Klage gegen Paramount: Streit über Warner-Übernahme offenbar beigelegt
Stand: 21.09.2026 • 19:20 Uhr
Der Weg scheint frei für die Übernahme des Medienkonzerns Warner durch den Konkurrenten Paramount. Es habe einen Vergleich mit den US-Bundesstaaten gegeben, die dagegen geklagt hatten, wie verschiedene Medien berichten.
Der TV- und Filmkonzern Paramount Skydance hat sich einem Bloomberg-Medienbericht zufolge mit den US-Bundesstaaten geeinigt, die gegen seine geplante 110-Milliarden-Dollar-Fusion mit Warner Bros. Discovery (WBD) geklagt hatten. Damit wäre ein wesentliches Hindernis für einen der größten Zusammenschlüsse in der Geschichte der Medienbranche aus dem Weg geräumt.
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person über die Einigung. Diese sei am Wochenende erzielt worden und solle noch im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Die Aktien von Warner Bros. Discovery legten nach dem Bericht um fast zehn Prozent zu, die von Paramount notierten rund sieben Prozent im Plus. Das Geschäft hat ein Volumen von rund 111 Milliarden Dollar (rund 97 Milliarden Euro).
Bundesstaaten klagten gegen Fusion - Regierung stimmte zu
Die Bundesstaaten hatten argumentiert, der Zusammenschluss der beiden Film- und Fernsehriesen führe zu "höheren Preisen, geringerer Qualität und weniger Inhalten" für das Publikum. Eine Bundesrichterin in Kalifornien hatte die Übernahme daraufhin im Juli vorerst gestoppt.
Die zwölf von Demokraten regierten Bundesstaaten beriefen sich auf ein Bundesgesetz, das Fusionen untersagt, wenn sie den Wettbewerb erheblich verringern könnten. Zu den Klägern gehörten neben Kalifornien die Bundesstaaten Arizona, Colorado, Connecticut, Massachusetts, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon und Washington.
Die US-Regierung hatte die Übernahme, die auch den bekannten Nachrichtensender CNN umfasst, im Juni ohne Auflagen genehmigt. Der Zusammenschluss werde "voraussichtlich nicht zu einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs und der amerikanischen Verbraucher" führen, erklärte das Justizministerium.
Paramount will die gesamte WBD-Gruppe inklusive Fernsehsendern erwerben, darunter auch CNN. Paramount-Chef David Ellison und dessen Vater Larry Ellison vom Softwareanbieter Oracle sind Unterstützer von Präsident Donald Trump. Kritiker der Fusion fürchten daher um die redaktionelle Unabhängigkeit von CNN.
Laut Bloomberg sicherten sich die Bundesstaaten im Rahmen der Einigung unter anderem die Einrichtung unabhängiger Redaktionsausschüsse für die Sender CBS und CNN. Teil des Deals sei außerdem, dass die Nachrichtensender weiterhin getrennt bleiben.
Weitere Garantien wie Investitionen gefordert
Das Wall Street Journal berichtete, dass auch über Zugeständnisse wie eine 1,5-Milliarden-Dollar-Investition in die Filmproduktion in Kalifornien und die Verpflichtung zur Produktion von 30 Filmen pro Jahr nach der Fusion gesprochen worden sei. Wettbewerbsbehörden in anderen Regionen, darunter die Europäische Union und Großbritannien, haben die Übernahme bereits genehmigt.
Mit Informationen von Reinhard Spiegelhauer, ARD Los Angeles
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.