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Thursday, September 24, 2026

Meta VR Glasses ausprobiert: Was kann die ultraleichte VR-Brille?

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Virtual Reality hat ein schwieriges Jahr. Meta Platforms hat seine VR-Investitionen empfindlich gedrosselt und damit einen Schock in der Branche ausgelöst. Zahlreiche kleine und große VR-Studios haben geschlossen oder großen Teilen ihrer Belegschaft gekündigt.

Trotz dieser Kurskorrektur steckt Meta weiterhin Geld in Virtual Reality, insbesondere in neue Hardware. Berichten zufolge ist eine neue Meta Quest für das angestammte Gaming-Publikum sowie eine kompakte Premium-VR-Brille in Entwicklung, mit der Meta medienaffine Nutzer für VR begeistern will.

Letztere wurde in der Nacht auf Donnerstag vorgestellt und hört auf den Namen Meta VR Glasses. Sie kostet 1299 US-Dollar in den USA und soll im Frühjahr 2027 in allen Quest-Märkten, also auch Deutschland, erscheinen. Wir haben sie bei einer Meta-Veranstaltung in London ausprobiert.

Schon beim ersten Anfassen wird der größte Unterschied zu Schwergewichten wie Meta Quest 3 oder Apple Vision Pro deutlich: Die Meta VR Glasses sind klein, liegen leicht in der Hand und lassen sich fast wie eine normale Brille auf- und absetzen. Das macht sie alltagstauglicher, mobiler und sozialverträglicher als bisherige Geräte. Aufgrund des veränderten Formfaktors können wir uns eher vorstellen, die Meta VR Glasses auf Reisen mitzunehmen und im Zug oder Flugzeug zu nutzen als herkömmliche VR-Brillen.

Die kompaktere Bauform und das geringere Gewicht gehen allerdings mit Kompromissen einher: Die Linsen sind kleiner, wodurch das Sichtfeld schmaler ausfällt, als man es sich von modernen VR-Brillen gewohnt ist. Dieser Eindruck wird in der Passthrough-Ansicht und in Mixed-Reality-Anwendungen dadurch abgemildert, dass das periphere Sichtfeld aufgrund der offenen Bauweise der VR-Brille unverstellt bleibt. Etwas enttäuscht hat uns die Qualität des Passthrough, das sich gegenüber der Meta Quest 3 kaum verbessert zu haben scheint. Ein längerer Test muss zeigen, ob sich dieser erste Eindruck bestätigt.

Seitenansicht der schwarzen Meta VR Glasses auf einem transparenten Aufsteller, mit sichtbar schlankem Brillenbügel und Verbindungskabel zum Taschencomputer.

VR Meta Glasses in der Profilaufnahme.

(Bild: Tomislav Bezmalinović / heise medien)

Gut gefallen hat uns, dass sich die Linsen von Hand verschieben und asymmetrisch einstellen lassen für ein klareres Bild. Letzteres hat Mehrwert, weil bei vielen Menschen die Augen nicht exakt gleich weit von der Gesichtsmitte entfernt liegen.

Die neuen Micro-OLED-Displays sind vor allem durch ihren höheren Kontrast aufgefallen. Anders als bei Quest-Headsets wirken dunkle Inhalte in Spielen und Filmen tatsächlich schwarz statt grau. Die HDR-Darstellung und kräftigere Farben, die das Headset bieten soll, sind hingegen kaum ins Gewicht gefallen. Das könnte aber am vorgeführten Material gelegen haben.

Gezeigt wurden uns erstaunlich wenige neue Anwendungsfälle, dafür vieles, was VR-Enthusiasten seit Jahren kennen: 3D-Filme und Xbox-Cloud-Gaming auf einer großen virtuellen Leinwand, eine immersive Sportübertragung aus der ersten Zuschauerreihe sowie Produktivitätsanwendungen.

