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Monday, October 12, 2026

Q&A Stammzellspende – «Spenden wir mit Stammzellen auch Veranlagungen und Krankheiten?»

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Die nachfolgenden Aussagen und Empfehlungen ersetzen nicht die individuelle Abklärung oder Diagnose bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Chat-Protokoll

Sehr geehrte Damen und Herren
Vielen Dank für die immer wieder spannenden Themen. Mit einer Spende, die nicht selbstverständlich ist, wird in erster Linie Leben gerettet. Eine Zukunft für den Empfänger ermöglicht. Dabei nehmen beide Seiten einiges in Kauf! Mich interessiert, ob mit einer Blutstammzellenspende auch mögliche „Veranlagungen für eine Krankheit“ mitgespendet werden? Z.B. für Allergien, Rheuma, Alzheimer etc. Falls ja, wird nach solchen „Veranlagungen“ gesucht und gibt es eine Nutzen/Risiko Abwägung? Oder im besten Fall, entstehen auch Benefits für den Empfänger?

Jana van den Berg: Danke für diese durchdachte Frage. Ja, ein Stück weit wird tatsächlich etwas «mitgespendet»: Nach der Transplantation stammen Blut und Abwehrsystem von der Spenderin oder vom Spender, mit ihren Eigenheiten. Das betrifft in erster Linie das Blut- und Immunsystem; Organe wie das Gehirn bleiben die eigenen. Dass auf diesem Weg Alzheimer übertragen wurde, ist beim Menschen bisher nicht beschrieben. Allergien können in seltenen Fällen mitwandern; häufiger verschwinden nach der Transplantation die bisherigen Allergien der Empfängerin oder des Empfängers. Auch für Autoimmunerkrankungen (die Abwehr greift den eigenen Körper an, dazu gehören viele rheumatische Leiden) sind einzelne Übertragungen beschrieben. Unter anderem deshalb können sich Menschen mit solchen Erkrankungen nicht als Spender registrieren. Vor jeder Spende gibt es eine ausführliche Befragung, eine ärztliche Untersuchung und Bluttests. Nach blossen Veranlagungen im Erbgut wird nicht routinemässig gesucht; die meisten liessen sich auch nicht zuverlässig vorhersagen. Diesen kleinen Restrisiken steht eine lebensbedrohliche Krankheit gegenüber, und das Transplantationsteam wägt das bei der Spenderwahl ab. Und ja, es gibt einen grossen Nutzen: Das neue Abwehrsystem erkennt verbliebene Leukämiezellen als fremd und bekämpft sie. Dieser Effekt ist ein Hauptgrund, weshalb die Transplantation heilen kann.

Ich habe mal gehört, dass nur Geschwister als Stammzellenspender in Frage kommen. Ist das richtig? Danke für die Aufklärung! MfG

Jörg Halter: Nein, das ist mittlerweile nicht mehr generell so gültig. Tatsächlich werden die für die Transplantation wichtigen Gewebetypen (HLA) je zur Hälfte vom Vater und von der Mutter in die Wiege gelegt, d.h. die Chance, dass 2 Geschwister identisch sind beträgt «nur» 25%. Heute gibt es auch viele freiwillige registrierte unverwandte Personen, welche sich verdankenswerterweise für eine Blutstammzellspende zur Verfügung stellen. Eine gesunde HLA-identische Person (Geschwister oder unverwandt) wird an den meisten Zentren als Spenderin oder Spender in erster Priorität gewählt. Heute gibt es aber auch die Möglichkeit mit halbidentischen Familienmitgliedern (sog. haploidentisch) eine Transplantation erfolgreich durchzuführen, d.h. mit halb-identischen Geschwistern, Eltern, Kindern, evtl sogar Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins. Dies führt dazu, dass wir heute für die meisten Personen einen Spender oder eine Spenderin finden – sei es innerhalb der Familie, unter den unverwandten Spendern oder unter den Nabelschnurspenden.

Kommt man mit Nesselfieber (chronisch, unbekannte Ursache) als Spender in Betracht?

