Ukraine-Krieg: Putin schlägt Treffen mit Trump und Xi vor
US-Vermittler Witkoff in Moskau Putin schlägt Treffen mit Trump und Xi vor
Stand: 21.10.2026 • 13:55 Uhr
In St. Petersburg berät Russlands Präsident Putin mit dem US-Vermittler Witkoff über den Ukraine-Krieg. Zum Auftakt der Gespräche schlug Putin ein Dreier-Treffen mit Trump und Xi in China vor - und kündigte erste Diesellieferungen an die USA an.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein gemeinsames Treffen mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping ins Spiel gebracht. Den Vorschlag machte der Kremlchef, nachdem er in St. Petersburg den US-Sondergesandten Steve Witkoff empfangen hatte, um mit ihm über den Ukraine-Krieg zu beraten.
Ein konkretes Datum nannte Putin nicht. Auch aus dem Kreml selbst hieß es, für ein solches Treffen gebe es noch keine Agenda. Eine Möglichkeit wäre ein Zusammentreffen beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) im November.
Noch vor Putins offiziellem Vorschlag hatte die Ukraine auf die Berichte über das mögliche Dreier-Treffen reagiert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drängte darauf, dass die Ukraine ebenfalls an solch einem Zusammentreffen teilnehmen müsse. Es dürfe keine Gespräche über die Ukraine ohne die Ukraine geben.
Vorschläge aus Beratungen in Oslo auf dem Tisch
Vor Beginn der Beratungen mit Trumps Sondergesandten Witkoff dankte Putin dem US-Präsidenten für dessen Bemühungen, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Und er gab bekannt, dass der US-Amerikaner Stephen Hubbard freigelassen werde. Hubbard war 2024 zu langer Haft verurteilt worden, weil er als Söldner an der Seite der ukrainischen Streitkräfte gekämpft haben soll.
Witkoff zeigte sich vor dem Auftakt der Gespräche optimistisch. Er hoffe auf konkrete Schritte für einen Friedensprozess. Es gebe eine Basis für einen Waffenstillstand. Der Sondergesandte äußerte zudem die Hoffnung, Putin werde gemeinsamen Verhandlungen über ein mögliches Kriegsende zustimmen, an denen neben Russland und den USA auch die Ukraine direkt beteiligt sein soll. Bislang hatte Russland das stets abgelehnt.
Basis des heutigen Treffens sind Gespräche, die am Dienstag in der norwegischen Hauptstadt Oslo stattgefunden hatten. Daran beteiligt waren der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie Vertreter von NATO und EU. Zentrale Punkte waren unter anderem Sicherheitsgarantien für die Ukraine, territoriale Fragen, Sanktionen sowie die europäische Sicherheit nach dem Krieg.
Der Kreml kündigte an, die neuen Vorschläge prüfen zu wollen. Ein Fortschritt im Bemühen, den "Ukraine-Konflikt" beizulegen sei "theoretisch möglich", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax das russische Präsidialamt. Vieles hänge jedoch von der Ukraine ab. Sollte Kiew nicht die notwendigen Entscheidungen treffen, werde sich die Lage für das Land verschlechtern.
Putin kündigt erste Diesellieferung in die USA an
Neben seinem Dank an Trump betonte Putin in St. Petersburg auch das Interesse seines Landes, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA wieder auszubauen. Rückenwind für diese Hoffnung hatte der US-Präsident selbst gegeben. Vor wenigen Tagen hatte Trump angekündigt, ein erst kürzlich verabschiedetes Sanktionspaket gegen Russland wieder auszusetzen - aus "nationalem Interesse". Bereits einige Tage zuvor hatte Trump verkündet, Russland werde den USA Hunderttausende Tonnen Diesel liefern.
Die ersten 40.000 Tonnen Diesel will Russland am morgigen Donnerstag per Tanker auf den Weg schicken, wie Putin beim Treffen mit Witkoff ankündigte. E stellte auch die Option in den Raum, Russland könne den USA darüber hinaus auch große Mengen an Dünger bereitstellen. Seit Beginn des Iran-Krieges und der damit einhergehenden Blockade der Straße von Hormus ist Dünger ein knappes Gut in den USA geworden.
Zunehmende Spannungen zwischen USA und Ukraine
Das Dieselabkommen und die Abkehr der USA von Russlandsanktionen waren in der Ukraine auf scharfe Kritik gestoßen. Der ukrainische Präsident Selenskyj warf den USA vor, damit in Kauf zu nehmen, dass Russland seinen Krieg ungehindert fortsetze. Immer wieder hatte Selenskyj des Weiteren fehlende Lieferungen von Rüstungsgütern beklagt. Vor allem an Abwehrraketen fehle es dem eigenen Militär. Zuletzt hatte die Ukraine zudem eine Drosselung der Satelliten-Kommunikationsdienste Starlink und Starshield beklagt, die eine wichtige Rolle bei der Abstimmung der ukrainischen Armee, dem Einsatz von Drohnen und deren Abwehr spielen.
Die zunehmenden Spannungen zwischen den eigentlichen Verbündeten waren zuletzt durch wiederholte Äußerungen Trumps noch geschürt worden. Kurz nach den Gesprächen in Oslo behauptete Trump erneut, Russland sei bereit zu einer Beendigung des Krieges. Selenskyj müsse einem "Deal" zustimmen, um dem Krieg ein Ende zu setzen. Zudem behauptete Trump, die USA hätten der Ukraine "viel gegeben", aber "absolut nichts zurückbekommen".
Ukraine und Russland melden neue Angriffe
Trotz der laufenden Vermittlungsbemühungen für ein Ende des Krieges, attackierte das russische Militär in der Nacht mehrere Regionen in der Ukraine. Der ukrainische Ministerpräsident Serhij Korezkyj teilte bei Telegram mit, durch die Angriffe seien mindestens vier Menschen getötet worden. Zwei Menschen starben demnach beim Einschlag einer Drohne in ein mehrstöckiges Gebäude in der Hauptstadt Kiew, zwei weitere in der nordöstlichen Region Charkiw.
Russland habe seit Dienstagabend "unaufhörlich" Energieanlagen, Bahnanlagen, Einkaufszentren und Wohngebäude angegriffen, so Korezkyj. Betroffen waren demnach die Regionen Kiew, Wolhynien, Odessa und Mykolajiw. Weitere Attacken zielten ukrainischen Behörden zufolge auf eine Universität in Krementschuk in der Region Poltawa ab. Dort wurden demnach mindestens zwei Menschen verletzt.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe auf Poltawa und Kiew, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. In Poltawa sei ein Lager für Drohnen attackiert worden, in Kiew ein Umspannwerk, das den ukrainischen Verteidigungs- und Industriesektor sowie Logistikzentren mit Strom versorge.
Von russischer Seite wurden wiederum Drohnenangriffe Russland auf die Region Leningrad gemeldet. Das teilte Regionalgouverneur Alexander Drosdenko mit. Die Region im Nordwesten Russlands umschließt die Stadt St. Petersburg, wo das Treffen zwischen Putin und Witkoff stattfinden soll. Auch die Region Brjansk wurde Angaben des dortigen Regionalgouverneurs Jegor Kowaltschuk Ziel von Drohnenangriffen. Er sprach bei Telegram von mindestens einem Todesopfer und zwei Verletzten.
Konfliktparteien als Quelle
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