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Wednesday, October 21, 2026

Andreas Audretsch im Frühstart: UN-Bericht zum Klima "ist eine Horrornachricht"

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Andreas Audretsch im FrühstartUN-Bericht zum Klima "ist eine Horrornachricht"

21.10.2026, 10:41 Uhr

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Nach einem aktuellen UN-Bericht könnte sich die Erde noch in diesem Jahrhundert um 2,8 Grad erwärmen. Diese Zahl sei "eine Horrornachricht", sagt Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch. Mit Blick auf die Proteste in Frankreich fordert er Konsequenzen auch in Deutschland.

Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch hat angesichts der Proteste in Frankreich mehr Unterstützung für junge Menschen gefordert. "Man muss sich um die Sorgen dieser jungen Menschen ganz konkret kümmern und das ernst nehmen", sagte Audretsch im Frühstart von RTL und ntv. "Das heißt Geld für Sanierung, Geld für Jugendeinrichtungen und vor allem das zentrale Problem: die Preiskrise lösen." Auch in Deutschland müsse die Politik handeln: "Wir müssen die Lage von jungen Menschen verbessern, damit sie spüren, dieser Staat hat für sie auch etwas anzubieten."

Audretsch verwies auf die Situation in seinem Wahlkreis Berlin-Neukölln. In Jugendeinrichtungen "kommen die Decken runter, und junge Menschen fragen sich schon: Was bin ich eigentlich wert in einer Gesellschaft, wenn gleichzeitig das, was man an wenigem Geld hat, am Ende nicht mehr dazu reicht, sich die geringsten Dinge leisten zu können?"

Kritik an Dobrindt und Schwerdtner

Ein Potenzial für vergleichbare Unruhen in Deutschland sieht Audretsch derzeit nicht. Dennoch müsse die Politik verhindern, dass sich junge Menschen alleingelassen fühlten. In Frankreich seien viele verzweifelt. "Die haben echte Sorgen, und die haben echte Probleme. Und das wird instrumentalisiert von Kriminellen, die dort tatsächlich versuchen, Gewalt in die Gesellschaft zu tragen", so Audretsch.

Dem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt warf Audretsch vor, migrantische Jugendliche pauschal zu verurteilen. "Das hilft am Ende gar nichts, vor allem, wenn man auf der anderen Seite massiv spart", so Audretsch. Der CSU-Politiker Dobrindt hatte Linksextremisten und Migranten für die Gewalt bei den Protesten in Frankreich verantwortlich gemacht. "Wer nicht klar benennt, dass sich hier Linksextremisten und ein migrantisches Milieu zum gemeinsamen Kampf gegen das demokratische System auf der Straße treffen, hat die Situation nicht verstanden", sagte Dobrindt am Montag der "Bild"-Zeitung.

Zugleich kritisierte Audretsch Äußerungen der Linken-Vorsitzenden Ines Schwerdtner als sozialromantisch. "Das ist zynisch, das in dieser Art und Weise zu kommentieren." Schwerdtner hatte die Wut der friedlichen Demonstranten als berechtigt bezeichnet, Gewalt und Zerstörung aber ausdrücklich verurteilt. Audretsch betonte, Plünderungen bedrohten Existenzen. Gegen Gewalttäter müsse der Staat hart vorgehen.

2,8 Grad Erwärmung: "Die Klimakrise eskaliert gerade"

Mehr staatliche Investitionen fordert Audretsch auch im Kampf gegen die Klimakrise. Angesichts der aktuellen UN-Projektion von 2,8 Grad Erderwärmung warb er für saubere Technologien und eine Reform der Schuldenbremse. "Die Klimakrise eskaliert gerade. 2,8 Grad, die jetzt gemeldet wurden, das ist eine Horrornachricht, wenn man in die Zukunft schaut", so Audretsch.

Nach dem heute veröffentlichten Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP könnte sich die Erde noch in diesem Jahrhundert um 2,8 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmen. Für die verschlechterten Aussichten nennt der Bericht den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen und nach oben korrigierte historische Emissionsdaten.

Audretsch warb dafür, Klimaschutz und die Entlastung von hohen Energiepreisen gemeinsam anzugehen. Dazu sollten der Umstieg auf Elektromobilität und neue Technologien vorangetrieben sowie Menschen durch direkte Überweisungen unterstützt werden.

Für den Umbau der Wirtschaft verlangte Audretsch mehr staatliches Engagement. "Wir brauchen in der Transformationsphase hohe Investitionen, gerade auch staatliche Investitionen in neue Technologien, gerade zum Beispiel beim Ausbau von Ladeinfrastruktur." Zur Finanzierung bekräftigte er die Forderung nach einer Reform der Schuldenbremse. Dabei gehe es auch darum, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Die Produktion von Wärmepumpen und Elektroautos müsse hierzulande gestärkt werden. "Wir sehen, dass die Produktion neuer Technologien weltweit nach oben schießt. Die Frage ist nicht, passiert das? Sondern die Frage ist, wo passiert das?", so Audretsch. In China werde die Produktion bereits hochgefahren. Deutschland müsse aufpassen, bei den Zukunftstechnologien nicht den Anschluss zu verlieren.

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