Millennial-Melancholie – Wie eine Neuenburgerin mit Nostalgie zum Social-Media-Hit wurde

Babar, Pingu, Diddl: Es sind Figuren aus einer vergangenen Kindheitswelt, die die Neuenburgerin «Palomastapes» seit einigen Monaten in den sozialen Medien aufleben lässt.
Ihre gezeigten Retro-Spielzeuge, VHS-Ausschnitte und alten PC‑Spiele lassen bei Tausenden Millennials Erinnerungen wach werden.
Dabei deutete zunächst nichts darauf hin, dass ihre Leidenschaft einmal auf derart grosse Begeisterung stossen würde.
Ursprünglich sei ihr Vorhaben lediglich ein persönliches gewesen: «Ich wollte meinen Kindern einfach die Zeichentrickfilme meiner eigenen Kindheit zeigen».
Ermutigt von ihrem Umfeld, wollte sie auch ein Online-Publikum an ihren Kindheitserinnerungen teilhaben lassen. Erinnerungen an Rituale aus einer langsameren Zeit: Statt Songs zu streamen, «sich bewusst für eine eine Kassette entscheiden, sie aus ihrer Hülle nehmen, sie in den Videorekorder schieben und auf das unverwechselbare Geräusch des Zurückspulens warten.»
Innerhalb weniger Wochen schnellen die Zahlen ihres Instagram-Accounts in die Höhe, ihre Videos erreichen teils bereits über hunderttausend Aufrufe.
«Scharniergeneration» zwischen analog und digital
Für Paloma geht dieser Erfolg über reine Unterhaltung hinaus und zeigt, wie sehr sie damit ihre Altersgenossen erreicht.
Millennials, die zwischen Anfang der 1980er- und Ende der 1990er-Jahre geboren wurden, bildeten demnach eine echte «Scharniergeneration»: «Die einzige Generation, die eine zu 100 Prozent analoge Kindheit erlebt hat, bevor sie ab der Jugend in die vollständig digitale Welt der 2000er-Jahre wechselte – mit MSN Messenger, Skyblog und Streaming-Plattformen», beschreibt sie.
«In einer Zeit, die von Unmittelbarkeit und einem ununterbrochenen Strom von Bildschirminhalten geprägt ist, bringt die Langsamkeit einer VHS-Kassette eine längst vergessene Form von bewusster Aufmerksamkeit und Geduld zurück.»
Ein «emotionales Kuscheltier»
Angesichts von Unsicherheiten, Krisen und dem Druck des Erwachsenenlebens wirken diese ikonischen Gegenstände für sie wie ein tröstlicher Schutzwall: «Sich an VHS-Kassetten festzuhalten, ist wie ein echtes emotionales Kuscheltier», erklärt Paloma.
Dabei habe sie keineswegs vor, ihr Wohnzimmer in ein erstarrtes Museum zu verwandeln. Ihre Kassetten, ihr Furby und ihr Röhrenfernseher gehören ganz selbstverständlich zum Alltag ihrer Familie und werden von ihren Kindern benutzt und geschätzt.
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