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Sunday, October 4, 2026

Autonomes fahren: VW arbeitet mit Wayve statt mit Nvidia

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Der VW-Konzern versucht beim autonomen Fahren aufzuholen – nach der Trennung von Bosch als Technologiepartner soll dabei jetzt Wayve helfen, ein KI-Startup aus London. Die Briten behaupteten sich bei einer von VW in der Metropole ausgerichteten Testfahrten gegen mehrere Mitbewerber, auch gegen Nvidia, Weltmarktführer für KI-Beschleuniger und mit rund 5,7 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung das wertvollste Unternehmen der Welt (Stand: 4. Oktober 2026, 16:56).

Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf drei „Insider“, wie das Nachrichtenmagazin sie bezeichnet, darunter war demnach auch ein „Konzernentscheider“ von Volkswagen. In London buhlten demnach neben Wayve und Nvidia noch mehrere andere Unternehmen darum, die Fahrassistenzsysteme der VW-Marken mit denen von Tesla oder Mercedes konkurrenzfähig zu machen.

Besonders überzeugt haben soll Wayve auf einer Fahrt durch den Londoner Stadtverkehr. Wie ein Konzernentscheider dem Spiegel berichtete, soll ein Audi A6 e-Tron mit der Wayve-Software selbstständig erkannt haben, dass der Fahrer eines entgegenkommenden Autos per Lichthupe ihm freiwillig Vorfahrt gibt und dann autonom in eine Parklücke gefahren sein.

Wayves Fahrsoftware soll laut Unternehmensangaben grundsätzlich in jedem Fahrzeugmodell einsetzbar sein und vollständig ohne detaillierte 3D-Karten und Software-Regeln funktionieren, dafür mit Kameradaten und vorher gemachten Lernerfahrungen. Autos sollen mit Wayve so auch in Umgebungen fahren können, für die das dahinterstehende KI-Modell vorher nicht trainiert wurde. Dabei übernimmt ein einzelnes neuronales Netz den gesamten Verarbeitungsprozess, von der Rohdatenaufnahme bis zur Anwendung, Wayve spricht auch von „End-To-End Deep Learning“.

Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und hat mittlerweile nach eigenen Angaben rund 2,8 Milliarden US-Dollar in vier Finanzierungsrunden eingesammelt. Das Unternehmen arbeitet auch mit Nissan, Stellantis und Mercedes zusammen, sie alle sind auch Investoren bei Wayve.

Volkswagen und Mercedes dürften versuchen, mit ihren Wayve-Partnerschaften im Bereich autonomes Fahren aufzuholen, denn die Konkurrenz rollt auf immer mehr Straßen. Auf dem Level SAE2, bei dem der Fahrer jederzeit die Steuerung des Fahrzeugs übernehmen können muss, ist Teslas Full Self-Driving (FSD) in immer mehr europäischen Ländern zugelassen. Nach der ursprünglichen vorläufigen EU-Typgenehmigung in den Niederlanden am 10. April 2026 folgten im Mai Litauen und Estland, wo die Zulassung inmitten eines Berichts über verzerrte FSD-Sicherheitsstatistiken erfolgte, im Juni Dänemark und Belgien sowie am 8. September Slowenien und zuletzt am 21. September Tschechien. Eine EU-weite Erlaubnis wird aber zunehmend unwahrscheinlicher. In Deutschland prüft das Kraftfahrtbundesamt (KBA) derzeit die Zulassung von Teslas FSD. Hierzulande dürfen bisher nur sehr wenige Modelle auf diesem Level fahren, etwa die S-Klasse und die EQS-Limousine von Mercedes mit entsprechendem Ausstattungspaket.

Auch wenn Nvidia nun als Softwarelieferant bei VW nicht zum Zuge kommt, wäre noch ein Lieferauftrag für die nötigen Chips denkbar. Nvidia ist auch Investor bei Wayve und liefert auch die Chips für Robotaxis, die Wayve in London testet.

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