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Monday, November 2, 2026

"Streiks passen nicht zur Lage": Bayerns Arbeitgeber gehen IG Metall scharf an

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"Streiks passen nicht zur Lage"Bayerns Arbeitgeber gehen IG Metall scharf an

02.11.2026, 02:15 Uhr

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Die Warnstreiks der IG Metall haben am 1. Oktober begonnen. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Autoindustrie steckt in einer existenziellen Krise, die IG Metall beschließt dennoch Warnstreiks. Von den Arbeitgebern aus Bayern kommen dazu harte Töne. Für Arbeitskämpfe sei es nicht die richtige Zeit, die Gewerkschaft solle sich mäßigen.

Der Chef der bayerischen Metall-Arbeitgeber fordert die IG Metall angesichts der beginnenden Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie zur Mäßigung auf. "Die Gewerkschaft sollte es nicht übertreiben", sagte Bertram Brossardt der "Süddeutschen Zeitung". "Streiks passen überhaupt nicht zur momentanen Lage." 

Hintergrund ist die stockende Tarifrunde für 3,7 Millionen Arbeitnehmer im wichtigsten Industriezweig in Deutschland, die während einer tiefen Krise von Autobauern und zahlreichen anderen Firmen stattfindet. Die Arbeitgeber hatten kürzlich 2,3 Prozent mehr Geld (1,3 Prozent Lohnerhöhung, 1 Prozent Sonderzahlung) bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von 26 Monaten angeboten, die IG Metall hatte das zurückgewiesen und zu Warnstreiks für die kommende Woche aufgerufen. 

Erstmals erläuterte Brossardt öffentlich, wie sich die Arbeitgeber die von ihnen geforderten Kostenentlastungen für Unternehmen vorstellen. Demnach sollen kriselnde Betriebe ihren Beschäftigten nicht mehr Geld zahlen müssen. "Bei einer Umsatzrendite unter 2,3 Prozent sollen die Firmen auch die Lohnerhöhung nicht zahlen müssen, die wir jetzt verhandeln. Und auch nicht die Sonderzahlung, die wir anbieten", so Brossardt gegenüber der Zeitung. Für die Beschäftigten, die im Vergleich zu anderen Branchen gut verdienen, sei das zumutbar, so Brossardt. "Sie sind am Ende ja auch froh, wenn sie ihren Arbeitsplatz behalten." Ein weiterer Hebel, um für die Firmen Kosten zu reduzieren, liege in längeren Arbeitszeiten, etwa einer 38- statt der laut Tarifvertrag geltenden 35-Stunden-Woche. "Das wäre eine Möglichkeit." 

"Deutsche kränker als anderswo"

Brossardt kritisierte auch die nach seinen Angaben hohen Krankenstände in vielen Betrieben, dazu hatten die Arbeitgeber bei der Gewerkschaft einen "Gesprächswunsch" angemeldet. "Wenn man Unternehmen betrachtet, die verschiedene Standorte in Europa haben, dann sieht es so aus, als ob die Bevölkerung in Deutschland kränker ist als anderswo. Ich will das gar nicht bewerten. Uns geht es darum, gemeinsam mit der Gewerkschaft etwas hinzubekommen, um den im internationalen Vergleich deutlich zu hohen Krankenstand dauerhaft zu reduzieren", sagte Brossardt dem Blatt. 

Der Forderung der IG Metall, dass Beschäftigte in Betrieben, denen es gut geht, künftig automatisch an diesen Gewinnen beteiligt werden sollen, erteilte der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall-Arbeitgeber hingegen eine Absage. "Es sind nur 20 Prozent der Betriebe, denen es wirklich gut geht. Das betrifft Branchen, die schon in der Vergangenheit die zu starken Lohnerhöhungen der Autoindustrie mitmachen mussten. Die können jetzt nicht extra zahlen", so Brossardt. "Wenn man sie dazu zwingt, werden viele von ihnen den Tarifvertrag verlassen." 

In der kommenden Woche sollen die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern fortgesetzt werden. Die IG Metall fordert unter anderem 5 Prozent mehr Gehalt bei einer angestrebten Laufzeit des Tarifvertrags von 12 Monaten. 

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