Eralp reagiert auf Spiegel-Bericht
Nach Spiegel-Bericht Angst um eigene Sicherheit? Eralp reagiert
Stand: 29.10.2026 • 14:02 Uhr
In nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Anmerkungen zu einem Spiegel-Interview sorgte sich Linken-Politikerin Elif Eralp um ihre Sicherheit. Nun bekräftigte sie, klar gegen Gewalt vorgehen zu wollen.
In Reaktion auf einen Bericht des "Spiegel" [Bezahlschranke] hat die Berliner Linken-Fraktionschefin Elif Eralp am Donnerstag bekräftigt, als Regierende Bürgermeisterin für die Sicherheit aller Berlinerinnen und Berliner sorgen zu wollen. Das sagte sie in einem öffentlichen Statement, das sie nach der Veröffentlichung des "Spiegel"-Beitrags am Mittag abgab. Dem Magazin zufolge wollte Eralp Teile eines Interviews nicht autorisieren, in dem ein Hamas-Sympathisant namentlich genannt wird. Autorisieren bedeutet die Freigabe von Zitaten, beispielsweise bei Wortlaut-Interviews. Autorisierungen gehören in Deutschland oftmals zur journalistischen Praxis. Der "Spiegel" bezieht sich in seinen Bericht auf mutmaßlich interne Anmerkungen Eralps zu einem Interview, die versehentlich an das Magazin geschickt worden seien. Aus den Anmerkungen geht dem Magazin zufolge hervor, dass Eralp eine Reaktion der genannten Person oder seiner Unterstützer fürchte. "Ich kann mich und meine Familie nicht für den SPIEGEL in Gefahr bringen", schreibt Eralp dem Bericht zufolge. Der "Spiegel" entschied sich nach eigenen Angaben, auch über die Anmerkungen zu berichten.
"Werde mich von niemandem einschüchtern lassen"
In Reaktion darauf betonte Eralp in ihrem Statement am Donnerstagmittag: "Ich werde ganz konsequent gegen jede Form von organisierter Kriminalität, Gewalt oder Terror vorgehen. Dafür stehe ich bei den Berlinerinnen und Berlinern im Wort und das werde ich auch durchsetzen." Sie erklärte auch: "Ich habe ganz klar gesagt, ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen. Und dass man sich Sorgen um seine eigene Familie macht, das ist, glaube ich, ganz normal und selbstverständlich."
Eralp will in der Hauptstadt Regierende Bürgermeisterin in einer Koalition mit Grünen und SPD werden. Noch vor Eralps Statement reagierte SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach auf den "Spiegel"-Bericht. Vor Journalisten sagte er am Donnerstag, der Artikel zeige aus seiner Sicht vor allem, wie wichtig der Kampf gegen die Organisierte Kriminalität sei. Er sei froh, dass dies auch im bereits vorliegenden rot-grün-roten Sondierungsgespräch geregelt sei.
Müller sieht "erheblichen Klärungsbedarf"
Der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), sagte am Donnerstagvormittag auf Phoenix, er sehe nach dem Bericht "erheblichen Klärungsbedarf und eine erneute große Hürde auf dem Weg zu einer Koalition mit dieser Partei". Müller sagte wörtlich: "Das würde bedeuten, dass die Regierende Bürgermeisterin erpressbar ist. Das muss man so klar sagen."
Die AfD-Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker teilte mit, der "Spiegel"-Bericht mache deutlich, dass das Thema Clan-Verbindungen bei der Linken "offenbar weit über den Fall des Bundestagsabgeordneten Koçak" hinausgehe. Grüne und SPD sollten die Koalitionsgespräche "umgehend beenden", forderte Brinker.
Sendung: rbb|24, 29.10.2026, 13:09 Uhr Audio: rbb|24, 29.10.2026, Jonas Wintermantel
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