Fehlinvestment oder Geniestreich? McCarthys Neuanfang bei den Giants
Die New York Giants haben sich bei der Suche nach einem neuen Quarterback für J.J. McCarthy von den Minnesota Vikings entschieden. Nach einer schwierigen Zeit in Minnesota bekommt der junge Spielmacher damit eine neue Chance im Big Apple.

J.J. McCarthy steht vor einem Neustart bei den New York Giants. IMAGO/Icon Sportswire
Die New York Giants konnten sich mit den Minnesota Vikings auf einen Trade einigen. Für einen Fünftrundenpick kommt J.J. McCarthy zu den New York Giants und kann dort einen Neuanfang wagen. Hinter Jameis Winston wird der 23-Jähirge erstmal als Backup geplant, hat aber die Chance sich im Training zu beweisen und die Starter-Rolle zu erarbeiten.
Vom Erstrundenpick zum dritten QB
McCarthy war 2024 mit großen Erwartungen nach Minneapolis gekommen. Die Vikings hatten ihn an zehnter Stelle des Drafts ausgewählt und damit auf ihre Quarterback-Zukunft gesetzt. Doch noch vor seinem ersten NFL-Spiel musste sich der Rookie einer Knie-Operation unterziehen und verpasste seine gesamte erste Saison. Sam Darnold übernahm, führte Minnesota in die Playoffs und überzeugte derart, dass sein Abgang im Anschluss umso überraschender war.
Die Vikings hielten dennoch an McCarthy fest - eine Entscheidung, die sich zunächst nicht auszahlen sollte. In seiner ersten NFL-Saison unterliefen ihm zahlreiche Fehler und Turnover, während Darnold mit den Seattle Seahawks sogar den Super Bowl gewann. Zudem war der junge Quarterback von Verletzungen geplagt. Minnesota reagierte in der Offseason mit der Verpflichtung von Kyler Murray und holte zudem Carson Wentz zurück. McCarthy rutschte dadurch in der Hierarchie weiter ab und war zum Saisonstart nur noch die dritte Option hinter Murray und Wentz.
Neue Chance im Big Apple
Für McCarthy ergibt sich in New York nun die große Chance, seine noch junge NFL-Karriere neu zu starten. Ausgerechnet als dritter Quarterback in Minnesota aussortiert, findet er sich bei den Giants plötzlich in einem offenen Duell mit Veteran Jameis Winston um die Rolle des Starters wieder. Zwar geht er erstmal als Backup von Winston in seine Zeit bei den Giants, er wird jedoch die Chance bekommen, sich im Training gegen den Veteranenen durchzusetzen. Damit bekommt McCarthy die Möglichkeit, in einem neuen Umfeld und unter einem neuen Coaching Staff zu zeigen, dass in ihm doch der Quarterback steckt, den die Vikings einst an zehnter Stelle des Drafts ausgewählt haben. Dass ein Tapetenwechsel die Karriere eines Quarterbacks komplett verändern kann, zeigt ausgerechnet McCarthys ehemaliger Teamkollege Sam Darnold eindrucksvoll.
Für die Giants ist der Trade zugleich eine vergleichsweise günstige Wette auf das Potenzial des 23-Jährigen. McCarthy hat in Minnesota bislang nicht die erhofften Leistungen gezeigt, ist aber weiterhin jung und besitzt die körperlichen sowie spielerischen Voraussetzungen, die ihn einst zu einem Erstrundenpick gemacht haben. Sollte er in New York den Durchbruch schaffen, könnte er nicht nur die Saison der "G-Men" entscheidend beeinflussen, sondern sich auch wieder einen deutlich höheren Wert auf dem Trademarkt erarbeiten. Dadurch könnten die Giants sogar mehr für den Quarterback per Trade zurückbekommen, als sie gerade für ihn bezahlt haben.
Problematisch könnte aber die Verletzungsanfälligkeit des Quarterbacks werden. McCarthy verpasste nicht nur seine Rookie-Saison aufgrund der Meniskus-Operation, sondern auch mehrmals in seiner ersten Saison als Starter. Dabei verletzte er sich am Sprunggelenk, zweimal an der Hand und verpasste ein weiteres Spiel durch eine Gehirnerschütterung. Eine weitere Verletzung würde nicht nur seiner Entwicklung weiter im Weg stehen, sondern auch das Lazarett der Giants endgültig zum Überlaufen bringen.
Vikings mit schneller Lösung
Die Vikings können ihrerseits zumindest etwas Schadensbegrenzung betreiben. Nachdem McCarthy innerhalb weniger Monate vom Hoffnungsträger zum dritten Quarterback abgestürzt ist, erhalten sie immerhin einen Fünftrunden-Pick für den ehemaligen Erstrundenpick. Angesichts seiner Entwicklung ist das zwar weit entfernt von dem Gegenwert, den sich Minnesota einst erhofft hat. Zumindest gelingt es den Vikings aber, aus der schwierigen Situation noch einen Draft-Pick herauszuholen.
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