The Daily Newsstand · Free, Always
Wednesday, October 28, 2026

Abfindungsprogramm ab Dezember: Mercedes plant weiteren Stellenabbau

Translate

Abfindungsprogramm ab DezemberMercedes plant weiteren Stellenabbau

28.10.2026, 14:20 Uhr

00:00

04:12

622448878
Bei Mercedes stehen die Zeichen auf Sparen. (Foto: picture alliance/dpa)

Am Dienstag senkt Mercedes seine Umsatz- und Gewinnerwartung. Nun klagt Konzernchef Källenius: "Deutschland macht etwa 15 Prozent des Umsatzes aus, aber zwei Drittel unserer Beschäftigten und Strukturen sind hier." Er kündigt Konsequenzen an.

Der Autobauer Mercedes will weiter sparen und dafür zusätzliche Jobs in Deutschland abbauen. "Um unsere festen Kosten weiter zu verringern, haben wir entschieden, das Abfindungsprogramm in Deutschland im Dezember wieder in Gang zu setzen", sagte Mercedes-Chef Ola Källenius bei einer Telefonkonferenz zur Veröffentlichung der Quartalszahlen. Die Gewinnmarge der Autosparte von Mercedes halbierte sich den Angaben des Autobauers zufolge im dritten Quartal nahezu.

"Deutschland macht etwa 15 Prozent des Umsatzes aus, aber zwei Drittel unserer Beschäftigten und Strukturen sind hier", sagte Källenius. Das Unternehmen könne bislang keine näheren Angaben zu den zu streichenden Stellen machen.

Källenius betonte seine Absicht, weiter zu sparen. "Wir werden die Strukturen des Unternehmens weiterhin entschlossen an die Ertragslage des Unternehmens anpassen", sagte er. Die Arbeitskosten in China, Ungarn, Rumänien und den USA seien niedriger als in Deutschland. Osteuropa als Ganzes stehe "jedem Industriellen" offen, der erweitern wolle.

Der Autobauer hatte insbesondere wegen der Probleme in Fernost am Dienstag bereits seine Umsatz- und Gewinnerwartung für 2026 abgesenkt. Für das Gesamtjahr wird nun nur noch eine Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent erwartet. Bislang war von drei bis fünf Prozent ausgegangen worden. Beim Vorsteuergewinn geht Mercedes von einem Ergebnis wie im Vorjahr aus, zuvor war eine deutliche Verbesserung prognostiziert worden.

China-Geschäft bricht weg

Nach Unternehmensangaben sackte die bereinigte Umsatzrendite im dritten Quartal von 4,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 2,5 Prozent ab. Als Gründe nannte der Konzern das wegbrechende China-Geschäft sowie Ausgaben für neue Produkte. Der operative Gewinn im Autobereich fiel mit 560 Millionen Euro weniger als halb so groß aus wie im Vorjahreszeitraum. In China ging der Absatz um 31 Prozent auf 86.800 ausgelieferte Autos zurück. Die Marktbedingungen seien im Laufe des Jahres "noch herausfordernder geworden, insbesondere in China", erklärte Källenius.

"Neben dem zunehmend herausfordernden Marktumfeld in China erwartet die Mercedes-Benz Group höhere Kosten im vierten Quartal, inklusive höherer Materialkosten", erklärte der Konzern dazu. Bereits bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im Juli hatte Mercedes unter Verweis auf Probleme in China seine Umsatzprognose nach unten angepasst. Im zweiten Quartal war der Absatz in der Volksrepublik um 30 Prozent eingebrochen. Das China-Geschäft bereitet den deutschen Autoherstellern massive Schwierigkeiten. Die Konsumstimmung im größten Automarkt der Welt ist weiterhin schlecht, zugleich kommen deutsche E-Autos im Vergleich zu deutlich günstigeren chinesischen Modellen kaum an.

Källenius hob das "anhaltende Absatzwachstum in Europa und den USA" sowie steigende Verkäufe von E-Autos hervor. Die Verkaufszahlen für reine Elektrofahrzeuge stiegen zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52 Prozent auf über 78.000 Einheiten. "Unsere neuen Modelle kommen bei unseren Kundinnen und Kunden an", erklärte der Konzernchef.

"Konsequente Kostendisziplin und starke Ergebnisbeiträge von Mercedes-Benz Vans und Mercedes-Benz Financial Services helfen uns, den Gegenwind abzufedern", führte er aus. Das Nutzfahrzeuggeschäft von Mercedes war mit 397 Millionen Euro Betriebsgewinn und einer Umsatzrendite von 9,4 Prozent einträchtig. Auch das Kreditgeschäft legte deutlich zu, auf einen Betriebsgewinn von 445 Millionen Euro.

View the original on n-tv →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.