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Tuesday, October 20, 2026

Website veröffentlicht tausende Mails: Riesiges Email-Datenleak bei der AfD

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Die AfD wird Opfer eines Email-Datenleaks: Eine Website veröffentlicht zehntausende interne Mails. Die Partei spricht von einem „Hackerangriff“.

Konrad Litschko

Die AfD ist Opfer eines massiven Email-Leaks geworden. Am Montag tauchten auf einer Internetseite Datensätze zu offenbar mehr als 421.000 parteiinternen Emails auf, mit einer Dateigröße von insgesamt 281 Gigabyte. Diese datieren von diesem Herbst bis zurück ins Jahr 2014 und stammen unter anderem von Parteichefin Alice Weidel, Parteivize Beatrix von Storch oder den früheren AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen oder Alexander Gauland.

Rund 39.000 der Mails wurden auf der Website offenbar mithilfe von KI zusammengefasst. 611 dieser Nachrichten werden demnach mit „kritischen“ Inhalten bewertet, die vermeintliche Straftaten dokumentieren. Weitere 10.450 Mails werden mit „hoher“ Relevanz eingruppiert, die „schweres Fehlverhalten“ zeigen sollen.

Wer für die Aktion verantwortlich ist, blieb vorerst offen. Die Website-Betreiber antworteten auf eine taz-Anfrage zunächst nicht. Auf der Internetseite heißt es nur: „Das Archiv ermöglicht Journalistinnen, Forschenden und der Öffentlichkeit, Primärmaterial direkt zu prüfen, statt sich auf Zusammenfassungen aus zweiter Hand zu verlassen.“

Die AfD erklärte auf taz-Anfrage, dass es im September 2026 einen „Hackerangriff“ auf einen Hosting-Dienstleister der Partei gegeben habe, bei dem „Teile einiger weniger“ Mail-Postfächer widerrechtlich kopiert worden seien. Die meisten Konten seien aber „seit Jahren nicht mehr genutzt“ worden. „Dieser Angriff wurde rasch erkannt sowie beendet“, so ein Parteisprecher. Aktuelle Mail-Postfächer des AfD-Bundesverbands seien nicht betroffen.

Antisemitisches auf Telegram, Drogenverkauf am Infostand

Tatsächlich aber datieren die Mails laut Website bis in den September dieses Jahres. Die Journalistin und IT-Spezialistin Lilith Wittmann erklärte nach erster Sichtung, sie halte die Daten für echt.

In den Zusammenfassungen der als „kritisch“ eingestuften Mails geht es etwa um eine AfD-Landtagsabgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern, zu der sich parteiintern über einen Bericht über antisemitische Beiträge auf ihrem Telegram-Kanal beraten wird. Um ein internes „Dossier“ über problematische Äußerungen des AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich. Um ein Parteiausschlussverfahren gegen einen AfD-Kreisvorstand, der sich holocaustleugnend und Hitler verherrlichend geäußert haben soll.

Um einen anderen Ortschef, der zurücktreten musste wegen einer „Heil Hitler“-Weihnachtskarte, oder um ein Mitglied, das über „Muselmanen“ und das „dreckige Monster Merkel“ geschrieben haben soll. Ein anderer dokumentierter Mailbetreff lautet: „Verkauf von Hakenkreuzfahnen und Drogen am Infostand in Bottrop durch Kreisvorstandsmitglied – Maßnahmen erforderlich.“

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