News kompakt: Frankreich geht auf Schüler-Forderungen ein
In Frankreich geht die Regierung erstmals auf Forderungen der Zehntausenden Schüler ein, die seit drei Wochen das Land mit Massenprotesten überziehen. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte den kurzfristigen Einsatz von mehr als 3000 Vertretungslehrern an. Sie würden an den 114 weiterführenden Schulen eingesetzt, wo der Lehrermangel am größten sei, teilte der Premier mit. Bis zum Dienstag sollen die Lehrer ihre Arbeit aufgenommen haben. Lecornu stellte auch zusätzliches Geld in Aussicht.

Am Donnerstag beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums abermals landesweit mehr als 71.000 Menschen an Protest- und Blockadeaktionen. Mehr als 500 Menschen seien festgenommen worden, knapp 50 Sicherheitskräfte seien verletzt worden, gab das Ministerium weiter bekannt.
Britischer Premier bietet Merz Kampfjet-Kooperation an
Großbritanniens Premierminister Andy Burnham hat bei seinem Antrittsbesuch in Berlin für eine Wiederannäherung seines Landes an die Europäische Union geworben. Er setze sich sehr dafür ein, im Zuge eines für November geplanten EU-Großbritannien-Gipfels eine engere Zusammenarbeit zu erreichen, sagte Burnham nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Auch die Beziehungen zu Deutschland will Burnham rund zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum intensivieren.

Der Premierminister bot die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfjets an. Konkret geht es um den Einstieg Deutschlands in das sogenannte GCAP-Programm, an dem auch Japan und Italien beteiligt sind. GCAP (Global Combat Air Programme) ist ein Projekt für einen neuen Tarnkappen-Bomber. Er soll die japanischen F-2-Kampfflugzeuge sowie die britischen und italienischen Eurofighter ersetzen.
Nobelkomitee verkündet Träger des Friedensnobelpreises
In Norwegens Hauptstadt Oslo wird an diesem Freitag der Friedensnobelpreisträger 2026 bekannt gegeben. Insgesamt gingen in diesem Jahr laut Nobelkomitee 287 Nominierungen ein. Unter den Favoriten sind der ukrainische Menschen- und Kinderrechtsaktivist Mykola Kuleba, die Kinderhilfsorganisation "Save the Children" sowie die Nichtregierungsorganisation Komitee zum Schutz von Journalisten.

Der mit elf Millionen Schwedischen Kronen (knapp eine Million Euro) dotierte Preis wird traditionell am 10. Dezember in Oslo überreicht. Das ist der Todestag des Chemikers und Stifters Alfred Nobel. Er widmete den Preis den Verdiensten um Völkerverständigung, Abrüstung und Frieden. Im vergangenen Jahr wurde die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado ausgezeichnet.
Microsoft soll laut US-Regierung mehr Amerikaner einstellen
Die US-Regierung will Microsoft die Einstellung ausländischer Arbeitskräfte erschweren. Vizepräsident JD Vance kündigte an, der Softwarekonzern werde wegen mutmaßlichen Missbrauchs aus dem sogenannten PERM-Programm ausgeschlossen. Darüber können Firmen ausländische Mitarbeiter unbefristet beschäftigen und ihnen zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung in den USA verhelfen. Die Botschaft laute: "Ihr müsst mehr Amerikaner einstellen", erklärte der Stellvertreter von Präsident Donald Trump.

Arbeitsminister Keith Sonderling teilte mit, auch andere Technologiekonzerne seien für das PERM-Programm gesperrt worden, darunter der Photoshop-Anbieter Adobe und der französische IT-Dienstleister Capgemini. Außerdem ermittele sein Ministerium gegen neun renommierte Universitäten wie Harvard, Yale und Standford. Sie stünden in dem Verdacht, ausländische Studenten über spezielle Ausbildungs- und Forschungsvisa ins Land zu holen, um das US-Lohnniveau zu drücken.
Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen nehmen stark zu
Psychische Erkrankungen sorgen in Deutschland für erheblich mehr Ausfälle von Beschäftigten als noch vor zehn Jahren. Von 2016 bis 2025 stieg die Zahl der Krankschreibungstage wegen entsprechender Diagnosen um 42 Prozent, wie aus einem Datenreport des Bundesverbands der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) hervorgeht. Besonders häufig sind demnach Arbeitnehmer im Dialogmarketing, etwa in Callcentern, betroffen. Hier kommen 39 Fälle von Arbeitsunfähigkeit auf 100 AOK-Versicherte. Auf Platz zwei folgen mit größerem Abstand Pflegekräfte und Kinderbetreuer.
Insgesamt liegen psychische Erkrankungen nach ihrer Häufigkeit deutlich hinter Atemwegsinfektionen oder Muskel-Skelett-Erkrankungen. Bei der durchschnittlichen Dauer der Krankschreibung nehmen sie jedoch mit 28,5 Tagen je Fall einen Spitzenplatz ein. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beobachtet bei der mentalen Gesundheit von Erwerbstätigen nach eigenen Angaben eine "gleichbleibende Verschlechterung" seit 2020. Anzeichen für eine mögliche Verbesserung gebe es nicht.
EU-Parlament macht Weg für Verbot von Bleimunition frei
Jäger in der Europäischen Union sollen künftig keine bleihaltige Schrotmunition mehr verwenden dürfen. Das EU-Parlament in Straßburg ließ eine entsprechende Vorlage passieren, die noch von der Kommission in Brüssel beschlossen werden muss. Dies gilt als Formsache. Nach einer Übergangsfrist von sieben Jahren dürfte dann Bleimunition für die Jagd und das Sportschießen weder verkauft noch verwendet werden.

Blei ist ein giftiges Schwermetall, das sich in Organismen und der Umwelt anreichern kann. Laut der Europäischen Chemikalienagentur ECHA können sich Vögel mit herumliegendem Bleischrot vergiften. Menschen können das Schwermetall aufnehmen, wenn sie Fleisch von Wildtieren verzehren, die mit Bleimunition erlegt wurden. Die Bereiche Militär, Sicherheit und Verteidigung sind von den neuen Regeln nicht betroffen.
se/jj/pgr (dpa, afp, ap, rtr, kna, epd)
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