ein fetter Tritt in Trumps Hinterteil", so ein Diplomat. Die Freude ist groß im Regierungsviertel, in der Analyse nach den US-Midterms herrscht Einigkeit. René Repasi, Vorsitzender der SPD-Gruppe im Europaparlament, sagt:

Das ermutigt auch alle, die in Europa gegen autoritäre Politik kämpfen.

René Repasi, Vorsitzender der SPD-Gruppe im Europaparlament

Und er verbindet seine Freude gleich mit einer Warnung: "Aber er bleibt Präsident. Europa darf seine Niederlage nicht mit dem Ende seiner Politik verwechseln."

Ein stärkerer Kongress kann Trump Grenzen setzen. Europas Stärke müssen wir selbst organisieren.

René Repasi, Vorsitzender der SPD-Gruppe im Europaparlament

Außer der AfD begrüßen alle Parteien die Ergebnisse der Wahlen in den USA. Skepsis gegenüber Donald Trump aber bleibt.

04.11.2026 | 2:24 min

Wieder einmal blicken sie in Europa gebannt auf Trump. Wie wird der angeschlagene Präsident reagieren? Ändert er seinen Kurs oder wird er noch radikaler? Eindeutige Antworten bekommt man in Brüssel darauf nicht. Es gibt drei Szenarien, die sie in Europas Hauptstadt diskutieren.

Das Ukraine-Szenario

Die Botschaft der US-Wähler an Trump ist klar. Sein Kuschelkurs mit Putin missfiel. Dennoch kann er ihn fortsetzen. Als US-Präsident bestimmt er die Außenpolitik, die Demokraten können ihn schwer stoppen. Wahrscheinlich werden sie mit Gesetzesinitiativen versuchen, seine russlandfreundliche Politik zu unterbinden.

Sie werden wohl versuchen, Sanktionen gegen Moskau zu verhängen und könnten fordern, dass die Ukraine dringend benötigte Waffen bekommt. Aber am Ende kann Trump solche Initiativen mit seinem Veto stoppen.

Deutsche Reaktionen auf Zwischenwahlen

:Wadephul sieht im Ergebnis der Midterms einen "Wandel"

Außenminister Wadephul geht davon aus, dass sich die US-Politik nach den Midterms verändert. Die Demokraten würden auf Veränderungen hinwirken wollen, so Wadephul in Berlin.

von Dominik Rzepka

mit Video53:06

Johann Wadephul (CDU)

Deshalb ist man skeptisch, dass es zu einem wirklichen Kurswechsel Trumps in der Ukraine-Politik kommt. Wie ein roter Faden zieht sich die Zuneigung zu Putin und die Abneigung gegenüber Selenskyj und Europa durch Trumps Politik.

Fazit: Trump bleibt unberechenbar und kein verlässlicher Partner für Europa. Deshalb muss Europa weiter stärker werden. David McAllister (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments, spricht wohl für viele, wenn er sagt:

Neue Mehrheiten garantieren allerdings noch keinen anderen außenpolitischen Kurs. Wenn Präsident und Kongress einander blockieren, droht ein Machtkampf auf Kosten der Ukraine.

David McAllister, Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen sagt zum Wahlsieg der Demokraten bei den Midterms: "Man kann von einem blauen Tsunami reden."

04.11.2026 | 2:26 min

Das Iran-Szenario

Da ist die Sorge in Brüssel groß. Die Befürchtung geht so: Trump wird aggressiver. Er muss keinen Wähler mehr fürchten. Er ist noch zwei Jahre im Amt. Er will seinen größten politischen Fehler ausmerzen, den Krieg endgültig militärisch entscheiden. Nur wenige erwarten in Brüssel eine Beruhigung der Situation.

Fazit: Der Iran-Krieg geht weiter und damit verbunden die Energiekrise. Keine guten Nachrichten für Europa, wenn es so kommt.

Von den Midterms in den USA bis zu Wahlen in Israel: Verschärft die Angst vor Machtverlust den politischen Kampf und die Polarisierung?

28.10.2026 | 64:43 min

Das Demokratie-Szenario

Gerade die demokratische Mitte in Europa jubelt über das Ergebnis. Trumps Abstrafung ist ein Signal an die Rechtspopulisten. Deren Ikone hat dramatisch verloren. Trump steht ohne Kleider da. Sein Mythos der Unbesiegbarkeit hat sich erledigt. Die Demokratie hat gesiegt. Viele neue Wähler haben ihr Urteil gefällt, weniger Krieg, weniger außenpolitische Abenteuer, mehr Wohlstand für alle. Die demokratische Mitte sieht darin eine Stärkung ihrer Ziele und eine Schwächung der Trump-Fans in Europa - wie Alice Weidel, Marine Le Pen und Viktor Orban.

Trump hat verloren, seine Politik der Strafzölle, der Kriege und Erpressung hat der Wähler abgestraft. Die Freude darüber ist in Brüssel groß, aber auch die Sorge, dass es noch wilder wird.

Es ist ein großer Triumph für die Demokraten: In fünf traditionell republikanischen Staaten gewinnen sie die Senatssitze. Mit diesem "blauen Tsunami", wie viele den Wahlerfolg nennen, strafen die Wähler vor allem Donald Trump ab.

04.11.2026 | 2:30 min

Über dieses Thema berichtete das ZDF in unterschiedlichen Sendungen, unter anderem im Mittagsmagazin am 04.11.2026 ab 13:00 Uhr oder bei ZDFheute live ab 15:30 Uhr.

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