Kommentar: Spaßige Spiele funktionieren auch ohne teure Hardware
Die Preisentwicklung bei Hardware ist beispiellos. Speicherriegel, SSDs und Grafikkarten werden alle teurer; der PC-Markt stürzt folglich ein. Auch die Playstation 5 und Xbox-Konsolen sind betroffen. Die aktuelle Situation tellt sogar die Grafikkartenknappheit zu Zeiten des Minings von Kryptowährungen in den Schatten. Schuld sind die KI-Anbieter, die mit Milliarden von US-Dollar den Speichermarkt leerfegen.
Spieler ohne tiefe Taschen können allerdings ausweichen. Da wären zum einen alte Spiele, die häufig auch auf schwacher Hardware laufen. Einige dürften eine imposante „Halde der Schande“ auf Steam und anderen Plattformen angehäuft haben. Da könnte sich ein Blick lohnen.
Mark Mantel ist seit 2019 Redakteur bei heise online und c't. Er kümmert sich hauptsächlich um die Online-Berichterstattung rund um PC-Hardware.
Auswege
Es gibt aber auch Unmengen an Browserspielen, die häufig banalste Grafik mit spannendem Gameplay kombinieren. Mein aktuelles Zeitversenkungsprojekt „Openfront.io“ etwa besteht aus einer 2D-Karte und kombiniert den Brettspielklassiker „Risiko“ mit dem zeitweise beliebten Browserspiel „Agar.io“.
Spieler wählen einen Startort auf der Karte, erweitern ihr Territorium, greifen Gegner an, verbünden sich mit anderen und bauen Lager. Alles passiert über Klicks und simple Pixelmuster. Städte, Häfen, Fabriken, Raketensilos, Flakgeschütze und Festungen bestehen nur aus Symbolen. Mehr Gebäudetypen gibt es gar nicht. „Openfront.io“ ist prinzipiell simpel, aber gleichzeitig schwer zu meistern.
Bei „Openfront.io“ gibt es neben einer Standard-Weltkarte zahlreiche weitere Karten zum Erobern.
(Bild: heise medien)
Von solchen Browserspielen gibt es unzählige Beispiele. „Territorial.io“ sieht ähnlich aus, ist ohne Gebäude aber einfacher. „Cosyhex“ ist deutlich an „Die Siedler von Catan“ angelehnt. In eine ganz andere Richtung geht „Kinda Hard Golf“: Minigolf mit täglich neuen, unrealistischen Bahnen. „Lil Boogers“ startet ruhig mit einem Haustier, um das man sich im Tamagotchi-Stil kümmert. Spieler können aber auch schnell bei Kämpfen mitmachen.
Klar ist, dass sich die Hardware-Situation so schnell nicht ändern wird. Hersteller und Analysten erwarten, dass Speicher bis mindestens Ende 2027 knapp bleibt. Auf die günstigen Preise von Mitte 2025 müssen wir vielleicht noch viele weitere Jahre warten, wenn sie denn überhaupt zurückkehren. Die Aussichten sind schlecht. Wer sich schnell damit arrangiert, wird weniger enttäuscht.
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