Maya Mezzera: Gemäss unseren Spendekriterien ist eine Registrierung bei chronischem Nesselfieber ohne bekannte Ursache leider nicht möglich.

Wie lange fällt ein Spender aus nach einer Knochenmark-Op. Und wer übernimmt die Kosten inkl allfällige Nachbehandlung bei Komplikationen

Jana van den Berg: Das ist sehr individuell. Nach einer Knochenmarkentnahme können Sie das Spital in der Regel am Folgetag verlassen. Rechnen Sie danach mit drei bis zehn Tagen Krankschreibung, je nach Beruf und je nachdem, wie Sie sich persönlich erholen. Was Spendende spüren, sind allenfalls Schmerzen an den Einstichstellen am Becken und die Zeichen einer vorübergehenden Blutarmut: Müdigkeit und weniger Kraft bei Anstrengung. Denn bei der Entnahme aus dem Becken wird, wie Sie vielleicht im Film gesehen haben, immer auch Blut mitentnommen. Der Körper bildet das Entnommene innerhalb weniger Wochen nach, vor allem die verlorenen roten Blutkörperchen(*). Kosten entstehen Ihnen keine, auch nicht für die Nachbetreuung. Die Versicherung der Patientin oder des Patienten bezahlt alles Medizinische. Lohnausfall und Spesen im Zusammenhang mit der Spende werden Ihnen durch Blutspende SRK Schweiz rückvergütet. Zur Nachbetreuung: Nach einem Monat folgt eine Kontrolle mit Blutbild und Arztgespräch, und während zehn Jahren erkundigt sich Blutspende SRK regelmässig nach dem Befinden. *=Wichtig: Das gilt für die Knochenmarkentnahme, die nur etwa jede zehnte Spende betrifft. Meist werden die Blutstammzellen ohne Operation über die Armvenen entnommen. Dabei geht kaum Blut verloren. Der Arbeitsausfall beträgt in der Regel zwei bis drei Tage, einige gehen schon am Folgetag wieder arbeiten.

Guten Tag, darf ich Knochenmark spenden, wenn ich Lithium nehme?

Maya Mezzera: Gemäss unseren Spendekriterien ist eine Spende nicht möglich bei einer Lithiumeinnahme. Eine Stammzellspende kann zum einen bei entsprechender Vorbelastung zu einem verstärkten emotionalen Stress führen und zum anderen können mit der Spende Spuren von Lithium auf den Empfänger übertragen werden, was vermieden werden soll, da diese noch viele andere Medikamente bekommen.

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Guten Tag Ich han gerade die Sendung gesehen. Ist sehr intetessant. Ich bin schon seit einigen jahren registriert. Meine Freundin noch nicht. Ich finde es etwas schade, dass nicht konkreter darauf hingewiesen wird, wie man sich möglichst einfach registrieren kann als normalbürger. Es gäbe bestimmt viele Zuschauer, welche das sofort machen würden. Warum blendet man nicht die offizielle Spenderwebseite oder ein QR code dazu ein während der Sendung? Das hat meiner meinung nach absolut gefehlt in dieser Spezialsendung. Danke für die Rückmeldung, Gruss

Maya Mezzera: Vielen Dank für Ihr Engagement als registrierter Blutstammzellspender und Ihre Anregung. Ich werde nun hier den Link einfügen, wie man sich ganz einfach online registrieren kann. Für alle Interessierten zwischen 18 und 40 Jahren: https://www.blutstammzellspende.ch

Herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Frage! Stimmt es dass die Typisierung des HLA-Typs nach wie vor in den USA durchgeführt wird und die Datenbank dort betrieben wird?

