Mobiler Monitor Lenovo Thinkvision M16 im Test: mattes Display, 16 Zoll, 220 €
Der Lenovo Thinkvision M16 bündelt die Anschlüsse im Standfuß und leitet bis zu 65 W an den Laptop weiter. Was der matte 16-Zöller sonst bietet, zeigt der Test.
Beim Lenovo Thinkvision M16 zieht man den Standfuß nicht wie üblich aus der Rückseite. Stattdessen sitzt er an der Unterkante des Monitors und klappt flach herunter. Lenovo hat dort auch beide USB-C-Ports und alle Bedienknöpfe untergebracht. Die Kabel stehen dadurch nicht seitlich vom Bildschirm ab. Diese Idee hebt den 16-Zöller von der Masse ab.
Beim Rest der Ausstattung bleibt Lenovo dagegen auf bekanntem Terrain. IPS-Panel, Full-HD-ähnliche Auflösung im 16:10-Format und 60 Hz sind bei mobilen Monitoren Standard. Mehr bieten auch deutlich günstigere Modelle. Mit 220 Euro verlangt Lenovo trotzdem einen Preis, für den die Konkurrenz bereits 4K, Touch und Aluminium liefert. Reicht der durchdachte Standfuß, um diesen Aufpreis zu rechtfertigen?
Design & Verarbeitung
Das Gehäuse besteht aus schwarzem Kunststoff, den Farbton nennt Lenovo „Eclipse Black“. Die Verarbeitung ist sehr sauber, Spaltmaße und Kanten geben keinen Anlass zur Kritik. Ein Aluminiumgehäuse wie bei einigen Konkurrenten empfinden wir allerdings als eine Spur hochwertiger und langlebiger. Der Standfuß hat eine ungewöhnliche Haptik, die an eine Gummierung erinnert und sich etwas stumpf anfühlt.
Das Display-Teil misst nur 7 mm in der Dicke. Die Rahmen sind oben und an den Seiten 7,1 mm schmal, unten sind es 27 mm. Ausgeklappt kommt der Monitor auf 360 x 252,1 x 116,8 mm, das Gewicht liegt bei 970 g inklusive Standfuß. Zusätzlich zum Notebook im Rucksack fällt das spürbar, aber nicht störend ins Gewicht.
Der Standfuß klappt vertikal hinter dem Bildschirm an der Unterkante aus. Er erlaubt eine Neigung von 0 bis 90 Grad – zusätzlich gibt es einen zusätzlichen Kippmechanismus, der das Display um bis zu 10 mm anhebt. Der Vorteil: Die Kabel laufen nach hinten weg, statt von der Rückseite oder den Außenkanten abzustehen. Der Nachteil zeigt sich beim flachen Ablegen. Weil der Fuß nur das untere Drittel einnimmt, kippelt der Monitor auf dem Tisch. Für das Hochformat ist der Fuß an der Unterkante nicht ausgelegt, eine automatische Lageerkennung erwähnt Lenovo nicht.
Für die feste Montage bietet der M16 Vesa-Kompatibilität für 75 x 75 und 100 x 100 mm über einen Adapter.
Lenovo Thinkvision M16 – Bilderstrecke
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Links im Standfuß sitzen Menütaste und eine Wippe für die Helligkeit, rechts der Ein-/Aus-Schalter. Diese Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, da die Tasten tief unten und hinter dem Display liegen. Die mitgelieferte graue Filztasche schützt nur vor Kratzern. Gegen Druck, Stürze oder versehentliches Draufsetzen hilft sie nicht.
Ausstattung & Anschlüsse
Der M16 hat zwei identisch ausgestattete USB-C-Ports, einen links und einen rechts im Standfuß. Beide übertragen Bild per Displayport 1.2 im Alt-Mode, Daten mit USB-2.0-Tempo (480 Mbit/s) und Strom per USB Power Delivery 3.0. Die Ports akzeptieren ein Netzteil (PD-In mit 5, 9, 15 oder 20 V) und geben bis zu 65 W an das Quellgerät weiter (PD-Out). Diese Durchleitung ist praktisch. Das Netzteil steckt am Monitor, der Laptop bezieht über dasselbe Kabel Bild und Ladestrom. Er schont so nicht nur seinen Akku, sondern lädt sogar nach.
Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang. Das ist zu verschmerzen: Im Test lief der Monitor auch bei voller Helligkeit allein über das USB-C-Kabel des Laptops stabil.
HDMI fehlt, auch in der Mini- oder Micro-Variante. Spielekonsolen und ältere Laptops ohne Displayport-Alt-Mode lassen sich daher nur mit Adapter anschließen. Smartphones mit Bildausgabe per USB-C, etwa Samsung-Geräte mit Dex, funktionieren dagegen direkt. Lautsprecher und Kopfhörerausgang gibt es nicht, ebenso wenig Touch oder einen Akku.
Rechts sitzt ein Kensington-Nano-Schloss (2,5 x 6 mm). Im Karton liegen der Monitor mit Standfuß, ein 1 m langes USB-C-Kabel, die Filzhülle und eine Kurzanleitung. Lenovo gewährt drei Jahre Garantie.
Display & Praxistest
Das IPS-Panel misst 16 Zoll und löst mit WUXGA (1920 x 1200 Pixel) im Seitenverhältnis 16:10 auf. Daraus ergeben sich 142 ppi (Pixel pro Zoll). Für Office-Arbeit ist das ausreichend scharf, das höhere Format bietet etwas mehr vertikalen Platz als 16:9.
Lenovo gibt 300 cd/m² an, wir messen in der Spitze rund 280 cd/m². Für Innenräume reicht das je nach Lichteinfall, draußen ist der Monitor zu dunkel. Die matte Oberfläche hilft etwas: Sie verhindert Spiegelungen und gleicht die geringe Helligkeit teilweise aus. Im Zug oder Café unter Deckenlicht ist das ein Vorteil gegenüber glänzenden Displays. Die geringe Helligkeit teilt er sich mit vielen anderen mobilen Monitoren.
Die Farben wirken angenehm, aber nicht überragend. Der Hersteller nennt lediglich 45 % des NTSC-Farbraums, ein bescheidener Wert für Bildbearbeitung. Das Panel arbeitet mit 6 Bit plus FRC (Frame Rate Control, simuliert Zwischenstufen). Der statische Kontrast liegt bei 1500:1, die beworbenen 3.000.000:1 dynamischer Kontrast sind ein Marketingwert ohne Praxisrelevanz. Blickwinkel und Farbstabilität sind IPS-typisch gut.
Mit 60 Hz und 8 ms Reaktionszeit (6 ms im Extreme-Modus) eignet sich der M16 nicht für schnelle Spiele. Adaptive Sync und HDR unterstützt er nicht. Positiv: Laut TÜV Rheinland arbeitet die Hintergrundbeleuchtung flimmerfrei und reduziert hardwareseitig den Blauanteil. Lenovo listet offiziell Windows 10 und 11.
Preis
Der Lenovo Thinkvision M16 kostet aktuell 220 Euro.
Fazit
Der Lenovo Thinkvision M16 ist ein sauber verarbeiteter mobiler Monitor mit einer wirklich eigenständigen Idee. Der Standfuß an der Unterkante bündelt Anschlüsse und Tasten und führt die Kabel ordentlich nach hinten. Dazu kommen zwei gleichwertige USB-C-Ports mit 65 W Durchleitung, eine matte Oberfläche und stabiler Betrieb bei voller Helligkeit ohne Netzteil.
Der Rest ist übliche Kost: WUXGA, 60 Hz, IPS und eine Helligkeit von rund 280 cd/m², die für draußen nicht reicht. Die Bedienung über die Tasten im Fuß ist gewöhnungsbedürftig, liegend kippelt der Monitor, HDMI fehlt, und die Filztasche schützt nur vor Kratzern. Für 220 Euro ist das zu wenig. Eine Kaufempfehlung gibt es nur für Nutzer, denen die aufgeräumte Kabelführung und die Business-Marke den Aufpreis wert sind. Alle anderen greifen zu unserem Testsieger mit 4K, Touch und Aluminiumgehäuse zum ähnlichen Preis.
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