Adler soll Gus (4) geholt haben – Familie will Nester absuchen

Darum gehts
- Der vierjährige Gus Lamont verschwand vor fast einem Jahr spurlos aus dem Haus seiner Grosseltern im australischen Outback.
- Die Polizei stuft den Fall mittlerweile als «schweres Verbrechen» ein und ermittelt gegen die Familie.
- Die Angehörigen wollen nun auf eigene Faust Adlerhorste auf dem Gelände durchsuchen.
Die Familie des vermissten Gus Lamont fordert die Polizei von Südaustralien auf, die Grosseltern des kleinen Buben nicht länger als Verdächtige zu behandeln. Stattdessen bereiten sich die Lamonts darauf vor, die Adlerhorste nahe des abgelegenen Anwesens im Outback zu durchsuchen. Sie hoffen, Spuren des vor fast einem Jahr verschwundenen Buben zu finden.
Gus Lamont spielte am 27. September 2025 vor dem Haus seiner Grosseltern im Sandkasten. Als Josie Murray nach ihm sehen wollte, war er verschwunden. Das Verschwinden des damals Vierjährigen aus dem eingezäunten Vorgarten des Hauses, das fast 50 Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt liegt, löste den grössten Polizeieinsatz zur Suche nach einer vermissten Person in der Geschichte des Bundesstaates Südaustralien aus.
Polizei spricht von «schwerem Verbrechen»
Über mehrere Tage hinweg durchkämmten Hunderte Polizisten, Militärangehörige, Fährtenleser der Aborigines sowie Freiwillige einen Radius von rund 5,5 Kilometern um das Haus. Ermittler liessen drei Wasserreservoirs ab, durchsuchten sechs Minenschächte und setzten Drohnen mit Spezialkameras ein, um detaillierte Aufnahmen zu machen, die später mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet wurden.
Fünf Monate später verkündete die Polizei dann eine überraschende Wende: Der Fall werde nun als «schweres Verbrechen» eingestuft.
Am Dienstag erklärte Murray, die Familie werde nun auf eigene Faust die Adlerhorste auf dem Gelände inspizieren. Die Familie gehe der Theorie nach, dass Gus von einem Keilschwanzadler mitgenommen worden sein könnte. «Man sollte auch die Adler-Theorie in Betracht ziehen», sagte sie gegenüber dem australischen Sender 7News. «Es ist zwar höchst unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.»
Die Verwandten beteuerten weiterhin ihre Unschuld. Die Polizei verschwende ihre Zeit mit Ermittlungen gegen sie – «Zeit, die sie besser darauf verwenden könnten, herauszufinden, was tatsächlich mit ihm geschehen ist», sagte Murray.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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