Berlin zieht Olympia-Bewerbung offiziell zurück
Berlin hat seine Olympia-Bewerbung zwei Tage vor der Entscheidung über den deutschen Kandidaten zurückgezogen. "Heute ist ein trauriger Tag für Berlin. Olympische und Paralympische Spiele wären eine Riesenchance für Berlin und für Ostdeutschland gewesen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei einer Pressekonferenz. Schon am Mittwoch waren die Rückzugspläne bekannt geworden.
In Berlin war die Chance auf eine Olympia-Bewerbung durch den Sieg der Linken bei der Wahl des Abgeordnetenhauses deutlich gesunken.
22.09.2026 | 2:20 minBewerbung sollte bis zu sechs Millionen Euro kosten
Die Metropole wollte sich mit dem Konzept "Berlin+" gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Berlin galt vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) am Samstag hinter München und Köln-Rhein-Ruhr aber nur noch als krasser Außenseiter. Für die Kosten der Bewerbung hatte die Hauptstadt bis 2027 bis zu sechs Millionen Euro eingeplant.
Bei der nationalen Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele setzt München unter anderem auf den Charme der Spiele von 1972.
23.09.2026 | 2:16 minLinke: Abgeordnetenhauswahl bestimmt Olympia-Bewerbung
Das Scheitern hat zahlreiche Gründe. Bei der Abgeordnetenhauswahl wurde der schwarz-rote Senat, der die Pläne vorangetrieben hatte, abgewählt. Wahlsiegerin Elif Eralp (Linke), die neue Regierende Bürgermeisterin werden könnte, ist Olympia-Gegnerin und hatte bereits den Bewerbungsprozess samt Kosten kritisiert.
Tatsächlich wurde die Abgeordnetenhauswahl zunächst als Stellvertreter-Referendum angesehen, da es in Berlin, anders als in München und Nordrhein-Westfalen, keinen Bürgerentscheid zur Bewerbung gab. Das Thema spielte im Wahlkampf aber so gut wie keine Rolle.
Kaum eine Region vereint soviel Spitzensport auf sich wie Köln Rhein-Ruhr. Dazu lockt der mögliche Olympia-Standort mit hohem Potenzial beim Ticketverkauf.
23.09.2026 | 2:23 minBürgermeister kritisiert Linkspartei
Berlins Regierender Bürgermeister Wegner machte daraufhin die Linken-Spitzenkandidatin für den Rückzug der Olympiabewerbung verantwortlich. Nachdem Eralp öffentlich gesagt habe, dass sich die Bewerbung von Berlin erledigt habe, hätten ihm Vertreter von Spitzensportverbänden "klar signalisiert", dass die Stadt keine Chancen mehr habe, sagte Wegner am Donnerstag in Berlin vor Journalisten bei einer Pressekonferenz zur Begründung der Entscheidung. Berlin sei eine "Riesenchance" genommen worden.
Die negativen Äußerungen der Linken-Politikerin Elif Eralp über die Bewerbung Berlins hatten auch den Olympia-Beauftragten Kaweh Niroomand verärgert.
22.09.2026 | 3:33 minOlympischer Sportbund: "Ein großes Zeichen von Fairness"
DOSB-Präsident Thomas Weikert zollte den Berlinern Respekt für ihren Entschluss. Es sei "ein großes Zeichen von Fairness und Respekt. Es unterstreicht, dass es den Verantwortlichen in der Hauptstadt vor allem darum geht, die Spiele endlich wieder nach Deutschland zu holen. Unabhängig vom Austragungsort", sagte Weikert.
Eine außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB entscheidet am Samstag in Baden-Baden, ob München oder Köln-Rhein-Ruhr als deutscher Bewerber ins Olympia-Rennen geht.
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