Nach 2 Monaten beim neuen Klub – Bei West Ham und im 24. Stock: Riesen ist in London angekommen

«London gefällt mir einiges besser als Frankfurt. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.» Nach zwei Monaten in der britischen Millionenmetropole zieht Nadine Riesen ein positives Fazit. Drei Jahre hatte die Appenzellerin zuvor in der Bundesliga bei Frankfurt gespielt, ehe die 26-Jährige im Sommer den Sprung nach England zu West Ham United wagte.
Nach einer intensiven Vorbereitungsphase stand Riesen zum Auftakt der Women's Super League in den ersten beiden Saisonspielen (eine Niederlage und ein Sieg) in der Startformation der «Hammers» und spielte als rechte Aussenverteidigerin durch. «Es ist eine sehr physische Liga. Das ist etwas, was meinem Spielstil sehr entgegenkommt», sagt Riesen.
Auch die Städte werden immer grösser
Riesen wohnt in Stratford im Osten der Stadt in einer 1,5-Zimmer-Wohnung. Vom 24. Stock hat sie einen schönen Ausblick über die umliegenden Quartiere. «Es ist sehr grün, gibt viele Parks und ist sehr ruhig hier», erzählt Riesen.
Gleichwohl ist die 45-fache Nationalspielerin fasziniert von der Grossstadt. «Es ist so viel los. Langweilig wird einem nie», sagt sie. Für Riesen wird nicht nur die Fussball-Bühne immer grösser. Gleiches gilt für die Orte, wo sie ihren Lebensmittelpunkt hat.
Aufgewachsen im beschaulichen Niederteufen (damals rund 6000 Einwohner), ging es später zu YB nach Bern (135'000), zum FCZ nach Zürich (440'000), zur Eintracht nach Frankfurt (770'000) und jetzt eben zu West Ham nach London (9'000'000). Punkto Liga und Metropole geht es für Riesen kaum mehr grösser.
Piubel als Fremdenführerin
Ihre Mitspielerinnen hätten ihr die Eingewöhnungsphase sowohl im Klub als auch in London leicht gemacht, so Riesen. Grossen Anteil daran hat Seraina Piubel, die seit 2024 bei West Ham spielt. Mit Leila Wandeler ist noch eine dritte Nati-Spielerin bei den «Hammers». «Ich nehme West Ham als einen familiären Verein wahr», sagt Riesen.
In ihrer Wohnung im 24. Stock fühlt sich die Ostschweizerin auch mehr und mehr heimisch. Fertig eingerichtet sind ihre eigenen vier Wände zwar noch nicht, verrät Riesen, aber: «Einige Pflanzen habe ich schon gekauft. Das ist mir sehr wichtig. Es macht alles ein wenig lebendiger.»
Am Samstag steht West Ham wieder im Einsatz, wenn die «Hammers» am 3. Spieltag Tabellennachbar Everton empfangen. Dann aller Voraussicht nach erneut mit Riesen auf der rechten Seite. «Es ist schön, dass mir die Trainerin (die Italienerin Rita Guarino; die Red.) das Vertrauen schenkt», sagt sie.
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