40 Milliarden Dollar für Nvidia-Chips: SpaceX soll riesige Finanzierung planen
Elon Musks SpaceX plant offenbar, 40 Milliarden US-Dollar aufzunehmen, um damit den Kauf von Nvidia-Chips zu finanzieren, wie die Financial Times berichtet. Laut Informationen von Insidern sollen dabei rund zehn Milliarden US-Dollar über Bankkredite und weitere 30 Milliarden über Investment-Grade-Anleihen aufgenommen werden.
Angeführt wird die Finanzierung vom Vermögensverwalter Apollo, der die Schulden bei einem breiten Investorenkreis platzieren soll. Anleihemanager Pimco gehörte zu dem kleinen Kreis der Kreditgeber. Der Abschluss der Transaktion wird für 2027 erwartet. Weder Apollo, Pimco, SpaceX noch Nvidia äußerten sich bisher zu den Plänen.
Nach Bekanntwerden der Gespräche über die geplante Refinanzierung notiert die SpaceX-Aktie am 7. Oktober 2,5 Prozent tiefer. Zuvor war sie innerhalb von fünf Tagen um rund 15 Prozent gestiegen – wodurch Elon Musk seinen Status als Billionär zurückerlangte. Der Rücksetzer zeigt allerdings, dass Anleger die schuldenfinanzierten KI-Investitionen zunehmend kritisch bewerten, zumal diese teils auf Überkreuz- und Kreisgeschäften beruhen.
Enormer Kapitalbedarf
Tech-Unternehmen nehmen aktuell enorme Summen auf, um ihre Investitionen in Rechenzentren, Chips und andere KI-Infrastruktur zu finanzieren. Das weltweite Volumen von Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen von Hyperscalern, Rechenzentren und anderen KI-Infrastrukturprojekten ist seit Jahresbeginn auf mindestens 360 Milliarden US-Dollar gestiegen, wie Zahlen von Bloomberg zeigen. Damit entfallen 5,8 Prozent der weltweiten Anleiheemissionen auf diesen Bereich. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 1,9 Prozent.
Kommt die geplante Finanzierung zustande, würde das die Beziehung zwischen SpaceX und Nvidia weiter vertiefen. Musk, der auch das KI-Unternehmen xAI leitet, kündigte vor Kurzem an, dass das von xAI betriebene Rechencluster Colossus 2 seine Nvidia-Chips bis Jahresende möglicherweise mehr als verdoppeln könnte. Nvidia würde damit seine Führungsposition als Chiphersteller trotz wachsender Konkurrenz untermauern.
Im August hatte Nvidia wiederum eine Partnerschaft angekündigt, um eine 500 Milliarden US-Dollar schwere Finanzierungsplattform für KI-Infrastruktur aufzubauen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde von Apollo, Blackrock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR unterzeichnet.
Nach dem Börsengang im Juni, bei dem SpaceX 86 Milliarden US-Dollar einnahm, stuften Ratingagenturen das Unternehmen als solide Schuldnerin ein. SpaceX bekam ein Investment-Grade-Rating. Keine zwei Wochen später lieh sich das Unternehmen über Anleihen 25 Milliarden US-Dollar bei Anlegern, die zunächst stark gefragt waren.
Mittlerweile sind Anleger jedoch skeptischer geworden. Die SpaceX-Anleihen mit Laufzeit bis 2056 werden laut MarketAxess nur noch zu rund 85 Cent je US-Dollar Nennwert gehandelt. Anleger verlangen 2,27 Prozentpunkte mehr Rendite als für US-Staatsanleihen, ein Aufschlag in gefährlicher Nähe zum Ramschniveau.
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