"Noch an diesem Wochenende" : US-Botschafter hält Angriff auf Iran für möglich

"Noch an diesem Wochenende" US-Botschafter hält Angriff auf Iran für möglich
24.10.2026, 03:57 Uhr
Während acht Außenminister in Istanbul über ein Ende des Iran-Kriegs sprechen, macht der türkische US-Botschafter Andeutungen über ein nahes Wiederaufflammen der Kämpfe. Das könnte noch an diesem Wochenende passieren, sagt er. Trump hält sich bedeckt.
Die USA könnten nach Einschätzung ihres Botschafters in der Türkei, Tom Barrack, bereits an diesem Wochenende den Iran angreifen. "Könnte es an diesem Wochenende einen Angriff geben? Absolut", sagte Barrack in einem Interview mit dem Podcaster Mario Nawfal, aus dem das israelische Armeeradio am Freitag einen Ausschnitt ausstrahlte. Der US-Diplomat Barrack ist zugleich für Syrien zuständig, mit der Iran-Politik der US-Regierung aber nicht unmittelbar befasst.
US-Präsident Donald Trump sei zugleich weiterhin offen für eine Einigung mit dem Iran, sagte Barrack. Seit Monaten liefen entsprechende Gespräche. Nach längerem diplomatischem Stillstand hatte Trump zuletzt erneut Angriffe auf den Iran ins Spiel gebracht, zuvor jedoch erklärt, diese würden nicht vor den US-Kongresswahlen am 3. November erfolgen. Trump selbst hielt sich zu Barracks Aussagen bedeckt. "Das hat mein Botschafter gesagt?", sagte der US-Präsident auf eine Rückfrage dazu in Florida vor Journalisten und fügte an: "Wenn das so ist, weiß ich nichts davon."
Die "New York Times" hatte am Mittwoch unter Berufung auf US-Regierungsvertreter und weitere mit den Beratungen vertraute Personen berichtet, die Streitkräfte der USA und Israels hätten konkrete Pläne für neue Angriffe auf den Iran nach den US-Kongresswahlen ausgearbeitet. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, der bei der Parlamentswahl am Dienstag eine weitere Amtszeit anstrebt, hatte in den vergangenen Tagen wiederholt damit gedroht, die Führung im Iran zu stürzen.
Außenministertreffen in Istanbul
Derweil warben Außenminister aus acht Ländern bei einem Treffen in Istanbul für eine diplomatische Lösung der Konflikte in der Golfregion und forderten die Öffnung der Straße von Hormus. Es herrsche Einigkeit, "dass Diplomatie und Dialog der einzige Weg nach vorn sind", sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan zum Abschluss der Beratungen. "Es gibt einen enormen Spielraum für Diplomatie, aber auch einen enormen Spielraum für Krieg", sagte Fidan. Entscheidend sei daher, "welche Haltung die beteiligten Akteure, die Staaten in der Region und einige globale Akteure einnehmen werden".
Bundesaußenminister Johann Wadephul forderte den Iran und die Huthi-Miliz auf, ihre Angriffe auf die internationale Schifffahrt einzustellen. An den Gesprächen in der türkischen Metropole nahmen neben Wadephul und Fidan die Außenminister von Großbritannien, Italien und Frankreich sowie der Regionalmächte Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten teil. Die acht Länder kamen erstmals in diesem Format zusammen. Themen des Treffens waren der Iran-Krieg, die Blockade der Straße von Hormus durch Teheran, die anhaltenden Angriffe der mit Teheran verbündeten Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien und der Ukraine-Krieg.
Die Teilnehmer des Treffens in Istanbul pochten auf ein "sofortiges Ende des Krieges, sowohl am Golf als auch in der Ukraine", sagte Fidan. "Wir sind uns alle einig, dass ein neuer Angriff auf den Iran tatsächlich zu einer weiteren Ausbreitung des Krieges und der Konflikte in der Region führen würde", fügte er mit Blick auf die USA und Israel hinzu, die den Krieg mit ihren Angriffen im Februar begonnen hatten.
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