Jörg Halter: Jein – tatsächlich wurde die HLA-Typisierung von den Wattestäbchen eine Zeit lang aus Kostengründen alle in den USA durchgeführt. Die aktuell sehr lebhafte Import/Export- und Zollregulationen der US-Administration haben dazu geführt, dass die Typisierungen nun auch wieder in der Schweiz erfolgen. Es gibt verschiedene Datenbanken, welche von den nationalen Registern betrieben werden und untereinander vernetzt sind, da eine erfolgreiche Suche dann die besten Chancen hat, wenn sie weltweit erfolgt. Darin sind keine persönlichen Personendaten enthalten, lediglich eine internationale Spendernummer. Die Identität der Person ist bestenfalls dem nationalen Register bekannt – in der Schweiz zum Teil sogar nur dem regionalen Blutspendezentrum, wenn Sie sich dort registriert haben.

Ich habe keine Frage, jedoch danke ich allen welche Spenden. Als ehemals an MDS erkrankt, wäre ich heute ohne eine Stammzellenspende nicht mehr hier. Einfach ein grosses MÄSSIBOGGU.

Jana van den Berg: Herzlichen Dank für Ihre Zeilen. Dass Sie heute hier mitschreiben, zeigt besser als jede Zahl, was eine Spende bewirken kann. Ihr Mässiboggu kommt an: Hier lesen bestimmt auch Menschen mit, die gespendet haben oder registriert sind. Ihnen weiterhin alles Gute.

Ich habe mich beworben zur Spende, bekam jedoch danach eine Absage, da ich unter Pollen- und Hausstauballergien leide und Saisonal Allergietabletten nehmen muss. Weshalb spielen Allergien/Antihistaminikum eine Rolle bei der Spende?

Jörg Halter: Tatsächlich sind die unverwandten Register unter diesen Umständen mit der Aufnahme von Personen sehr zurückhaltend, da theoretisch auch ein grösseres Risiko für eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen eine bei einer Stammzellspende verwendete Substanz oder Material bestehen könnte. Die Sicherheit der freiwilligen Spender kommt hier zurecht an erster Stelle. Handelt es sich um eine schwere Allergie könnte diese zudem auf den Empfänger oder die Empfängerin übertragen werden, was ebenfalls nicht gewollt ist. Dennoch: vielen Dank, dass Sie sich beworben haben!

Wie steht es um die Heilungschancen eines Multiplen Myeloms. Alter 62.

Jörg Halter: Leider lässt sich diese Frage nicht so allgemein beantworten. Multiple Myelome können sich sehr unterschiedlich verhalten. Auch gibt es nur wenigen Krankheiten, bei deren Therapie in den letzten Jahren so viele Fortschritte gemacht und neue Therapien entwickelt wurden wie beim Multiplen Myelom. Ihre Frage lässt sich darum nur in einem persönlichen Gespräch mit einer Spezialistin oder einem Spezialisten beantworten.

Ich habe chronisch myeloische Leukämie (CML) Ich bin 66 Jahre alt und habe CML seit 19 Jahren. Ich weiss nicht warum ich nie auf eine Liste kam . Mein Arzt sagte er sei nicht spezialisiert. Und er wisse eine Nebenwirkung der Transplantation sei Depression. Ist es aufgrund meines Alters noch möglich eine Stammzellenspende zu erhalten? Ich bin immer sehr müde. Ist das normal bei der CML? Auch habe ich wenn ich Treppen hinaufsteige Atemprobleme. Ist das eine Nebenwirkung der Imatinib Einnahme (Generikum von Glivec) ? Besten Dank für Ihre Antwort.

Jörg Halter: Vielen Dank, dass Sie Ihre Frage mit uns teilen! Tatsächlich benötigen heute die wenigsten Patientinnen und Patienten mit CML eine Blutstammzelltransplantation zur Behandlung ihrer Krankheit. Die von Ihnen beschriebenen Beschwerden können viele Ursachen haben, welche nichts mit der CML oder ihrer Behandlung zu tun haben müssen. Eine sorgfältige Untersuchung durch Ihren Hausarzt kann hier sicher weiter helfen. Ich erlaube mir noch eine allgemeine Bemerkung, da Sie das Alter erwähnt haben: Tatsächlich spielt das Alter in Jahren für die Entscheidung eine Transplantation zu empfehlen nur eine sekundäre Rolle. Viel wichtiger ist das sogenannte «biologische Alter», d.h. die körperliche Fitness, welche sich je nach Person deutlich unterscheiden kann.

