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Saturday, September 12, 2026

Warum strategisches Wählen an Bedeutung gewinnt

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Die Sozialdemokraten holen im Rennen um die stärkste Kraft im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern auf. Ein Grund für die Entwicklung könnte der Wahlkampf der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sein. Mit dem Slogan "Die Frau gegen Blau" wirbt sie um Wählerstimmen.

Die Botschaft ist klar: Wer die AfD als stärkste Kraft verhindern will, müsse sein Kreuz bei der SPD setzen.

Etwas mehr als eine Woche vor der Landtagswahl zeichnet sich laut ZDF-Politbarometer ein knappes Rennen ab: AfD und SPD ringen um Platz eins.

11.09.2026 | 1:30 min

Manuela Schwesig profitiert von Beliebtheit

Schwesig spreche so auch diejenigen an, die die AfD nicht unterstützen wollen, sich aber auch keiner anderen Partei besonders verbunden fühlen, erklärt Wahlforscher Matthias Jung im ZDF-Interview:

Die Ministerpräsidentin hat ein sehr hohes persönliches Ansehen. Dadurch kann sie Stimmen von politisch weniger gebundenen Wählerinnen und Wählern für sich gewinnen.

Matthias Jung, Wahlforscher

AfD, Linke, BSW und FDP kritisieren Wahlempfehlungen in Sachsen-Anhalt

Dass Menschen ihre Stimme strategisch vergeben, war zuletzt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu beobachten. Auch die Internet-Plattform "Taktisch Wählen" sprach hier Wahlempfehlungen aus, in den meisten Wahlkreisen zugunsten von SPD und Grünen. Das Ziel: Die absolute Mehrheit der AfD verhindern. Mit einer Plakatkampagne hatte außerdem die Berliner NGO "Campact" für die taktische Stimmvergabe an SPD und Grüne geworben.

Der Amtsbonus von Ministerpräsidentin Schwesig helfe der SPD, die aktuelle Wahlkampfstrategie mit Negativ-Campaigning berge jedoch die Gefahr eines Backlashs, erklärt Wolfgang Muno.

11.09.2026 | 8:23 min

Kritik gibt es dafür nun unter anderem vom BSW-Vorsitzenden Fabio De Masi und FDP-Generalsekretär Martin Hagen. Beide erklären gegenüber ZDFheute, taktisches Wählen sei zwar legitim, die Einflussnahme von NGOs allerdings nicht.

Auch Stephan Brandner (AfD) lehnt die Kampagnen auf Nachfrage von ZDFheute im Namen der AfD-Bundestagsfraktion ab. Sie seien rechtswidrig und demokratiefeindlich. Auch Ines Schwerdtner, Vorsitzende der Linken, sprach sich am Montag in der Bundespressekonferenz gegen taktisches Wählen aus:

Ich finde, Menschen sollten aus Überzeugung Programme, Inhalte und Menschen wählen.

Ines Schwerdtner, Vorsitzende der Linken

ZDF-Reporterin Svenja Bergerhoff berichtet über den Wahlkampf der Oppositionsparteien in Mecklenburg-Vorpommern.

11.09.2026 | 3:03 min

Keine Beanstandungen von SPD und Grünen

Die Profiteure der Kampagnen in Sachsen-Anhalt, SPD und Grüne, üben keine Kritik. Aus SPD-Kreisen heißt es gegenüber ZDFheute, unterschiedliche Aufrufe und Überlegungen seien Teil des demokratischen Wettbewerbs.

Der Bundesvorstand der Grünen macht auf Anfrage deutlich, dass man sich bewusst darüber sei, dass das Ergebnis der Landtagswahl auch durch taktisches Wählen entstanden ist. Dennoch hätten die Wählerinnen und Wähler abgewogen, wem sie ihre Erst- und Zweitstimme geben, heißt es weiter:

Taktisches Wählen bedeutet nicht, dass Bürger*innen ihre Wahlentscheidung ohne eigene Überzeugung treffen.

Bundesvorstand B'90/Die Grünen

ZDF-Reporterin Patricia Schäfer berichtet über den Wahlkampf der Regierungsparteien in Mecklenburg-Vorpommern.

11.09.2026 | 2:28 min

Strategische Wahlentscheidungen ein bekanntes Phänomen

Strategische Wahlentscheidungen gebe es laut Matthias Jung schon immer. Sie würden aber aktuell an Einfluss gewinnen: "Menschen haben inzwischen nicht mehr so eine starke Bindung an eine bestimmte Partei. Von daher fällt es ihnen viel leichter, von einer Partei zu einer anderen zu wechseln. Da fällt dann auch taktisches Wahlverhalten leichter."

Wie groß die Rolle von strategischem Wählen in Mecklenburg-Vorpommern letztlich sein wird, sei unklar, so Jung weiter.

Auch könne der Wahlforscher heute noch nicht einschätzen, welche Rolle taktisches Wahlverhalten langfristig - auch mit Blick auf die kommenden Bundestagswahlen - spielen wird. Das zeige sich immer erst kurz vor einer Wahl.

Deetje Kräft berichtet aus dem ZDF-Hauptstadtstudio.

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem ZDFheute live am 11.09.2026 um 11:30 Uhr.

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