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Tuesday, October 6, 2026

Nächster auf der Todesliste: Der Mann, dem Christa Pikes Hinrichtungsdrama das Leben retten könnte

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Nächster auf der TodeslisteDer Mann, dem Christa Pikes Hinrichtungsdrama das Leben retten könnte

06.10.2026, 15:12 Uhr

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Sutton
Die Tage von Gary Wayne Sutton waren bereits gezählt. (Foto: Tennessee Department of Correction)

Zwei Geschwister sind tot, ein Mann sitzt dafür seit Jahrzehnten im Todestrakt: Gary Wayne Sutton sollte im Dezember sterben. Nun wird er vorerst nicht hingerichtet, weil Christa Pike zwei Giftspritzen überlebte.  

Während Christa Pike nach ihrem gescheiterten Hinrichtungsversuch noch immer mit dem Tod ringt, profitiert ein anderer Todeskandidat von den fatalen Vorgängen am vergangenen Mittwoch. Nachdem Pike zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt hatte, sagte der US-Bundesstaat Tennessee alle weiteren Hinrichtungen ab.

Damit wird Gary Wayne Sutton nicht am 3. Dezember durch die Giftspritze und auch nicht auf andere Art sterben. Der verurteilte Mörder sollte nach Pike der nächste sein, dessen Todesstrafe vollstreckt wird. Sutton sitzt seit seiner Verurteilung wegen der Morde an den Geschwistern Tommy Griffin und Connie Branam im Februar 1992 im Todestrakt. Er war zusammen mit seinem Onkel James Dellinger verurteilt worden.

Sutton, Dellinger und Griffin hatten zusammen eine ausschweifende Trinktour unternommen. Dabei kam es zu einer Schlägerei, wie aus Gerichtsakten hervorgeht, die Fox News vorliegen. Griffin wurde danach mit entblößtem Oberkörper und Kratzern am Straßenrand zurückgelassen und von Polizisten aufgegriffen. Er kam wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit ins Gefängnis.

Sutton und Dellinger holten ihn aus der Haft. Etwa eine halbe Stunde später berichteten Zeugen, dass sie drei Schüsse in der Nähe des Ortes gehört haben, an dem Griffin später tot aufgefunden wurde. Er war durch einen Schuss aus einer Schrotflinte in den Hinterkopf getötet worden. Der Staatsanwaltschaft zufolge suchte Branam am nächsten Tag zusammen mit Sutton und Dellinger in der Bar nach ihrem Bruder. Fünf Tage danach wurde ihre stark verbrannte Leiche in einem ausgebrannten Auto gefunden.

Kritik an Todesurteil

In zwei getrennten Prozessen wurden Sutton und Dellinger zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt und erhielten später Todesurteile wegen des Mordes an Griffin. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die beiden Männer hätten die Geschwister im Zuge eines eskalierenden Konflikts gezielt ins Visier genommen. Dellinger starb 2023 in der Haft. Sutton sollte mehr als 35 Jahre nach der Verurteilung nun im Dezember sterben. Er ist inzwischen 61 Jahre alt. Angehörige und Unterstützer versuchen seit Jahren, Widersprüche in der Beweisführung aufzudecken und fordern eine erneute umfassende Überprüfung des Falls.

Sie argumentieren unter anderem damit, dass es keine Beweise gegeben habe, die Sutton unmittelbar mit den Taten in Verbindung bringen. Es habe fehlerhafte Aussagen von Zeugen und Versäumnisse der Ermittlungsbehörden gegeben. Außerdem habe sich die Verurteilung maßgeblich auf die Aussage eines Gerichtsmediziners gestützt, dem später die Zulassung entzogen wurde.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Sutton möglicherweise intellektuell beeinträchtigt und deshalb offiziell begutachtet werden müsste. Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA aus dem Jahr 2002 verstößt die Hinrichtung von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen gegen das im achten Verfassungszusatz verankerte Verbot grausamer und ungewöhnlicher Strafen. Für die Suche nach Antworten auf diese Fragen bleibt nun mehr Zeit.

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