Guten Abend Ich habe seit letztem Jahr Morbus Bechtrew diagnostiziert. Kann ich mit der Immunkrankheit Stammzellenspender werden? Freundliche Grüsse

Maya Mezzera: Leider ist eine Registrierung mit dieser Diagnose nicht möglich. Es handelt sich um eine Autoimmunkrankheit und eine Stammzellspende könnte den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Bei der Spendetauglichkeitsprüfung geht es immer auch darum, Spender und Spenderinnen zu schützen vor negativen Auswirkungen einer Spende.

Wieso wurde im Beitrag nicht intensiver darüber berichtet, dass 90 % der Spender ohne Operation gemacht werden. Diese funktioniert ja wie eine normale Blutspende. Ich hab selber eine Stammzellen Transplantation hinter mir, welche vor 19 Monaten im Unispital Zürich durchgeführt wurde. Ich bin sicher, es hätte mehr Spender geben können, wenn auf die andere Gewinnung hingewiesen worden wäre.

Maya Mezzera: Ja, mittlerweile werden in etwa 90% der Spenden die Blutstammzellen aus dem Blut gewonnen. Dafür muss davor die Produktion von Blutstammzellen im Knochenmark angeregt werden. Sie können sodann aus dem Blut gefiltert werden mittels Apherese, welche 4-6 Stunden dauert. Wir bemühen uns, Interessierte immer über beide Spendearten aufzuklären. Danke nochmals für Ihre Spende und Ihr Engagement!

Ich habe mich vor ca. 15 Jahren registriert. Muss das erneuert werden oder bleiben diese Daten ewig registriert?

Jörg Halter: Nein, die Regstrierung muss nicht erneuert werden. Bitte denken Sie einfach daran, dass Sie die neue Adresse dem Register melden wenn Sie den Wohnort oder Ihre Kontaktdaten wechseln, sodass es möglich ist Sie zu kontaktieren wenn Sie für eine Spende in Frage kommen würden. Ihre Daten werden mit vollendetem 60.Lebensjahr aus dem Register gelöscht.

Ab welchem Alter kann man spenden? wie lange bleibt die Registrierung erhalten? ich war 1998 einmalig Spenderin, bin jetzt 64-jährig.

Jörg Halter: Eine Spende als unverwandte Spenderin oder Spender ist im Alter von 18-60 Jahren möglich. Mit vollendetem 60.Lebensjahr werden Ihre Daten aus dem Register entfernt. VIELEN HERZLICHEN DANK, DASS SIE SICH ALS SPENDERIN ZUR VERFÜGUNG GESTELLT HABEN! P.S.: für Familienmitglieder können auch jüngere oder ältere Personen spenden, sofern sie nach den medizinischen Vorabklärungen spendetauglich sind und mit einer Spende einverstanden sind.

Ich habe POEMS und bereits eine autologe Stammzellensammlung für mich schon hinter mir und bin in einer permanenten Immuntherapie mit Biologica und Softchemo. Aufgrund meines Krankheitsbilds bin ich wahrscheinlich für eine Spende nicht mehr geeignet. Ist das korrekt?

Jana van den Berg: Ja, das ist korrekt. Für die Spende an andere können sich nur gesunde Personen registrieren. Blut- und Krebserkrankungen gehören zu den Ausschlussgründen, und das gilt auch für das POEMS-Syndrom, eine seltene Bluterkrankung. Die Regel schützt beide Seiten: Sie selbst vor einer zusätzlichen Belastung und die Empfängerin oder den Empfänger, deren neues Blutsystem aus möglichst gesunden Zellen entstehen soll. Helfen können Sie trotzdem, etwa indem Sie junge Menschen in Ihrem Umfeld zur Registrierung motivieren. Alles Gute für Ihre Therapie.

