Rover Idefix bereit zum Start ins Marsuniversum
Gebaut in Deutschland und Frankreich, soll der Rover Idefix auf dem Marsmond Phobos landen und ihn erkunden. Idefix soll dabei helfen, erstmals Bodenproben aus dem Marssystem zur Erde zu bringen.
15.10.2026 | 2:35 minZwei Monde hat unser Nachbarplanet Mars. Sie heißen Phobos und Deimos. Daten und Bilder der Monde gibt es viele von US-amerikanischen und europäischen Missionen im Marsuniversum. Eine geglückte Landung auf einem von ihnen aber bislang noch nicht. Kein Wissenschaftler kann daher sicher das Rätsel ihrer Entstehung lösen. Markus Grebenstein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erklärt:
Sie könnten eingefangene Asteroiden sein, aber auch durch Einschläge rausgebrochene Teile vom Mars.
Markus Grebenstein, DLR
Japan will erstmals auf Marsmond landen
Die Martian Moons eXpolration, kurz MMX, der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa soll dies jetzt ändern. Sie will in einer fünfjährigen Mission die Marsmonde detailliert aus dem Orbit untersuchen und erstmals auf einem der Monde, auf Phobos, landen.
Die beiden Marsmonde sind neben dem Erdmond die einzigen Monde im inneren Sonnensystem. Sie sind viel kleiner als der Erdmond und nicht kugelförmig.
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04.10.2026 | 2:52 minDie Umgebungsbedingungen sind mit circa minus 170 Grad bis plus 70 Grad Celsius extrem hart. Das Interesse gilt dem größeren Mond Phobos. Er ist nur 6.000 km vom Mars entfernt, sieht aus wie eine Kartoffel, ist mit 27 km Durchmesser nicht größer als Berlin. Japan hat Erfahrungen mit der Landung auf kleinen Himmelskörpern - Japaner sind bereits zweimal spektakulär auf Asteroiden gelandet.
Das Ziel dieser Mission ist nicht nur, zu landen, sondern 2031 die ersten Proben vom Marsmond Phobos zur Erde zu bringen, um mehr über die Entstehung unseres Sonnensystems zu erfahren. Yasuhiro Kawakatsu von Jaxa sagt:
Das Besondere ist, dass wir die Probe aus dem Marssystem zur Erde zurückbringen, das erste Mal für die Menschheit.
Yasuhiro Kawakatsu, Jaxa
Damit das gelingt, haben die Japaner Wissenschaftler aus Europa eingeladen, Teil der Mission zu sein. Deutsche und Franzosen bekamen den Auftrag, einen kleinen Wissenschafts-Rover zu bauen, nicht schwerer als 25 Kilogramm.
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14.07.2026 | 2:17 minIdefix kommt 2028 zum Einsatz
Voraussichtlich Ende 2028 soll das MMX-Mutterraumschiff den kleinen Rover "Idefix" aus 40 Metern Höhe auf die Oberfläche von Phobos abwerfen. Dort soll er sich selbstständig aufrichten, seine Solarpaneele aufklappen, Energie tanken und 100 Tage lang den unbekannten Boden des Mondes erkunden, damit die gigantischen Füße des Raumschiffs dann sicher auf Phobos landen können.
Der Boden kann Pulverschnee bis knallhart alles sein, der kann auch kollabieren, wenn was drauf landet - Idefix wird daher unser Scout sein.
Markus Grebenstein, DLR
Die Franzosen gaben dem Rover seinen Namen: Idefix. Weil er so klein und neugierig sei wie der Hund des Comichelden Obelix, erzählt der französische Projektleiter Julien Baroukh.
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27.04.2026 | 18:20 minIdefix - ein deutsch-französischer Rover
Gebaut, entwickelt und getestet wurde Idefix in München und Toulouse. Er besteht aus Aluminium und hat einen Computer sowie ein Spektrometer und ein Radiometer zur besseren Analyse des Bodens an Bord. Auch zwei Kameras vorn und hinten, um möglicherweise Sand an den schaufelbaggerähnlichen Rädern zu sehen.
Idefix ist zwar auf der Erde so schwer wie eine Getränkekiste, aber auf Phobos so leicht wie ein Briefumschlag, denn der Mond hat nur ein Tausendstel der Erdanziehungskraft. Deshalb kann Idefix nur im Schneckentempo fahren, um nicht abzuheben.
Allererste Probe aus dem Marsuniversum
Auf dem japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima, einer Insel ganz im Süden Japans, startet die Mission mit der neusten japanischen H3-Rakete. Nach etwa sieben Monaten ist der Mars erreicht - circa ein Jahr wird der Mond Phobos kartiert - dann erst beginnt die Mission von Idefix und die Landung des Mutterraumschiffs. Nach erfolgreicher Probenentnahme auf Phobos soll das Material in einer Rückkehrkapsel etwa 2031 die Erde erreichen.
Über dieses Thema berichtete das ZDF im gemeinsamen Morgenmagazin mit der ARD am 15.10.2026 ab 05:30 Uhr.
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