Bei letzteren konnten wir das Bild eines Laptops per Handgeste drahtlos in die VR-Brille übertragen und auf mehrere virtuelle Bildschirme verteilen. In einer Vibecoding-Demo gestalteten wir anschließend mithilfe von Metas KI-Agent das Erscheinungsbild einer Webseite: In einem Terminalfenster gaben wir Anweisungen ein, während wir auf einem anderen Bildschirm das Ergebnis direkt verfolgen konnten. Getippt haben wir auf einer AR-Tastatur, die von der VR-Brille auf dem Tisch vor uns eingeblendet wurde. Dieses von uns bereits getestete System ist aber nach wie vor kein ernsthafter Ersatz für eine physische Tastatur.

Unter allen Demos hat uns am ehesten eine neue Version des VR-Kultspiels „Beat Saber“ überzeugt, die ohne Controller gespielt wird. Sie funktioniert erstaunlich gut und machte überraschend viel Spaß.

Nicht ausprobieren konnten wir grafisch anspruchsvollere VR-Spiele, die separat erhältliche Lichtabschirmung sowie Metas neue Telepräsenzlösung „Hologram“, die lebensechte Avatare darstellen soll. Letztere wäre für Nutzer von Meta-Headsets tatsächlich neu und gehört zu den Funktionen, auf die wir besonders gespannt sind.

Der neue Formfaktor und die Micro-OLED-Displays rücken diese Anwendungen in kein radikales neues Licht. Aber wenn sie dazu führen, dass die Brille häufiger und länger genutzt wird, dürfte Meta schon zufrieden sein. Denn die Nutzerbindung ist nach wie vor eines der größten Probleme von VR-Brillen: Zu viel Umständlichkeit bei der Nutzung führt dazu, dass die Geräte immer seltener aufgesetzt werden und früher oder später im Schrank verschwinden.

In den vergangenen zehn Jahren hat Meta systematisch daran gearbeitet, die größten Hürden für einen Mainstream-Erfolg virtueller Realität abzubauen. Doch weder autarke VR-Headsets noch niedrige Preise oder ein reichhaltiges Spieleangebot konnten VR zu breiter Akzeptanz verhelfen. Mit den Meta VR Glasses nimmt sich Meta deshalb einer der letzten vermuteten Hürden der Technik an: dem Formfaktor. Sollte auch dieser Ansatz nicht wesentlich mehr Menschen dauerhaft für VR gewinnen, dürfte es schwieriger werden, noch an den großen Durchbruch der Technik zu glauben.

Innenseite der Meta VR Glasses mit den beiden Linsen, Nasenauflagen und gepolsterter Gesichtsauflage.

Kleine VR-Brille, kleine Linsen.

(Bild: Tomislav Bezmalinović / heise medien)

Bei zwei Aspekten der Meta VR Glasses bleiben nach unserem Kurztest Bedenken: Erstens wirken die Nutzeroberfläche und Bedienung trotz deutlicher Anleihen bei Apple Vision Pro noch immer uneinheitlich und frickelig, was die dauerhafte Nutzung beeinträchtigen dürfte. Zweitens fragten wir uns, ob selbst die rund 100 Gramm noch zu schwer sind, um die Brille über längere Zeit ohne zusätzliche Kopfhalterung beschwerdefrei zu tragen. Das lässt sich nach unserem 15-minütigen Test nicht abschließend beurteilen.

Der ultimative Härtetest dürfte sein, einen Avatar-Film von Anfang bis Ende anzusehen, ohne dass die Brille unangenehm auf die Nase drückt. Sollte das tatsächlich gelingen, wären Kompromisse wie das schmalere Sichtfeld unserer Ansicht nach verschmerzbar. Die beste VR-Brille ist am Ende nämlich die, die man regelmäßig aufsetzt.

Transparenzhinweis: Der Autor wurde von Meta zu einer Vorschau der Meta VR Glasses eingeladen. Meta hat die Reisekosten übernommen. Vorgaben zur Art und zum Umfang unserer Berichterstattung gab es nicht.

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