Gibt es Einschränkungen bezüglich Gewicht oder Bluthochdruck als Spender? Wie läuft eine Stammzellenspende ab? Und gibt es in meiner Wohnregion (Brugg) eine einfache Möglichkeit zum spenden?

Jana van den Berg: Beim Gewicht gibt es zwei Grenzen: mindestens 50 kg und kein starkes Übergewicht (Body-Mass-Index über 40). Bluthochdruck wird bei der Registrierung abgefragt. Ob er ein Hindernis ist, hängt davon ab, wie gut er eingestellt ist und ob er auf andere gesundheitliche Probleme hinweist. Weitere Infos und Kontakte für Fragen finden Sie unter www.blutstammzellspende.ch. Von Brugg aus ist es einfach: Die Registrierung läuft online, den Wangenabstrich machen Sie zu Hause und schicken ihn per Post zurück. Zu einer Spende kommt es nur, wenn Ihre Gewebemerkmale zu einer erkrankten Person passen. Das kann lange dauern oder nie geschehen. Die Spende läuft so ab, wie im Film gezeigt, wobei die Knochenmarkspende heute die Ausnahme ist. In neun von zehn Fällen werden die Blutstammzellen aus dem Blut gewonnen: Sie erhalten etwa fünf Tage lang Spritzen mit einem Wachstumsfaktor, danach folgt die Entnahme in der Regel über die Armvenen während drei bis sechs Stunden, meist ambulant. Nur selten werden die Zellen in Vollnarkose aus dem Beckenknochen entnommen. Die Entnahme der Blutstammzellen erfolgt in einem der drei Entnahmezentren in Basel, Genf oder Zürich; von Brugg aus liegen Zürich und Basel am nächsten.

Ich bin 29 Jahre alt und männlich und habe eine sekundäre Myelofibrose. Möglicherweise werde ich deshalb eine allogene Stammzelltransplantation benötigen. Dabei machen mir vor allem die Risiken für den Empfänger Sorgen, zum Beispiel Graft-versus-Host-Erkrankungen, schwere Infektionen oder andere Komplikationen. Wird aktuell daran geforscht, diese Risiken weiter zu senken, und gibt es neue Verfahren oder Medikamente, durch die Stammzelltransplantationen in Zukunft sicherer werden könnten?

Jörg Halter: Tatsächlich wird in allen von Ihnen erwähnten Bereichen intensiv geforscht und unser Verständnis über die Komplikationen der Blutstammzelltransplantation wächst dank einem gut funktionierenden weltweiten Wissensaustausch mit unseren Kolleginnen und Kollegen kontinuierlich. Die Folge davon sind ein zunehmend besseres Verständnis über Risikofaktoren vor der Transplantation und auch eine grössere Zahl von neuen Medikamenten zur Vorbeugung und Behandlung von Graft-versus-Host-Krankheit und anderen Komplikationen. Auch wird die Nachsorge kontinuierlich angepasst. Über die Zeit sind die Resultate der Blutstammzelltransplantation denn auch besser geworden. Dies erlaubt es uns heute die Therapie auch Personen zu empfehlen, für welche eine solche Behandlung vor 10 oder 20 Jahren noch nicht in Frage gekommen wäre. Weiterhin ist die Empfehlung für eine Blutstammzelltransplantation eine sorgfältig abzuwägende Entscheidung. Neben dem möglichen Nutzen und den Risiken ist auch zu berücksichtigen, welche anderen Therapien zur Verfügung stehen (auch hier gibt es Fortschritte!) und wie die weitere Prognose mit oder ohne Blutstammzelltransplantation einzuschätzen ist. HIerfür braucht es ein persönliches Gespräch über mögliche Therapieoptionen.

Guten Abend ich bin registrierter Blutstammzellenspender und bin einmal für eine Spende in die erste Auswahl gekommen. Ich habe danach Blut abgegeben, um weitere Tests zu machen, ob ich wirklich in Frage komme. Das war im Juni 2025 und ich sollte bis Ende Jahr Bescheid bekommen, ob ich spenden kann. Wieso dauert das so lange? Nach meiner abgegebenen Blutprobe, habe ich aber nie wieder etwas gehört. Ich hätte mich gefreut eine Rückmeldung zu erhalten, warum es nicht geklappt hat.

