Hans Sigl brach mit 30 den Kontakt zu seinen Eltern ab

«Ich muss aus diesem System aussteigen»
Hans Sigl brach mit 30 den Kontakt zu seinen Eltern ab
Hans Sigl blickt auf seine Familiengeschichte zurück. Dem Schauspieler, der selbst ein inniges Verhältnis zu seinen Kindern pflegt, hat der Kontakt zu den eigenen Eltern nicht gut getan. Jetzt spricht er offen über den Kontaktabbruch.
Publiziert: vor 11 Minuten
- Hans Sigl spricht über den Kontaktabbruch zu seinen Eltern
- Der Kontakt habe ihm nicht gut getan
- Er erklärt, warum es legitim war, diesen Schritt zu gehen
Sophie OferRedaktorin People
«Bergdoktor»-Star Hans Sigl (57) brach den Kontakt zu seinen mittlerweile verstorbenen Eltern bereits im Alter von 30 Jahren ab. Wie es genau zu der Entscheidung kam, verrät der Schauspieler im «Stern»-Interview nicht. Allerdings gibt er preis, warum er diesen Schritt bis heute nicht bereut.
Sigl betont, dass er nicht mit seinen Eltern «gebrochen» habe, sondern er habe sich «von ihnen verabschiedet. Zu einer Zeit, in der das notwendig war, weil ich gemerkt habe: Ich muss meinen Weg anders gehen und aus diesem System aussteigen.»
«Was ist überhaupt die ‹heile Familie›?»
Bis heute steht der Schauspieler hinter seiner Entscheidung. «Wenn jemandem eine Beziehung nicht guttut, kann und darf man sich davon lösen. Wichtig ist, nicht im Zorn zu gehen, sondern versöhnt sagen zu können: Das ist nicht gut für dich und nicht gut für mich», erklärt Sigl. «Wenn der andere das anders wahrnimmt, muss er damit umgehen. Man kann aber auch nicht die Verantwortung für die Gefühle des anderen übernehmen.»
Trotz allem habe er ein «grosses warmes Gefühl» im Herzen, wenn er an seine mittlerweile verstorbenen Eltern denke. «Die Frage ist doch, was ist überhaupt die ‹heile Familie›? Jeder hat seine eigene Vorstellung von Familienharmonie. Dieses Bild einer Familie gilt es immer wieder zu hinterfragen.»
Sigl übt Selbstkritik
Sigl teilt sein ganz persönliches Familienbild: «Wir sind eine Patchwork-Familie, und mir war immer wichtig, allen möglichst viel Freiheit zu lassen. Meine wichtigste Frage war stets: Bist du glücklich? Natürlich muss man dabei auch die anderen Eltern einbeziehen», so Sigl. «Man braucht eine Ruhe im Seinlassen, im Geschehenlassen. Das ist die grosse Aufgabe.»
Seinen mittlerweile erwachsenen Kindern wollte er ein «lustiger, kein strenger, traditioneller Vater» sein. Das sei ihm gelungen. Allerdings blickt Sigl auch selbstkritisch zurück: «In meiner Welt war ich grandios und sensationell. Die anderen werden wahrscheinlich sagen: ‹Du hast viel gearbeitet, manchmal warst du nicht da.›» Die Kritik lässt Sigl zu: «Die Kinder sind nicht dazu da, ihren Eltern zu bestätigen, wie toll sie waren. Man muss auch bereit sein, zu hören, was für sie nicht gut war. Deshalb mein Appell, auch an mich selbst: Nicht aufhören, miteinander zu reden. Niemals.»
Sigl hat einen leiblichen Sohn, Nepomuk Jim (24). Seine Ehefrau Susanne, mit der er seit 2008 verheiratet ist, brachte Jonas (30) und Niklas Kemmler (26) mit in die Ehe. Auch zur Tochter seiner Ex-Partnerin Katja Keller (56), Joana (26), pflegt Sigl ein väterliches Verhältnis.
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