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Monday, October 26, 2026

Dem Neuenburgersee fallen die Ufer weg – Saugbagger rettet sie

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  • Am Neuenburgersee verschwindet in der Region Grande Cariçaie jedes Jahr rund ein Meter Ufer durch Erosion.
  • Ein schwimmender Saugbagger holt den Sand vom Seegrund zurück ans Ufer, danach wird Schilf angepflanzt.
  • Die Arbeiten kosten 900'000 Franken, ein Kilometer Ufer wird geschützt, die zweite Phase beginnt Anfang 2027.

Rund ein Meter Sand verschwindet in der Region Grande Cariçaie jedes Jahr an den Ufern des Neuenburgersees. Schuld ist die Erosion. Sie entsteht durch Wellen, Bootsverkehr und starke Zuflüsse. Um die Seeufer wiederherzustellen, braucht es 14'000 Kubikmeter Sand. Und genau hier kommt ein schwimmender Saugbagger zum Einsatz.

Drei Jahre habe es gedauert, eine geeignete Lösung zu finden, sagt Ludovic Piccand vor Ort. Er ist Direktor der Firma, die die Arbeiten mit dem Saugbagger durchführt. Die Kosten von 900'000 Franken tragen die Kantone Waadt und Freiburg sowie der Bund, wie RTS berichtet.

Wo früher Wasser war, ist jetzt Strand

Das Prinzip ist einfach: «Die Maschine gräbt mit ihrem Arm bis in eine Tiefe von 5,4 Metern und saugt den Sand unter Wasser ein», erklärt Piccand gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Zusammen mit dem Wasser bringe die Maschine den Sand zurück ans Ufer. Dort entstehe eine sanfte Neigung, damit die Wellen ihn nicht mehr abtragen könnten. Dann folgt Schritt zwei: «Wir bauen Schilf an und bauen den Schilfgürtel wieder auf.»

«In einigen Jahrzehnten würden sie ohne Massnahmen überflutet werden.»

Michel Baudraz vom Verein Grande Cariçaie

Auf zwei Uferabschnitten ist das Ergebnis bereits sichtbar. Wo das Wasser einst 50 Zentimeter tief war, liegt jetzt wieder ein Sandstrand. Insgesamt wird so aktuell ein Kilometer Ufer geschützt.

Und dieser Kilometer hat es in sich. Hinter dem Abschnitt liegen laut Michel Baudraz, Direktor des Vereins Grande Cariçaie, Naturgebiete von sehr hohem Wert und archäologische Stätten, die zum Unesco-Welterbe gehören. Dazu kommen Wohnhäuser, die nur etwa fünfzig Meter vom Wasser entfernt stehen. Baudraz sagt: «In einigen Jahrzehnten würden sie ohne Massnahmen überflutet werden.» Die zweite Phase der Arbeiten beginnt Anfang 2027.

Wie würdest du das neue Ufer am Neuenburgersee am liebsten nutzen?

Florian Osterwalder

Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.

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