Maya Mezzera: Ich bedaure, dass Sie bisher noch keine Information erhalten haben. Es kann in der Tat manchmal viel Zeit vergehen zwischen der Kontrolltypisierung, die Sie vermutlich gemacht haben und einer Anfrage für die eigentliche Spende. Der Hauptgrund dafür liegt bei der gesundheitlichen Situation des Patienten, bzw. der Patientin. Eine Spende und die dafür nötigen Vorbereitungen sind nur möglich, wenn der Patient stabil genug ist. Deshalb kann es zu langen Verzögerungen kommen. Wir bemühen uns im Schweizer Register, die angefragten Spenderinnen und Spender so gut wie möglich auf dem Laufenden zu halten. Zudem ist immer auch möglich, dass die Spende mit einem anderen Spender, bzw. Spenderin durchgeführt worden ist. Gerne können Sie uns direkt anschreiben und wir geben Ihnen ein Update.

Guten Tag ich habe soeben die Sendung über die Stamm Zellen Transplantation gesehen und bin tief betroffen. vor 7 Jahren erkrankte ich mit 54 Jahren selber an einer akuten Leukämie. Nach mehreren Chemotherapien mit wochenlangen Spitalaufenthalten im Isolierzimmer, diversen Infekten und Komplikationen, gab es letztendlich nur noch die Chance einer Stamm Zellen Transplantation. Auf der weltweiten Datenbank konnte kein Spender gefunden werden. Mein damals gerade volljähriger Sohn war breit, seine Zellen zu spenden! Und es kam gut! Dieses Geschenk bindet uns in besonderer Weise aneinander. Ich kenne somit mein Lebensretter sehr gut und bin ihm ewig dankbar. Mein Dank geht an meine fünfköpfige Familie, allen Freunden und dem Personal der Hämatologie vom UNI Spital Basel. All diesen Menschen verdanke ich. Dass ich noch lebe und es mir den Umständen entsprechend gut geht und ich eine für mich hohe Lebensqualität geniessen darf! In dankbarer Verbundenheit mit all jenen Spendern, die gewillt sind damit ein Leben zu retten!

Jana van den Berg: Herzlichen Dank, dass Sie Ihre Geschichte teilen. Dass Ihr Sohn, damals gerade volljährig, für Sie gespendet hat und Sie sieben Jahre später von einer hohen Lebensqualität berichten, berührt sehr und macht vielen Mitlesenden Mut. Zur Einordnung für alle: Entscheidend für den Erfolg ist, dass die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger möglichst vollständig übereinstimmen. Sonst steigt das Risiko, dass die Spenderzellen den Körper angreifen (Graft-versus-Host-Krankheit). Deshalb wird in der Regel zuerst nach einem voll passenden Geschwister oder einer voll passenden unverwandten Person gesucht. Für etwa 70 bis 75 Prozent der Patientinnen und Patienten, für die in der Schweiz eine unverwandte Spenderin oder ein unverwandter Spender gesucht wird, findet sich jemand Passendes. Kinder erben ihre Gewebemerkmale je zur Hälfte von Mutter und Vater und passen deshalb zur Hälfte zu ihren Eltern. Eine solche Familienspende ist heute ein etablierter und guter Weg, wenn im Register niemand passt. Ihnen, Ihrem Sohn und Ihrer ganzen Familie alles Gute.

