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Wednesday, October 28, 2026

Mbappé-Meme wird zur Staatsaffäre: So reagiert On

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  • Kylian Mbappé löst mit einem Scherz über Mao Zedong in China einen diplomatischen Eklat aus.
  • Mehrere chinesische Firmen beenden ihre Werbeverträge, der Staatssender CCTV zeigt keine Laliga-Spiele mehr.
  • Mbappé und Laliga-Präsident Javier Tebas entschuldigen sich, Tebas trifft zudem Chinas Botschafter in Spanien.

Ein Scherz über ein Internet-Meme hat für Kylian Mbappé brisante Folgen: Mehrere chinesische Firmen haben ihre Werbeverträge mit dem Real-Madrid-Star beendet und der Staatssender CCTV zeigt vorerst keine Spiele der spanischen Liga mehr. Auch für die Sportmarke On, deren zweitgrösster Markt China ist und die Mbappé als Markenbotschafter verpflichtet hat, sorgt der Fall für Aufsehen.

Auslöser ist ein älterer Ausschnitt aus der französischen Talkshow «The Bridge», der am Montag im Internet auftauchte und sofort viral ging. Darin wird der französische Superstar nach dem lustigsten Meme von sich gefragt. Mbappé antwortet, sein Gesicht sei auf den Körper von «irgendeinem Typen – ich glaube, einem chinesischen Diktator» gesetzt worden.

Warum der Scherz in China für Empörung sorgt

Gemeint ist offenbar Mao Zedong, der 1949 die Volksrepublik China ausrief und bis 1976 an ihrer Spitze stand. Das Bild nutze er auch beim Online-Gaming mit Freunden, offenbart Mbappé im Clip. Die ursprüngliche Aufnahme ist inzwischen nicht mehr verfügbar – Nachrichtenagenturen konnten das Video nicht unabhängig verifizieren.

In China gilt Spott über Mao als Tabu. Dort lösten Mbappés Worte heftige Reaktionen aus, auch das Aussenministerium meldete sich zu Wort. Die Unternehmen Dongpeng, Mengniu und Milkground kündigten ihre Zusammenarbeit mit dem Franzosen. CCTV strich Laliga-Übertragungen und Werbung mit ihm aus dem Programm. Inzwischen können Nutzer ihm auf den chinesischen Plattformen Weibo und Xiaohongshu nicht mehr neu folgen.

Auch On hat auf Anfrage von 20 Minuten Stellung zu dem Vorfall bezogen. Man nehme die Entschuldigung von Mbappé gerne zur Kenntnis. «Wir haben grossen Respekt vor dem chinesischen Volk», schreibt On. Weiter heisst es: «Wir stehen weiterhin im Dialog mit unseren Partnern und geben zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Kommentar ab.»

Auch die spanische Liga entschuldigt sich

Am Dienstag entschuldigte sich Mbappé auf X: Seine Bemerkung sei «unüberlegt» gewesen. Er verstehe, dass er Menschen in China verletzt habe, und respektiere das Land und seine Geschichte. Auch Laliga-Präsident Javier Tebas reagierte mit deutlichen Worten: «Wir von Laliga bedauern zutiefst die Äusserungen von Kylian Mbappé.» Man sei sich des verursachten Schadens bewusst. Im Namen der Liga entschuldigte er sich beim chinesischen Volk.

Dürfen Sportstars öffentlich über politische Figuren scherzen?

Tebas traf sich zudem mit Chinas Botschafter in Spanien. Die Liga will künftig mit einem Kommunikationsprotokoll ähnliche Vorfälle verhindern. Der chinesische Fussballverband verlangte ausserdem eine formelle Entschuldigung von Mbappé und Real Madrid. Der Klub selbst wollte sich gegenüber Reuters nicht äussern. Wie lange der TV-Boykott andauert, ist offen.

Céline Eicher

Céline Eicher (eic), Jahrgang 1996, arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Sport.

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