Gibt es viele Rezidive oder kann mann es immer ein zweites Mal versuchen? Ich hoffe es nicht dass es mir passiert. Bin dank Ihnen und der/dem unbekannten Spender/in seit 3 Jahren in Remission und überaus dankbar mit allem was es mit sich bringt ♡

Jörg Halter: Leider sind Rückfälle in den ersten Jahren der häufigste Grund für eine nicht erfolgreiche Transplantation. Die Gefahr eines Rückfalls hängt sehr stark von der Grundkrankheit ab für welche eine Transplantation notwendig wurde und dem Krankheitsstadium unmittelbar vor der Transplantation. Das Risiko eines Rückfalls ist im ersten Jahr nach Transplantation am grössten und nimmt mit zunehmendem Abstand von der Transplantation immer weiter ab. Sollte es zu einem Rückfall kommen kann auch eine zweite Transplantation sinnvoll sein und zur Heilung führen. Dies muss im Einzelfall sorgfältig entschieden werden. Nach 3 Jahren in Remission dürfen Sie mit Zuversicht langfristige Zukunftspläne machen. Wichtig: auch wenn es nicht zu einem Rückfall kommt ist die Langzeitnachsorge wichtig um Spätfolgen der erfolgten Therapien vorzubeugen.

Ich bin W28, hatte aber vor 3 Jahren eine TVT (Tiefevenenthrombose). Ich nehme voraussichtlich für immer Blutverdünner. Die Ursache konnte nicht eindeutig ermittelt werden. Zudem habe ich diverse Lebensmittelallergien. Darf ich Stammzellen spenden?

Etter Annina: Solange die TVT nicht durch eine genetische Ursache bedingt ist, ist sie kein Aussschlusskriterium für eine Nabelschnurblutspende. Dies wird aber vorgängig durch ihr ausfüllen eines med. Fragebogen genau überprüft. Allenfalls benötigt man dafür noch den ärztlichen Bericht des entsprechenden Vorfalles. Bezüglich den Allergien, diese stellen kein Hindernis dar für eine Nabelschnurblutspende.

Ist die Studienlage ausreichend, um zu sagen, dass es keine höheren Krebsrisiken durch Gabe der Wachstumsfaktoren gibt? Warum wird die Knochenmarkspende weniger häufig angewandt?

Jörg Halter: Dies ist eine ganz zentrale Frage, welche seit Beginn der Verwendung von Wachstumsfaktoren sehr sorgfältig bei einer mittlerweile sehr grossen Anzahl von Spenderinnen und Spendern weltweit und auch in der Schweiz untersucht wurde. Heute dürfen wir auf solider Datenbasis festhalten, dass mit den bis anhin verwendeten Wachstumsfaktoren kein erhöhtes Krebsrisiko einhergeht. Es ist richtig, dass Knochenmarkspenden heute im Vergleich zu peripheren Blutstammzellspenden seltener vorkommen. Je nach Grundkrankheit, welche zu einer Transplantation führt, können periphere Blutstammzellspenden etwas vorteilhafter sein. Auch ist der Aufwand für das Entnahmeteam etwas geringer und es braucht keine Narkose. Grundsätzlich sind aber alle Transplantationen mit beiden Stammzellquellen möglich. Die Spenderinnen und Spender können frei entscheiden.

Ich wollte mich für die Blutstammzellenspende registrieren lassen und hätte 100.- zahlen müssen. Ich habs dann nicht weitergezogen…. Es hat mich genervt.

Maya Mezzera: Dies war ein Missverständnis. Bei der Online Registration als Blutstammzellspender oder -spenderin werden Sie gefragt, ob Sie sich an den Kosten der Registration beteiligen möchten. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Spende. Sie können sich auch ohne Geldspende registrieren.

Guten Tag, ich bin 56, weiblich, habe Zoeliakie. Bin ich für eine Spende zu alt bzw. Würde ich auf Grund der Zoeliakie überhaupt in Frage kommen? Ich habe im nächsten Umfeld erlebt, was eine Spende möglich machen kann- vielen Dank für Ihre Arbeit.

Maya Mezzera: Leider ist eine Registration nur im Alter zwischen 18 und 40 Jahren möglich. Medizinische Studien haben gezeigt, dass Transplantationen mit Blutstammzellen von jüngeren Spenderinnen und Spendern zu einer besseren Überlebenschance für die erkrankte Person führen. Zöliakie ist zudem ein Ausschlussgrund für eine Registration.

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